• Schwere Unwetter in Lichtenfels
  • Zahlreiche Feuerwehreinsätze
  • Gründe: Vollgelaufene Keller, überflutete Straßen und abgerutschte Hänge
  • Landrat lobt Einsatzkräfte

Am Sonntag (06. Juni 2021) kam es in der Stadt Lichtenfels zu starken Unwettern. Die Feuerwehr musste mehrfach ausrücken. 

Lichtenfels: 400 Einsatzkräfte an zahlreichen Orten

Gegen 13.16 Uhr wurde der erste Alarm für die Feuerwehr Lichtenfels ausgelöst. Ein Keller in der Keltenstraße stand unter Wasser. Noch während der Einsatzvorbereitung kamen weitere Notrufe hinzu. "In kürzester Zeit liefen im gesamten Stadtgebiet Keller voll, Straßen wurden überflutet oder ganze Hänge rutschten auf die Straßen", berichtet die Feuerwehr.

Aufgrund der Vielzahl von Einsätzen wurde die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung hinzugezogen. Diese konnte alle Notrufe aus Stadt und Landkreis Lichtenfels nach Priorität ordnen und koordinieren. Es wurden mehrere Feuerwehrzüge gebildet, um die Einsatzkräfte zu bündeln. Lob für die Einsatzdurchführung kam vom Landrat Christian Meißner: "Dass die Einsatzkräfte die Starkwettersituation so schnell in den Griff bekommen haben, ist eine großartige logistische Leistung."

Rund 400 Kräfte waren im Einsatz. Als Schwerpunkte konnten die Robert-Koch-Straße, die Staatsstraße 2203 und die Reundorfer Straße ausgemacht werden. Hier standen Felder so stark unter Wasser, dass der Schlamm bis auf die Straßen und angrenzenden Firmen und Geschäfte gespült wurde. Auch das THW war im Einsatz und führte in der Reundorfer Straße bis Mitternacht Baggerarbeiten durch, sodass die Wassermassen besser abfließen konnten. 

Feuerwehr muss Fitnessstudio und Spielhalle auspumpen

In der Robert-Koch-Straße waren vor allem eine Spielhalle und ein Fitnessstudio massiv von den Schlammmassen betroffen. Die Feuerwehr musste Schlamm und Wasser aus den Gebäuden absaugen und sicherte im Anschluss mit Sandsäcken - weil der nächste Regenschauer bereits im Anmarsch war. 

Insgesamt gab es im Landkreis Lichtenfels rund 100 Einsatzstellen. Das letzte Fahrzeug der Feuerwehr Lichtenfels war nach circa elf Stunden wieder einsatzbereit. Während der Einsätze organisierte die Stadt Lichtenfels 30 Familien-Pizzen und Getränke für die Feuerwehrleute. Auch Landrat Christian Meißner wendet sich an die Einsatzkräfte: Nur durch ihr schnelles, engagiertes und effektives Handeln habe Schlimmeres verhindert werden können. Dafür sagte Meißner "ein herzliches Dankeschön". 

In einer Gemeinde im Landkreis Bayreuth wüteten die Unwetter besonders stark. Gleich drei Tage in Folge musste die Feuerwehr ausrücken - insgesamt 283 Einsätze gab es bislang.