Auf der Bürgerversammlung blickte Bürgermeister Christian Mrosek auf ein ereignisreiches sowie auch die Fortschritte und Finanzen betreffend sehr gutes Jahr für die Gemeinde Redwitz zurück. Die Prokopfverschuldung von 461 Euro zu Beginn des vergangenen Jahres sank auf 415 Euro. Die Schulden wurden insgesamt auf 1,39 Millionen Euro reduziert. Weiter erhielten langjährige Blutspender eine Auszeichnung.

Für die Gemeinde stellte der Bürgermeister fest, dass derzeit keine laufenden Asylverfahren anhängig seien. Alle in Redwitz lebenden Ausländer seien anerkannte Flüchtlinge und wohnen in privaten Unterkünften.

Der Bürgermeister stellte fest, dass sehr viele Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich in den fast 50 Vereinen und Institutionen verantwortlich seien. Damit werde ein sehr wichtiger Beitrag für die Gemeinschaft geleistet. Einen besonderen Dank stattete er den Mitgliedern der Feuerwehr ab.
In den insgesamt fünf Ortswehren stehen 129 aktive Dienstleistende zur Verfügung. Sie leisteten bei insgesamt 132 Einsätzen 2500 Einsatzstunden.

Etliche Sitzungen des Finanzausschusses als auch im Gemeinderat waren nötig, um die Haushalte aufzustellen als auch Investitionen auf den Weg zu bringen. "Diese Investitionen stärken den Standort Redwitz mit den Ortsteilen und machen ihn zu einem attraktiven Wohn- und Arbeitsort", war sich der Bürgermeister sicher. Folgend gab er einen Überblick über die Haushalte mit den Einnahmen und Ausgaben. "Der Haushalt der Gemeinde im vergangenen Jahr ist dank fließender Gewerbesteuereinnahmen sehr positiv verlaufen", schickte Mrosek voraus.


3,85 Millionen Rücklage

Als erfreulich befand Mrosek, dass aufgrund der Einnahmen und der Minderausgaben als auch der Nichtdurchführung einiger Maßnahmen bis zum Jahresende eine Rücklage von rund 3,85 Millionen Euro gebildet werden konnte. "Die werden wir in nächster Zeit auch benötigen", war er sich sicher. Die Summe der Rücklage bedeute allerdings nicht, dass diese für Investitionen im kommenden Jahr zur Verfügung stehen. Es konnten einige Baumaßnahmen, die im Jahr 2017 geplant waren, nicht komplett durchgeführt werden. Diese werden für den Haushalt 2018 übernommen. Dazu zählen unter anderem die Sanierung der Einleitungsstellen für Oberflächenwasser am Zehntgraben, die Untersuchung der Hausmülldeponie, der Breitbandausbau (fast abgeschlossen), der Einbau neuer Pumpen mit Frequenzsteuerung im Schwimmbad, die Geländeerneuerung an der Rodachbrücke, Anschaffung eines Rasentraktors für den Bauhof sowie diverse kleinere Straßensanierungen der Ortsstraßen.

Neues Ungemach droht nach der Fertigstellung der neuen 380-KV-Leitung von Thüringen zum Umspannwerk Redwitz. Die Stromautobahn soll erneut aufgestockt werden. Die Aufstockung der Ostbayernringleitung von 220 KV auf 380 KV auf der bestehenden Leitungsstrecke Umspannwerk Redwitz über Obristfeld in Richtung Ebneth nach Schwandorf sei zur Zeit in der Vorbereitung zur Planfeststellung. Hier soll parallel zur Leitung, mit höheren Masten und einem Abstand von circa 90 Metern zur alten Leitung, eine neue Trasse errichtet werden. Das Verfahren laufe und die neue Leitung werde vom Ortsteil Obristfeld in Richtung Redwitz abrücken. Die alten Masten werden nach Fertigstellung abgebaut. Der Gemeinderat habe gesundheitliche Bedenken. Außerdem fehle ein Gesamtkonzept über die Weiterführung der Stromversorgung zu und vom Umspannwerk.

Hauptaugenmerk 2016/2017 galt, wie all die Jahre zuvor, der Städtebauförderung im Projekt Soziale Stadt mit dem Integrierten Handlungskonzept und der Rahmenplanung für den Innerortsbereich. Die Rahmenplanung stelle das grundlegende Konzept für die Entwicklung der Ortsmitte für die nächsten 15 bis 20 Jahre dar. Da eine größere Begegnungsstätte am Marktplatz fehle, soll das geplante Bürgerhaus Räume für die Nutzung durch Vereine, kombiniert als größeren Saal für ca. 100 Personen, Jugendräume, eine Küche mit Ausschank und Toilettenanlage, auch für Veranstaltungen auf dem Hölleinplatz, enthalten.

Der Förderantrag an die Regierung von Oberfranken sei genehmigt und eine Förderung von 90 Prozent in einem Investitionspaket -Soziale Integration im Quartier-, wurde zugesagt. Somit werde die Gemeinde von der geschätzten Bausumme in Höhe von rund 2,2 Millionen Euro ca. 1,8 Millionen Euro erhalten. Die Fertigstellung des Gebäudes soll im Winter 2018 sein, danach komme das Umfeld und der Höllein-Platz.


"Glücksfall" Netto

Als Glücksfall bezeichnete Mrosek die Entstehung eines neuen modernen Netto-Marktes. Für die Rad- und Fußwegeverbindung von Unterlangenstadt nach Trainau seien die Grundstücksverhandlungen und der Kauf bzw. Tausch dazu abgeschlossen. Bürgermeister Mrosek hob hervor, dass man nicht vergessen sollte, dass Redwitz und seine Ortsteile Vieles zu bieten habe. "Wir sind eine Gemeinde, in der es sich wirklich gut leben lässt", stellte er heraus.

Der Ehrung der Blutspender schickte der Bürgermeister die Würdigung der Menschen voraus, die dazu beigetragen hätten, dass andere Menschen ein zweites Leben bekommen. BRK-Kreisgeschäftsführer Thomas Petrak hob hervor, dass die Gemeinde Redwitz über ein hohes Niveau an Blutspenden verfüge. 14 Erstspender wurden im vergangenen Jahr registriert. Der Landkreis Lichtenfels sei mit den Blutspenden mit der aktivste im Freistaat. Zusammen mit Bürgermeister Mrosek sowie Traude Sachs vom Blutspendendienst und Jürgen Feiner von der BRK- Bereitschaft Redwitz zeichnete er für jeweils 50 Blutspenden aus Manuela Erben, Renate Harthan, Bernhard Fischer, Daniel Geiger und Klaus Gierlich.

Bei der folgenden Aussprache bemängelte eine Besucherin, dass es mit dem Bürgerverein in der Gemeinde einen jungen Verein gebe, der viel auf die Beine gestellt habe, aber kein Dankeswort bei dieser Bürgerversammlung erhalten habe. "Wir wissen, was wir an dem Verein haben", gestand Mrosek.


Unbeleuchteter Gehweg

Ein weiterer Besucher stellte fest, dass es in der John-Weberpals-Straße viele Inseln gebe, die mit wilden Rosen bepflanzt seien. Da diese im Sommer von Unkraut verdeckt werden regte er an, anstatt dessen die Inseln mit Bodendeckern zu bepflanzen. Ein anderer Besucher wies darauf hin, dass der Gehweg an der Kronacher Straße bei Dunkelheit unbeleuchtet sei und durch Wurzeln schief und krumm sei. Der Bürgermeister wollte dies auf einer nächsten Bauauschussssitzung behandeln. Ebenso beanstandet wurde der Verbindungsweg zwischen Loshülze und Zettlitzer Weg, dessen Oberfläche nur geschottert sei. Dadurch werde unter anderem das Begehen für Menschen mit Rollator sehr erschwert.

Doch auch Lob gab es aus der Versammlung. Dieses galt dem neuen Fahrradweg am Bauhof vorbei unter der Rodachbrücke hindurch. Weitere Beanstandungen galten dem Parkverhalten auf Gehwegen in der Gemeinde sowie von Lkws in den Parkbuchten in der Christian-König-Straße. Nachgefragt wurde nach der ehemaligen Hausmülldeponie. Hier informierte der Bürgermeister, dass bis zu einem Abstand von drei Metern ausgebaggert werden dürfe und dabei der Platz abgedichtet werde. Bohrungen zur Grundwasseruntersuchung werden noch vorgenommen.


Klage über Lärm und Staub

Nicht einverstanden zeigten sich Anwohner, dass eine an ihr Grundstück angrenzende Firma an sieben Tage die Woche arbeiten dürfe. Auch seien die verordneten Auflagen hinsichtlich Lärm- und Staubbelästigung noch nicht erfüllt. Hier liege die Begründung in der Vergangenheit, wusste Bau Dipl. Ing. Joachim Stefan von der Gemeinde, zuständig dafür sei alerdings das Landratsamt. Weitere Gespräche mit dem Firmeneigentümer sollen für Abhilfe sorgen.