Schon bei der Endrunde vor einer Woche hatten die Kleintettauer angedeutet, dass sie im Kampf um die "Hallenkrone" ein ernstes Wörtchen mitreden könnten. Waren sie da noch denkbar knapp gescheitert, so drehten sie diesmal den Spieß um und holten überraschend, aber keinesfalls unverdient erstmals die Hallenkreismeisterschaft in den Landkreis Kronach. In den vergangenen sieben Jahren hatten sich jeweils Mannschaften aus dem Altkreis Coburg/Lichtenfels durchgesetzt.

Neue Regeln umstritten

Die Kreismeisterschaft wurde im Gegensatz zu den Endrunden der beiden Teilkreise nicht im gewohnten Hallenfußball durchgeführt, sondern nach den neuen Fifa-Hallenregeln - sprich im Futsal. Die Meinungen darüber waren sehr geteilt.
Die Mehrheit von Spielern, Betreuern und wohl auch der Zuschauer wünschte sich - wenn schon nicht eine (unrealistische) Rückkehr zum Hallenfußball - so doch zumindest eine Modifizierung der Regeln in einigen entscheidenden Punkten.
Dass durch Futsal weniger Fouls gespielt werden, bewahrheitete sich am Samstag in der Kronacher Dreifachhalle nicht. Die Schiedsrichter Markus Morgner, Stefan Vogt, Steffen Reißmann und Manuel Keller (alls SR-Gruppe Coburg) hatten doch um einiges mehr zu tun als ihnen lieb war. Dennoch mussten sie weder eine Gelb-Rote noch eine Rote Karte zeigen. Den Spielern machten es vor allem die kleinen Handball-Tore schwer, die überwiegend sehr guten Torhüter zu überwinden. Daher fielen wenig Tore.
So setzte sich am Ende mit dem ASV Kleintettau auch die Mannschaft durch, die in der Defensive am besten stand und mit Manuel Fröba den besten Torhüter in ihren Reihen hatte. Zum besten Spieler wurde Andreas Böhnlein vom FC Kronach gekürt. Bester Torschütze war Altan Yürük, der zwei seiner fünf Treffer im Endspiel gegen den VfL Frohnlach erzielte. Die beiden Finalisten qualifizierten sich für die Hallenbezirksmeisterschaft am Samstag, 18. Januar, in Memmelsdorf.

Gruppe 1

Der FC Burgkunstadt begann stark und löste nach zwei klaren Siegen schon früh das Halbfinalticket. Danach ließ der hoch eingeschätzte Landesligist aber deutlich nach und erzielte keinen einzigen Treffer mehr. Mit einem 1:0-Sieg über den FC qualifizierte sich der ASV Kleintettau (41 Sekunden vor dem Abpfiff) ohne Niederlage fürs Halbfinale. Schon ein Remis wäre zu wenig gewesen, denn dann wäre der FC Kronach durch den abschließenden Sieg über Marktzeuln vorbeigezogen.

Gruppe 2

Auch ohne vier wichtige Spieler hatte der SV Friesen relativ wenig Mühe, mit drei Siegen ins Halbfinale einzuziehen. Zumindest das 2:1 gegen hoch eingeschätzten TSV Sonnefeld war hart umkämpft. Auch der VfL Frohnlach stand nach zwei Siegen zum Auftakt frühzeitig unter den letzten vier. Hinter dem TSV Sonnefeld blieb der VfR Johannisthal die einzige Mannschaft ohne Punktgewinn, auch wenn sie in allen drei Spielen nicht enttäuschte.

Halbfinale


VfL Frohnlach - FC Burgkunstadt 2:0

Der VfL war die bessere Mannschaft und ging durch Knie in Führung (4.). Nach dem zweiten Treffer durch Lukas Werner (7.) war die Entscheidung gefallen, da sich die Burgkunstadter in der Offensive nicht durchsetzen konnten.


ASV Kleintettau - SV Friesen 1:0

Beide Teams ließen nur wenige klare Chancen zu, und wenn, dann waren die Torhüter auf dem Posten. Pech hatte der SV Friesen bei einem Pfostenschuss. Dass eine Doppelchance nicht zur Führung genutzt wurde, rächte sich in der Schlussminute. Nach einem Auswurf schoss Yakub Karapinar den Ball zwölf Sekunden vor Schluss an den Innenpfosten, von wo er ins Tor sprang.

Spiel um Platz 3


SV Friesen - FC Burgkunstadt 1:0

Im bedeutungslosen "kleinen Finale" fiel das Tor erst in der letzten Minute, als René Schubart im Nachsetzen traf. Kurz vorher hatte Burgkunstadt mit einem Pfostenschuss Pech.

Endspiel


ASV Kleintettau - VfL Frohnlach 2:0

Das Finale begann furios, denn in der Anfangsphase trafen die Kleintettauer zunächst das Lattenkreuz und wenig später ein Frohnlacher den Pfosten. Im weiteren Verlauf hatten die Kleintettauer ein Chancenplus, doch ein Treffer wollte einfach nicht fallen.
Mit einem Schuss an den Außenpfosten (18.) leitete Altan Yürük die entscheidende Phase ein. Kurz darauf erzielte er die verdiente Führung (19.). Ein Konter brachte zwei Sekunden vor Schluss das 2:0.
Die Siegerehrung führten Kreisspielleiter Helmut Dinkel, Spielgruppenleiter Egon Grünbeck und stellvertretender Landrat Gerhard Wunder durch. Für alle Mannschaften gab es Antrittsprämien und Sachpreise der Gampert-Bräu. An die ersten vier überreichte Marita Oppelt die Siegprämien, die Lotto-Bayern zur Verfügung gestellt hatte.