Am Valentinstag besinnen sich jedes Jahr Liebende darauf, welches Geschenk eine Ehe, eine Freundschaft, eine Partnerschaft ist. Bei einer ökumenischen Segensfeier in der Basilika Vierzehnheiligen erneuerten am Sonntag katholische und evangelische Gläubige ihren Bund der Liebe und huldigte Valentin, den Patron der Liebenden. Zum traditionellen Gottesdienst hatten die Franziskaner und die Franziskusschwestern von Vierzehnheiligen und die evangelische Kirche Bad Staffelstein eingeladen. Vier Geistliche segneten die Paare und überreichten den Damen eine langstielige rote Rose.

Der evangelische Pfarrer Matthias Hagen betonte in seiner Predigt, dass eine Partnerschaft nicht nur von der Sicherheit lebe, sondern vom Abstand, der beide immer wieder zusammenführe. Partner suchten autonomen Freiraum auch in einer ganz engen Beziehung. Die Nähe dürfe die Freiheit nicht ausschließen. "Die Liebe sei ein köstliches Unternehmen, das wir betreiben aber auch ein schwieriges, auf dass wir uns einlassen", sagte der Pfarrer. Man müsse die Kunst des Liebens immer wieder neu erlernen. Sie sei nicht rosafarben und auch kein Wolkenkuckucksheim sondern habe seine Grenzen. Nähe und Freiheit - dazwischen sei eine dauerhafte und glückliche Beziehung angesiedelt.

Von Nähe und Ferne innerhalb einer Beziehung

Den richtigen Abstand zwischen zwei Liebenden erklärte Pater Bernhard mit einem humorvollen Gleichnis von Arthur Schopenhauer. Bei klirrender Kälte wärmen sich Stachelschweine gegenseitig. Zu nah dran, schmerzen die Stacheln, zu weit weg, droht Erfrieren durch die Kälte. Sein Fazit: "Am besten auszuhalten ist die mäßige Entfernung". Pater Christoph machte in einem Gebet deutlich, dass es kein Zufall sei, wenn Menschen aufeinander zugehen, sich ihre Wege kreuzen und sie ihre Zuneigung zueinander entdecken. Gottes Wille sei, dass unser Leben gelingt durch das Geschenk seiner Liebe.

Die Franziskanerschwester Alexandra bat in ihrem Fürbittegebet, dass für jung Verliebte aus ihre Zuneigung Vertrauen entstehe: "Wenn das Feuer der ersten Liebe erloschen und der Alltag in ihre Beziehung eingekehrt ist". Der Rektor der Basilika, Pater Heribert, der die Gläubigen begrüßte, machte deutlich, dass Gott die Quelle der Liebe sei. Basilikaorganist Georg Hagel erfreute die Liebenden während der Segnung der Paare mit einer besinnlichen Orgelimprovisation.