"Dafür habe ich die Verantwortung übernommen", sagte der ehemalige Stadtkommandant gestern unserer Zeitung und bestätigt damit auch die Informationen, die unserer Zeitung vorliegen. Durch einen falsch ausgefüllten Stundenzettel bei einem Einsatz soll ein Schaden von um die 650 Euro entstanden sein. Ein Mitarbeiter, der dort genannt wurde, sei gar nicht im Einsatz gewesen. Der Stundenzettel stammt aus einer Firma, die der Stadtkommandant mit anderen Teilhabern führte. Die Stadt übergab den Fall via Polizei der Staatsanwaltschaft in Hof, die für solche finanziellen Vergehen zuständig ist. Seit 1997 stand der Mann an der Spitze der Lichtenfelser Feuerwehr.

Auch der Stadtrat wurde im nichtöffentlichen Teil seiner jüngsten Sitzung allgemein darüber informiert, dass eine finanzielle Unregelmäßigkeit mit geringem Schaden der Grund für den Rücktritt gewesen sei. "Wäre es anders gewesen, hätte man ja auch nicht diese Regelung nach außen treffen können", heißt es aus Stadtratskreisen.

Warum der inzwischen möglicher weise verjährte Fall erst jetzt ans Tageslicht kam ist unklar, der ehemalige Kommandant hat keine Erklärung dafür. "Aber es war falsch, ich habe mich dafür gegenüber allen entschuldigt." Leitender Oberstaatsanwaltschaft Gerhard Schmitt (Hof) bestätigte gestern, dass man eine Anzeige von Seiten der Stadt erhalten habe, nannte aber keine Details. Der ehemalige Kommandant sagte, es handele sich um jenen Fall.

Unklar ist, ob weitere Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen. Der Stadtkommandant reparierte über seine Firma auch Funkmelder der Feuerwehr. Gerüchte entstanden, es seien überhöhte Rechnungen gestellt worden. Doch bisher ist die Lage unübersichtlich. Fest stehen bisher nur zwei Dinge: Die Stadt hat die Geschäftsbeziehungen zu der Elektronikfirma des ehemaligen Feuerwehrkommandanten aufgekündigt. Stadtkämmerer Johann Pantel hat das in einem Schreiben an die Kommandanten der Wehren im Stadtgebiet bekannt gegeben, weil "eine vertrauensvolle Zusammenarbeit...nicht mehr möglich ist." Ob das nun eine Folge der Vorwürfe über die falsche Stundenabrechnung aus dem Jahr 2005 ist oder andere Gründe hat, auch das ist unklar. Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk (BR) soll der Lichtenfelser Bürgermeister Andreas Hügerich aber bestätigt haben, dass man Rechnungen über die Reparaturen von Funkmeldern momentan durchgehe.

"In meiner neuen Firma, in der ich alleiniger Inhaber war, habe ich alles immer korrekt abgerechnet", sagt der ehemalige Kommandant und verweist auf die Prüfungen durch Stadt und Gerätewarte. Wie hoch die Summe ist, die im vergangenen Jahr für solche Reparaturen überhaupt anfiel: ebenfalls unklar.

Gegenüber Kommandanten soll von Seiten der Stadt aus eine Summe von 15 000 Euro für Reparaturen genannt worden sein, allerdings war nicht zu erkennen, ob darin auch Wartung und Instandhaltung anderer technischer Gerätschaften enthalten sind. Bürgermeister Andreas Hügerich soll bereits darauf verweisen haben, das des der Fall sei. Der BR schreibt, dass es sich um eine Summe von rund 10 000 Euro gehandelt haben soll, nennt aber keine Quelle für diese Zahl.

Nach Schätzungen sind zwischen 250 bis 300 Funkmelder im Einsatz, die als robust und wartungsarm gelten. Ob so etwas schon hätte früher auffallen können: Auch das ist unklar.