Man ist, was man isst. Im gesunden Dreiklang von Bewegung, Ernährung und Stärkung des Immunsystems spielt nicht nur das "Wie" ein Rolle, sondern auch das "Wo".

Je leichter sich die Vorsätze im Alltag umsetzen lassen, umso eher gelingen sie. Wer in einer Firma arbeitet mit Kantine, hat es leichter mit der Verpflegung, aber wie steht dort mit den guten Vorsätzen?

An dem Mitarbeiterrestaurant scheitert es nicht, wenn man etwa zu Baur schaut. Außerhalb von Corona-Zeiten werden über die Cateringfirma Klüh an den vier Standorten Weismain, wo die Produktionsküche ist, Burgkunstadt, Altenkunstadt und Sonneberg um die 400 Mittagessen täglich ausgegeben, dazu ein Frühstücksangebot. Teilzeitangestellte, die nicht über Mittag bleiben, können sich an Verpflegungsautomaten bedienen. 20 Mitarbeiter kümmern sich um die Verpflegung. Aktuell geht es ruhiger zu. Um die Ansteckungsgefahr durch Corona zu verringern, sind viele Kollegen im Homeoffice.

Doch Mitarbeiter ist nicht gleich Mitarbeiter. Während es etwa in Weismain mehr Büroarbeitsplätze gibt, hat man in Altenkunstadt mehr Logistiker. "Die legen in einer Schicht beim Kommissionieren bis zu sieben Kilometer zurück, da besitzt man natürlich einen anderen Bedarf an Kalorien als bei einer Bürotätigkeit", sagt Claudia Schröder, Gesundheitskoordinatorin der Baur-Gruppe. Nicht für alle sei also der Salatteller am Mittag die beste Wahl.

Wer potenziell gesund leben will, sollte kalorien- und zuckerreduziert essen sowie eine Eiweißquelle hinzunehmen, sagt Köchin Stefanie Hofmann. Rote Linsen oder Quinoa sind gut geeignet oder auch Süßkartoffeln. Alles, was viele Ballaststoffe enthalte, mache länger satt. Auch ein Salatteller mit gebratenem Lachsfilet sei eine gute Wahl.

Vor Corona ergänzte man das Angebot durch selbst gemachte Limonaden aus Mineralwasser mit frischen Früchten, ohne Aromastoffe oder andere Zusätze. "Im Augenblick müssen wir leider auf Selbstbedienung verzichten", bedauert Hofmann.

Ein Teil der Gerichte wird vorgekocht, heruntergekühlt und an die Standorte transportiert. Dazu kommen auch Speisen wie selbst gemachte Nudeln, die vor Ort direkt zubereitet werden. "Da ist dann auch ein kleiner Showeffekt für den Gast dabei." Zu großen Teilen kämen Gemüse und Fleisch zudem von regionalen Anbietern, Salat wird selber geschnitten.

"Wir schauen darauf, dass wir viel Abwechslung bieten und die unterschiedlichen Ansprüche bedienen. Es gibt einen rollierenden Sieben-Wochen-Plan in der Speisefolge", sagt Schröder.

Wenn die Corona-Pandemie vorbeigegangen ist, wird es wieder die Salatbar geben. "Wir wollen niemandem etwas vorschreiben, aber natürlich möchten wir jedem, der sich gesund ernähren will, die Möglichkeit dazu geben." Ein vegetarisches Gericht etwa findet man bei Baur täglich auf der Speisekarte.

An den Standorten, an denen es Büroarbeitsplätze gebe, sei gesundes Essen gut nachgefragt, sagt Stefanie Hofmann, dort wo viel körperlich gearbeitet werde, würde eher Schnitzel gegessen. Frauen seien eher bereit, Neues zu probieren. "Und sie essen auch schärfer gewürzt."

Feedback einholen

"Es ist immer ein Testen und Ausprobieren - und am Ende muss man das Feedback von den Mitarbeitern einholen", sagt Claudia Schröder. Eines ist aber gesetzt: "Donnerstag ist bei uns Zeit für Soul-Food. Da gibt es bei uns wie bei Volkswagen Currywurst in der Kantine. Auch so etwas muss mal sein."