Die zentrale Enthärtungsanlage im Wasserwerk in Schwabthal läuft. Auf den berühmt berüchtigten Knopf, der alles offiziell in Gang setzte, hat Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) am Mittwoch gedrückt. Somit werden jetzt von Schwabthal aus die Kernstadt, acht Stadtteile sowie Gebäude in den Bad Staffelsteiner Stadtteilen Frauendorf, Stublang und Loffeld mit rund 800 000 Kubikmeter Wasser jährlich versorgt. Damit alles läuft, wurden 1,3 Millionen Euro an Gesamtkosten investiert.

Auch für die Haushalte in der Stadt und in Ortsteilen werde das weichere Wasser Vorteile bringen. Dazu gehören zum Beispiel ein geringerer Wasch- und Entkalkungsmittelbedarf oder weniger Reinigungsaufwand bei Geräten und Armaturen. Der Nitratgehalt, so die Fachleute, konnte um 10 bis 15 Prozent gesenkt werden.

Bereits 2007 hatten die Stadtwerke Lichtenfels die Aufbereitung im Wasserwerk Schwabthal in Betrieb genommen.
Das Reinwasser des Wasserwerks Schwabthal wies eine Gesamthärte von über 20 Grad Härte auf. Teile des Versorgungsnetzes wurden bereits mit weichem Wasser der Fernwasserversorgung Oberfranken versorgt. "Der Wunsch nach weicherem Wasser wurde immer wieder von Bürgern an die Stadtwerke herangetragen", erklärte der Bürgermeister. Auch im Zusammenhang mit dem Neubau des Klinikums sei eine Anfrage gestellt worden. 2012 wurde das Büro Baurconsult aus Haßfurt mit einer Studie beauftragt. Diese wurde 2014 umgesetzt.


Für Babynahrung geeignet

Die Anlage arbeite mittels Membranverfahren und zeichne sich durch relativ geringen Wartungs- und Platzbedarf aus, erklärte Elmar Dusold von Baurconsult. Sie komme ohne Chemikalien aus. Die Stadtwerke Lichtenfels nahmen den Neubau einer zentralen Enthärtung vor, die jetzt einen Härtebereich von acht bis zehn Grad habe, ergänzte der Werkleiter Dietmar Weiß. Darüber hinaus besitze das Wasser beste Trinkwasserqualität und sei für die Zubereitung von Babynahrung geeignet. Entscheidend für die Wasserhärte sei der Anteil an Calcium. Wasser mit einem hohen Calciumgehalt verursache vor allem nach Erhitzung auf über 60 Grad die typischen weißen Ablagerungen. Was für die Geräte lästig sei, sei für den menschlichen Organismus durchaus wertvoll.

Manche würden sogar darauf achten, Mineralwasser mit einem hohen Gehalt an Magnesium und Calcium zu kaufen. Laut Trinkwasserverordnung dürfen bis zu 400 Milligramm Calcium in einem Liter Wasser enthalten sein.

Die Enthärtung des Eigenwassers habe den Vorteil, dass eine Mischung aus enthärtetem Eigenwasser und FWO-Wasser künftig problemlos - zum Beispiel bei Rohrbrüchen oder Engpässen - möglich sei, so Wassernetzmeister Christian Lotz. awe