Ökomodellregion Obermain-Jura: Was bringt uns die neue, mit staatlicher Förderung eingerichtete Institution? Wer trägt die Kosten und was haben Verbraucher davon? Diesen Fragen ist die Redaktion nachgegangen. Hier ein Überblick in Zahlen:

7 Projekte wurden im Zuge der Arbeit der Öko-Modellregion bislang angepackt. Sie widmen sich u.a. einem mobilen Dorfladen, dem Anbau von Sonderkulturen wie Linsen, der Vermarktung von Bio-Fleisch heimischer Erzeuger, der Gründung einer Erzeugergemeinschaft für Gemüse sowie einer Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft nach dem Vorbild der solidarischen Landwirtschaft und der Bio-Zertifizierung von Streuobstwiesen samt Vermarktung der Früchte. Unter dem Label "MainJuraBio" soll, wenn möglich, zusätzlich eine Vermarktungsgemeinschaft entstehen, die alle Produktgruppen abdeckt und den Landwirten hilft, ihre Produkte an den Mann zu bringen.

82 178 Einwohner leben in den 16 Gemeinden, die zur Öko-Modellregion Obermain-Jura gehören. Es sind alle Orte des Landkreises Lichtenfels sowie die fünf Gemeinden Königsfeld, Scheßlitz, Stadelhofen, Wattendorf und Zapfendorf aus dem Landkreis Bamberg.

30 % Ökolandbau strebt das Landwirtschaftsministerium in Bayern bis zum Jahr 2030 an. In der hiesigen Region ist man von diesem Ziel noch weit entfernt: Nur 6 % der landwirtschaftlich genutzten Flächen werden von Biobauern bewirtschaftet. Ein Landesprogramm setzt daher Anreize, um den Absatz heimischer Öko-Erzeugnisse zu verstärken. Im Landkreis Lichtenfels gibt es übrigens 845 landwirtschaftliche Betriebe, 80 Prozent davon sind Nebenerwerbsbetriebe.

5000 Quadratmeter groß (in etwa) und in zentraler Lage im Landkreis Lichtenfels sollte das Grundstück sein, auf dem der geplante Gemüseanbau stattfinden kann. Mehrere mögliche Flächen stehen bereits zur Auswahl. Dann wird es darum gehen, Gärtner und Abnehmer zusammenzubringen.

10 000 Euro im Jahr kostet die Öko-Modellregion den Landkreis Lichtenfels in etwa. Den überwiegenden Teil der Kosten, nämlich 75 Prozent, trägt das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Konkret handelt es sich um die beim Landkreis als Träger zum 1. 12. 2019 neu geschaffene und auf zwei Jahre befristete Stelle für das Projektmanagement. Eine Verlängerung ist möglich. Nach Abzug der Landesförderung verbleibt für die zwei Jahre ein Eigenanteil von insgesamt zirka 25 000 Euro. Diese Summe wird - aufgeteilt nach Einwohnerzahlen - vom Landkreis Lichtenfels sowie den Städte und Gemeinden Königsfeld, Scheßlitz, Stadelhofen, Wattendorf und Zapfendorf aus dem Bamberger Landkreis getragen. 40 Haushalte - oder sogar noch ein paar mehr - haben auf den ersten Aufruf hin Interesse daran gezeigt, sich als regelmäßige Abnehmer von Gemüse registrieren zu lassen, wenn eine Erzeugergemeinschaft nach dem Modell der solidarischen Landwirtschaft in der Region etabliert wird. 350 Kilogramm Bio-Rindfleisch aus dem Landkreis Lichtenfels sind seit dem gestrigen Montag in den Frischetheken der Edeka-Werner-Märkte erhältlich. Dies ist das Resultat einer ersten Vermarktungs-Partnerschaft. 25 Stunden pro Woche ist Bianca Faber als Projektmanagerin für die Ökomodellregion tätig. Mindestens ein Drittel davon entfällt auf Recherche-Arbeiten, um Partner zusammenzuführen und so Wertschöpfungsketten aufzubauen. Die Agrarwissenschaftlerin war zuvor zwei Jahre beim Amt für Landwirtschaft in Bad Staffelstein beschäftigt, kannte sich also in der Gegend gut aus und konnte daher mit der Arbeit gleich loslegen. Mit ihrer Familie ist sie im Raum Coburg zuhause.

1 Gärtner beziehungsweise eine Gärtnerin soll für den Gemüseanbau der solidarischen Landwirtschaft angestellt werden. Es haben sich bereits einige Bewerber hierfür gemeldet. 10 Seiten umfasste die Anfang 2019 abgeschickte Bewerbung der Region Obermain-Jura, um als Öko-Modellregion staatlich anerkannt zu werden. Ausformuliert wurde sie maßgeblich von Kreisfachberater Michael Stromer, der auch Leiter der Umweltstation des Landkreises Lichtenfels ist. Mitgearbeitet an dem Konzept hat ein Team aus Vertretern der Landwirtschaft, von Verbänden und Einrichtungen. Kontakt zur Öko-Modellregion per E-Mail an: Bianca.Faber@landkreis-lichtenfels.de Quellen: Bianca Faber und Michael Stromer / Landratsamt Lichtenfels; Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung