Zu wenig wissen die Grundschüler heute über Gesundheit - und zu wenig bewegen sie sich in ihrem Alltag. Deshalb zeigt die Ivo-Hennemann-Grundschule ihnen in der Aktionswoche Gesundheit und Bewegung, wie wichtig diese Dinge sind. Am Montag ging es für die Kinder der ersten bis vierten Klasse ins Klinikum nach Coburg, ins Reha-Zentrum Lautergrund oder in die Obermain-Therme. Heute durften sie sich beim Sport austoben. Dabei sollten sie vor allem neue Sportarten kennenlernen. Und das ein oder andere Talent haben die Trainer schon entdeckt.

Wie etwa Tennis-Jugendwart Jürgen Schonath "Wir haben drei dabei, die sind richtig gut", sagt er. Und das obwohl sie erst seit etwa einer Stunde spielen. "Für die Kinder ist es wichtig, dass sie mal sehen, wie Tennis ist", sagt Schonath. Heute sei die Auswahl an Sportarten einfach zu groß und kaum einer denke noch an Tennis. Deshalb habe er sich auch gleich die Adressen der Talente aufgeschrieben, um einmal mit den Eltern zu sprechen.


Es muss nicht immer Fußball sein

Beim Tischtennis geht das nicht ganz so schnell. "Man braucht schon ein Jahr, um einigermaßen den Ball zu treffen", erklärt Manfred Butzin. Dennoch habe sich der Vorstand des TC Unterzettlitz schon zwei Talente herausgepickt. Für ihn sei es wichtig, dass die Kinder Freude am Spiel und der Bewegung haben - und natürlich am Tischtennis selbst, "nicht immer nur Fußball", sagt er.

Das gilt auch für andere Sportarten, die im Schatten des Volkssports Nummer Eins stehen, wie etwa Judo. Anfangs hatten die Übungen noch nicht so viel mit Kämpfen zu tun. Mit Völkerball oder Handball wollte der Abteilungsleiter des TSV 1860 Staffelstein, Sven Lorenz, bei seinen Gästen den Teamgeist stärken. Doch danach lagen die ersten beim Bodenkampf auf der Matte. Aber alles ganz harmlos, versichert Lorenz: "Die Kinder waren sehr diszipliniert und haben sich an die Regeln gehalten."

Kämpfen mussten die Mädchen eine Etage tiefer nicht. Beim Ballett zeigten sie ihr Tänzer-Talent und einige schafften nach kurzer Zeit bereits einen ordentlichen Spagat. "Da sind schon sehr gute Mädchen dabei", sagt Tanzlehrerin Alice Göhl. "Die sind besser, als ich erwartet hatte."

Draußen im Stadion steht Sandra Nossek von der Leichtathletikabteilung des TSV 1860 Staffelstein. Sie hat aus dem Aktionstag einen Wettbewerb gemacht. Die Leistungen aus Sprint, Staffellauf, Weitwurf und Weitsprung fasst sie zusammen - und am Ende gibt es Urkunden und Medaillen. "Es geht sowohl um die Einzel- als auch um die Teamleistung. Diese spricht die Kinder eher an", erklärt sie.


Eltern erkennen Defizite

Sie findet es wichtig, dass sich die jungen Menschen mehr bewegen. "Manche Kinder haben schon Nachholbedarf bei ihrer Motorik", sagt sie. Für den Verein sehe es aber gut aus. "Wir haben momentan ganz guten Zulauf im Alter zwischen sechs und neun", vor allem weil auch die Eltern der Meinung seien, ihr Kind müsse sich wieder mehr bewegen.

Viel bewegen durften sich auch die Schwestern Anni und Leni Zapf beim Turnen mit Rica Kohmann vom TSV. Am meisten hätten den beiden die Übungen an den Ringen und das Trampolin Spaß gemacht, auf dem sie sogar Saltos schafften.

Etwas entspannter ging es auf dem Reiterhof zu. Hier mussten die Schüler sogar mit anpacken, erzählen Leila Kreitmeier und Leonie Zipfel: Die Pferde striegeln, den Stall ausmisten, Pferdeäpfel mit der Schaufel einsammeln. Dann durften sie endlich auf der Stute Alina reiten. Natürlich in Begleitung von Reinhold Kasper. Er kümmert sich um den jungen Reiternachwuchs, der meist nur aus Mädchen besteht. "Die Jungs kann man an einer Hand abzählen" sagt er.

Die anderen Gruppen konnten sich beim Fußball mit dem SSV Schwabthal oder im Klettergarten austoben. Den Mittwoch gehen sie etwas gemütlicher an und machen eine Wanderung hinauf zum Staffelberg. Am Freitag schließt die Grundschule ihre Aktionswoche mit einer Schulolympiade ab.