Laden...
Bad Staffelstein
Interview

Tourismus in Bad Staffelstein nimmt wieder Fahrt auf

Corona hat in der Tourismusbilanz der ersten Jahreshälfte tiefe Spuren hinterlassen. Doch nun arbeitet man sich nach vorn. Das Geschäft läuft wieder an.
Artikel drucken Artikel einbetten
Zusammen vor der Sehenswürdigkeit: Der Kur- und Tourismusservice startete eine Foto-Aktion, damit Urlauber eine Erinnerung an ihre Reise bekommen. Fotos: Kur- und Tourismusservice
Zusammen vor der Sehenswürdigkeit: Der Kur- und Tourismusservice startete eine Foto-Aktion, damit Urlauber eine Erinnerung an ihre Reise bekommen. Fotos: Kur- und Tourismusservice

Die Therme hat wieder geöffnet, die Gäste am Obermain kehren langsam zurück. Inzwischen kann man eine vorläufige Bilanz ziehen, wie stark sich die akute Phase der Corona-Pandemie in der Region ausgewirkt hat. Wir sprachen dazu mit der Leiterin des Kur- und Tourismusservices, Anne Maria Schneider.

Wie stark hat sich die Corona-Krise im ersten Halbjahr auf die Gästezahlen ausgewirkt?

Anne Maria Schneider: Zwischen Januar und Juni haben wir rund die Hälfte der Übernachtungen gezählt, die wir sonst in diesem Zeitraum haben. Dabei muss man berücksichtigen, dass zwischen dem 18. März und dem 30. Mai touristische Übernachtungen untersagt waren. Da fehlen uns zweieinhalb starke Monate.

Zeichnet sich eine Trendwende ab?

Der Monat Juni verlief besser, wir liegen bei etwa 40 Prozent des Vorjahresmonats.

Hat die Wiedereröffnung der Ob ermain-Therme am 13. Juli einen positiven Einfluss gezeigt?

Auf jeden Fall zieht die Obermain-Therme zahlreiche Tages- aber auch Übernachtungsgäste an. In Zahlen können wir das noch nicht belegen, aber wir merken an der Auslastung der Gastronomie und auch durch die Belebung des Stadtgebietes, dass noch mehr Übernachtungsgäste unterwegs sind. Wir wissen von unseren Vermietern, dass viele Gäste ihren Urlaub von einem Besuch in der Therme abhängig gemacht haben.

Gibt es Veränderungen in der Nachfrage? Sind bestimme Quartiere besonders gefragt?

Was wir stark gemerkt haben, ist die große Nachfrage nach Wohnmobilstellplätzen, auch der Campingplatz beim Aqua Riese ist ausgebucht. Das wird sicher über die Sommerferien so weiterlaufen. Die Nachfrage nach Ferienwohnungen ist ebenfalls gut. Dadurch, dass viele Veranstaltungen ausgefallen sind, wie etwa die Lieder auf Banz, aber auch das Altstadtfest und alle großen Veranstaltungen von Vereinen, Kirchen und Gastronomen, sind auch einige Gäste ausgeblieben. Bei den Pensionen, Gasthöfen und Hotels gibt es unterschiedliche Aussagen der Gastgeber. Was bei den Hotels dazukommt, ist der Einbruch des beruflichen Sektors, vor allem im Tagungsbereich.

Im Mai gab es einen Drive-In-Gartenmarkt auf dem Parkplatz von Obermain-Therme und Kurpark. Wird die Corona-Zeit auch noch andere Veranstaltungsformate ähnlicher Art hervorbringen, eventuell auch als Variante bestehender Feste?

Unser Genussfest am 13. September im Kurpark kann aufgrund der Bestimmungen des bayerischen Staatsministeriums nicht stattfinden. Doch es wäre sehr schade, alles ausfallen zu lassen. Deshalb arbeiten wir an einer Alternative. Es soll eine Art "Tag der offenen Tür" geben, eine Idee unserer Mitarbeiterin Johanna Schmitt.

Der Anbieter präsentiert sich in seinem Betrieb, wir übernehmen das Marketing und unterstützen bei der Werbung. Zudem würden wir auch Wanderungen zu den Anbietern planen. Vor Ort sind, wo es möglich ist, Führungen oder weitere Angebote geplant.

Hat man im Kur- und Tourismusservice weitere, neue Aktionen geplant?

In dieser Woche startet ein innovatives Projekt. Wir bauen mobile Foto-Points vor Kloster Banz und dem Staffelberg auf. Dort wird eine professionelle Fotografin Bilder machen, die wir unseren Urlaubern kostenlos auf ihr Handy oder nachträglich per Mail senden. Jeder von uns macht im Urlaub gerne Fotos, größtenteils mit dem Smartphone, um diese an seine Familie und Freunde zu senden oder in Instagram hochzuladen. Doch oft fehlt einer aus der Familie, der das Bild macht, oder wenn man das Handy vor sich hält, sind die Gesichter groß im Bild. So sind alle auf dem Bild gut zu erkennen. Ziel dieses Projektes ist die authentische Bewerbung unseres Gottesgarten am Obermain durch unsere eigenen Gäste.

Das Gespräch führte Tobias Kindermann.