In Deutschland steckt die Solarbranche in einer Krise, doch die Sonne scheint ja nicht nur hier. Als Firmenchef Udo Möhrstedt den Stellenabbau von rund 80 Arbeitsplätzen bei IBC Solar ankündigte, weil der deutsche Markt stark geschrumpft ist, sprach er auch von einer Neuaufstellung der Firma. Man will im Ausland wachsen - und anders als in Deutschland auf deutlich größere Solaranlagen setzten.

Im eigenen Land lag ein Schwerpunkt auf Anlagen auf Dächern von Privathäusern. Doch wo sind diese Märkte der Zukunft? Udo Möhrstedt war jetzt Mitglied einer Reisegruppe, die Bundespräsident Joachim Gauck auf seinen Besuchen in Indien und Myanmar (Burma) begleitete. Denn in beiden Ländern ist der Ausbau des Stromnetzes mit regenerativer Energie ein wichtiges Thema. IBC Solar hat in Indien schon Fuß gefasst: Das neueste Projekt entsteht in Bhadla, Bundesstaat Rajasthan, nahe der Grenze zu Pakistan.
IBC Solar baut dort als Generalunternehmer für einen indischen Investor eine 5,5-MW-Anlage. Sie wurde von dem Staffelsteiner Unternehmen geplant. Fertigstellung ist für Mai geplant, schlüsselfertig nach deutschen Qualitätsstandards, mit Endabnahme durch den TÜV Rheinland.

Als wichtiger empfand Möhrstedt den zweiten Teil der Reise, der nach Myanmar (Burma) führte. "Dort setzt man auf sanften Tourismus. So etwas wie Wasserkraft gibt es schon dort", betont er.
Möhrstedt ist optimistisch, dass man auch dort Solar-Anlagen absetzen könnte. Die Regierung habe Berater mit starker Affinität zu Deutschland, und dort müsse man nur ins benachbarte China schauen, um zu sehen, welche Probleme Kohlekraftwerke bereiten können. "Wir haben ein ziemliches Know-How, und zum Beispiel schon neun Inseln in Malaysia mit Solaranlagen elektrifiziert." Mit solchen Projekten will IBC Solar in Südostasien neue Kunden überzeugen.