50 Meter weiter drüben am Rolandsbrunnen treffen sich am Samstagvormittag die Ewiggestrigen aus der rechten Ecke zu einer so genannten Mahnwache. Die geplante Unterbringung von Asylbewerbern im ehemaligen Weismainer Altenheim hat sie nach Weismain gelockt. Rund 25 NPD-Anhänger sollen es nach Auskunft der Polizei sein. Die Nationaldemokraten nutzen die Gunst der Stunde und verbreiten per Megaphon lautstark ihre extremen Parolen.

Das Echo bleibt nicht aus: "Alle Weismainer sollen jetzt aufstehen", schallt es über den Vorplatz der Weismainer Kirche herüber. Pastoralreferent Peter Lachner aus Lichtenfels und Reinhard Englert aus Mainroth singen das Hohelied auf Frieden, Toleranz und Völkerverständigung. Doch es sind vor allem Auswärtige, die Flagge zeigen gegen Rassismus und Rechtsradikalismus.

"Weismain ist bunt" nennt sich das Aktionsbündnis aus Gewerkschaften, Kirchen, Parteien und Vereinen, das sich auf dem Marktplatz versammelt hat.

Es gibt auch unangemeldeten Besuch: Ein Häuflein Autonomer, schwarz gekleidet, vermummt und fahnenschwenkend, skandiert vor dem Rathaus immer wieder lautstark seine linken Parolen, sobald die Rechten zu reden beginnen, zeigt ein Transparent mit der Aufschrift "Faschismus bekämpfen". Mittendrin: Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei Nürnberg, die die beiden politischen Lager voneinander trennen.

Einen ausführlichen Bericht lesen sie am Montag im Fränkischen Tag.