Bis dato war die Börse für die fünf jungen Damen der Privaten Wirtschaftsschule Lichtenfels ein Buch mit sieben Siegeln und völliges Neuland. Auch wenn, wie Anna Bayer berichtet, sich ihre Motivation anfangs in überschaubaren Grenzen hielt, so machten die Nachwuchsbörsianerinnen im Alter zwischen 15 und 16 Jahren den Börsenprofis an den Finanzdistrikten der Wall Street oder auf dem Frankfurter Parkett doch alle Ehre. Mit einem (fiktiven) Depotzuwachs von 4303,18 Euro sicherten sich Anna Beyer, Charlotte Deuber, Anna-Maria Hartmann, Sophia Sesselmann und Verena Hagen den ersten Platz bei der 34. Auflage des Planspiels Börse.
Zur Siegerehrung hatte die Sparkasse Coburg-Lichtenfels am Montagabend in den Veranstaltungssaal der Hauptstelle in Lichtenfels eingeladen. Bargeld- und Sachpreise warteten auf die Jungbörsianer.


Kommunikation ist wichtig

Dass sie den ersten Platz belegen würden, damit hatten die fünf jungen Damen mit dem Teamnamen "Baumwolle" nicht gerechnet. "Das Wichtigste ist, das die Kommunikation innerhalb der Gruppe funktioniert", erklärt Wolfgang Reiner, der als Lehrkraft die vier Teams seiner Schule betreute. Die Wertpapiere hat sich das Team dann auch gezielt ausgewählt. Am meisten investierten sie in Aktien der Commerzbank und von Bayer. Für das Beobachten der Börse reichte eine Schulstunde in der Woche natürlich nicht aus. "Deshalb haben wir uns mit den Thema auch außerhalb des Unterrichts beschäftigt", erzählt Anna Bayer. Allerdings war das Börsengeschehen im vierten Quartal 2016 alles andere als einfach. In diese Zeit fiel die Reaktion der Aktienmärkte auf den Brexit, die Wahlen in den USA und das Italien-Referendum.
"Besonders in Zeiten von gefühlter Unsicherheit ist es wichtig, wirtschaftliche Zusammenhänge aufzuzeigen und Handlungskompetenz zu vermitteln", erklärte Johannes Sünkel. Der Mitarbeiter im Wertpapier- und Verbundgeschäft der Sparkasse Coburg-Lichtenfels versorgte die Teilnehmer während der Planspiel-Börse-Spielzeit mit weiteren Informationen zum Börsengeschehen. Während des Spielzeitraums vom 5. Oktober bis 14. Dezember sollte ein fiktives Startkapital in Höhe von 50 000 Euro möglichst gewinnbringend am Aktienmarkt angelegt werden. Basis waren die realen Kursnotierungen an sieben verschiedenen Börsenplätzen. Was die Spielteilnehmer dabei kauften oder verkauften, lag allein in deren Entscheidungsgewalt. "Wichtig war, dass sie dranbleiben und ihr Depot beobachten", erläutert Wolfgang Reiner, der natürlich auch stolz auf seine erfolgreichen Teams ist, die sich alle unter den ersten Zehn befinden.
Neben dem Team "Baumwolle" stellte die Lichtenfelser Wirtschaftsschule mit den Teams "Bankoholiker" und "Narcos AG" die Sechs- und Siebtplatzierten. Die Gruppe "mgl10c" des Meranier-Gymnasiums belegte den neunten Platz und "Die Lotzis" den 10. Platz. Die beiden Schüler Nico Grosch und Stefan Grosch der Staatlichen Fachoberschule Coburg vermehrten ihr Spielkapital um 3936,80 Euro und belegten damit den zweiten Platz. Den dritten Platz sicherte sich das Team mit den ungewöhnlichen Namen "Bottich Pinkler" vom Gymnasium Ernestinum mit einem Gewinn von 3551,01Euro. Die weiteren Plätze gingen im Landkreis Coburg an das Team "Bullhause" der Staatlichen Fachoberschule Coburg, an die "Ghost" vom Gymnasium Ernestinum und an die "Do not glo up dinero gang" des Gymnasiums Albertinum.