In Altenkunstadt könnte es schon bald wieder heißen: "Es klappert die Mühle am rauschenden Bach". Stefan Linz aus Bad Staffelstein hat das Wahrzeichen Altenkunstadts erworben und möchte daraus ein Kleinod mit 20 barrierefreien Wohnungen machen.
Das alte Mühlrad soll nach Auskunft von Linz von der Gemeinde wieder angebracht werden. "Dadurch bleibt der alte Charakter des historischen Hauses erhalten", erklärte er gegenüber unserer Zeitung. Derzeit sieht das Gebäude mit seiner vergilbten Fassade, an der Mühlrad und Radhaus fehlen, aus wie ein Schatten seiner selbst. Deshalb wurde das Vorhaben im Altenkunstadter Bauausschuss einstimmig begrüßt. "Ich freue mich wie ein Schneekönig über die geplante Sanierung", frohlockte Bürgermeister Robert Hümmer (CSU).


Staffelsteiner Unternehmer

Linz ist Geschäftsführer des Staffelsteiner Unternehmens Edelstahldesign Linz GmbH. Das Metallbauunternehmen arbeitet seit Jahren mit der Gemeinde Altenkunstadt zusammen. Wie es der Zufall wollte, bot ihm Bürgermeister Robert Hümmer die ehemalige Mainecker Schule an, die sich im Besitz der Gemeinde befindet. Der Staffelsteiner hatte sich jedoch bereits in ein anderes Gebäude verguckt: die Neumühle. "Mein Hobby ist es, alte unter Denkmalschutz stehende Gebäude zu sanieren. Wenn das Anwesen wieder in neuem Glanz erstrahlt, ich also den Vorher-Nachher-Vergleich habe, dann ist das für mich eine kleine Genugtuung", erzählte Linz.
Der Bürgermeister stellte den Kontakt zu dem Besitzer der Neumühle, Robert Werner, her, der eine Sanierung des historischen Gebäudes finanziell nicht schultern konnte. Linz kaufte das Gebäude. Seit sechs Jahren lässt der Staffelsteiner alte Gebäude in neuem Glanz erstrahlen. "In Hallstadt habe ich ein Einzeldenkmal aus dem Jahre 1530 renoviert, in Scheßlitz einen alten Bauernhof", zählte er zwei Beispiele auf. Bei einer Informationsfahrt hatte er dem Bürgermeister und Geschäftsstellenleiter Alexander Pfaff einige der von ihm realisierten Projekte gezeigt. Die beiden waren angetan. Der Charakter der Neumühle soll bewahrt bleiben. Aus diesem Grund soll nach Auskunft von Linz von der Gemeinde ein Mühlrad angebracht werden. Die Substanz des Gebäudes bezeichnete Linz als gut. Das alte Bestandsgebäude werde optisch herausgeputzt, kernsaniert und auf den neuesten technischen Stand gebracht. In dem Wohnhaus mit seinem Anbau sowie den Stallungen und der Scheune werden insgesamt 20 Appartements mit einer Größe zwischen 80 und 100 Quadratmetern untergebracht. Die Mühle selbst hat vier Geschosse, die anderen Gebäude zwei.


Küche im Gewölbe

Im Anbau des Wohnhauses befindet sich ein Gewölbe. Dort möchte Linz einen Gemeinschaftsraum mit Küche und Toiletten für die Bewohner der barrierefreien Wohnanlage errichten. "In diesem Jahr wird mit der Sanierung der Neumühle begonnen, die in zwei Jahren abgeschlossen sein wird", kündigte Linz an.
Das einsturzgefährdete Mühlrad war bereits vor längerem abmontiert worden. Das dazugehörige Radhaus wurde vergangene Woche abgerissen. Walter Limmer (JWU) kritisierte das eigenmächtige Handeln des Bürgermeisters: "Dass der Mühle vorgelagerte Radhaus wird abmontiert, obwohl die Eigentumsverhältnisse nicht geklärt sind. Das halte ich nicht für richtig." Dem widersprach der Gescholtene: "Es befand sich im Eigentum der Gemeinde." Das Radhaus wäre fast eingefallen, rechtfertigte Hümmer die Gemeinschaftsaktion der Gemeinde mit dem neuen Eigentümer der Mühle.