Rekorde beim Pegelstand des Mains interessieren Manfred Utz nicht. Seine Marke sind die drei Meter. Ab dann wird es kritisch. Dann schwappt der Fluß über die Ufer. Steigt der Pegel noch einige Zentimeter mehr, ist es wieder soweit: Die Zufahrtsstraßen zum kleinen Ort laufen voll und Wiesen wird wieder für ein paar Tage unbequem, bis gar nicht erreichbar sein. Der 72-jährige steht an der Pegelmesslatte gleich am Damm in Wiesen. Aus seiner Jacke zückt er einen Zettel. Darauf eine Excel-Tabelle mit seinen Beoachtungen über die Meßwerte. "Seit rund 20 Jahren komme ich immer zur Hochwasserzeit hierher und schreibe mir die Stände auf."

Was dabei herauskam, ist ein akribisch geführtes Datenarchiv über die Pegelveränderungen des Mains an dieser Stelle. Auffällig hierbei: Seit Beginn der Baumaßnahmen an der ICE-Trasse hat sich etwas verändert. Der Main kommt schon früher aus seinem Bett.