Der sechste Aktionstag des Landkreises Lichtenfels fand am Sonntag im Raum Burgkunstadt und Altenkunstadt statt. Energie- und umweltbewusste Bürger konnten dabei acht Besichtigungsobjekte von Privatleuten und Firmen in Augenschein nehmen.

Bei der Eröffnung auf dem Betriebsgelände der Firma Vetter Haustechnik in Burgkunstadt erinnerte Landrat Christian Meißner daran, dass der Landkreis mit dem Entschluss, im Jahr 1998 sein Klimaschutzprojekt "Lichtenfelser Sonnentage" zu starten, bereits frühzeitig die Klimaschutzproblematik und somit den Bedarf an Informationen über regenerative Energien und nachhaltigen Klimaschutz erkannt habe. Ebenso dienten die Aktionstage als unverzichtbare Informationsplattform, wenn es um zukunftsorientierte Technologien geht.

Der Landrat verwies auch auf den "Eignungs-Check Solar", mit dem vom Landkreis 150 Beratungen gefördert wurden.

Energieoptimiertes Geschäftshaus

Gerald Vetter stellte seine zum Eigenverbrauch genutzte Photovoltaikanlage mit 9,9 kW Leistung vor. Auf dem Gelände waren namhafte Hersteller sowie der Buderus-Show-Truck vor Ort, die Holz- und Pelletskessel, Blockheizkraftwerke, Brennstoffzellen, Wärmepumpen, Gas-Brennwerttechnik sowie Photovoltaik- und Solarthermieanlagen präsentierten.

Die Firma Limmer & Söllner aus Altenkunstadt machte auf ihr energieoptimiertes Geschäftshaus mit Photovoltaikanlage, Gas-Blockheizkraftwerk und Adsorptionskältemaschine sowie auf die Bad- und Heizungsausstellung aufmerksam.

Die Firma Baur aus Burgkunstadt stellte mit zwölf Autos ihre gesamte Elektro- und Hybridfahrzeugflotte vor. 26 Ladepunkte, davon 14 für Privatfahrzeuge der Mitarbeiter, stehen zur Verfügung.

Der Architekt und Energieberater Matthias Huth aus Burgkunstadt ist aktuell dabei, ein altes Gebäude (Baujahr 1950) zu einem KFW-55-Haus zu sanieren und ließ die Besucher Einblicke in sein Vorhaben gewähren. Für ein KFW-55-Haus erhält man einen zinsgünstigen KFW-Kredit sowie Fördermittel.

Hackschnitzelheizungsanlage

Großes Interesse fand auch die Hackschnitzelheizungsanlage mit 40 kW Leistung der Brüder Matthias und Stefan Schäfferlein in Mainklein, mit der sie über ein Nahwärmenetz ihre beiden Neubauten und ein aus den 1950er Jahren stammendes, nach KFW-55-Standard saniertes Haus CO2-neutral mit nachwachsenden Rohstoffen beheizen.

Die von der Inhaberin Elisabeth Weiß und Roland Groh im Main bei Maineck betriebene Wasserkraftanlage Heinkelmann war ebenfalls ein Anziehungspunkt. Die aus einer Getreidemühle entstandene Anlage erzeugt aktuell mit drei Francis-Turbinen mit einer Gesamtleistung von 130 kW ganzjährig umweltfreundlichen Strom, mit dem rund 200 Dreipersonenhaushalte versorgt werden können.

Solarstromspeicheranlage

In der Biogasanlage von Jochen und Doris Leikeim bei Baiersdorf wird Biomasse aus tierischen Exkrementen (Gülle und Mist) sowie Energiepflanzen (Mais-, Getreide- und Grassilage) vergärt und das entstandene Methangas in vier Blockheizkraftwerken zur Stromerzeugung genutzt.

Beeindruckt waren die Besucher von der Solarstromspeicheranlage beim landwirtschaftlichen Betrieb von Rudi Steuer in Hainzendorf. Hier ist die Photovoltaikanlage mit 30 kWh Leistung mit einem Lithium-Batteriespeicher mit 90 kW Speicherleistung kombiniert, der sicherstellt, dass nicht nur am Tag, sondern auch in der Nacht die gespeicherte Sonnenenergie für die Versorgung des landwirtschaftlichen Anwesens genutzt werden kann. Der nicht gebrauchte Solarstrom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Zudem kann das System bei Stromausfall eine eigenständige Stromversorgung aufrechterhalten. Außerdem werden durch das gut ausgebaute Nahwärmenetz der Biogasanlage, an das der eigene Betrieb und zahlreiche Gebäude in Hainzendorf und der Nachbarortschaft Kirchlein angeschlossen sind, nahezu die gesamte Wärme verwertet und dadurch fossile Energieträger eingespart.