Die Bahnhofstraße ist eines der größten Bauvorhaben Bad Staffelsteins. Monatelang rollen bereits die Bagger. Der Bereich zwischen Marktplatz und Ringstraße ist schon fertig und lädt verkehrsberuhigt zum Flanieren zwischen historischen Bauten und Gastronomie ein.

Stadtauswärts bis zur Goethestraße wird noch gebaut. Die Durchfahrtssperre ist aber - mit kleineren Ausnahmen - seit dem 18. Dezember aufgehoben und eine neue Verkehrsführung damit in Kraft getreten. Von manchen kritisiert, von anderen als Verbesserung angesehen, knickt die Vorfahrtsstraße jetzt in die Goethestraße ab. Der weitere Verlauf der Bahnhofstraße in Richtung Marktplatz, die eigentliche Hauptachse, ist nun bezüglich des motorisierten Verkehrs nur noch Nebenstraße.


Neuer Fahrbahnbelag hilft

"Es ist wunderschön geworden", kommentiert Walter Mackert, der in Bad Staffelstein
CSU-Stadtrat sowie Vorsitzender der Gebietsverkehrswacht ist. "Die abknickende Vorfahrt ist auch durch den neuen Fahrbahnbelag sofort zu erkennen."

In der Facebook-Gruppe "Mei Staffelstaa" gab es aber auch Kritik. Der User Sandro Wagner schrieb: "...Als Fußgänger muss man halt schauen, wie man verkehrssicher in die Innenstadt kommt. Davor war es eine Seitenstraße und die Autos mussten warten und zum Überqueren gab es sogar ne Ampel". Die Userin Na Dine machte den Vorschlag, sich im Rathaus zu beschweren. Dort allerdings bewertet man die Neuregelung positiv.

Günther Kestel, stellvertretender Baumamtsleiter und in der Stadtverwaltung für Verkehrsrecht zuständig: "Für eine richtige Bilanz ist es noch zu früh, aber die ersten Eindrücke zeigen, dass es von den Autofahrern gut angenommen wird. Ich sehe keine Probleme." Zwar sei der Gehsteig vor der Einmündung zur St.-Anna-Straße momentan noch ein paar Wochen gesperrt. Gegen Ende April sollen die Baumaßnahmen aber abgeschlossen sein.

Ähnlich sieht das Walter Mackert, der in der Badstadt auch das Amt des Senioren- und Behindertenbeauftragten inne hat. Seiner Meinung nach stelle die neue Situation sogar eine Verbesserung dar. "In Richtung Innenstadt wird es eine Tempobeschränkung geben, vermutlich genauso wie im weiteren Verlauf bereits gängig auf zehn Kilometer pro Stunde. Das ist gerade für beeinträchtigte Menschen ein großer Vorteil."


Gefahrenstelle entschärft

Der Tag, an dem die Bausstelle beendet ist, die neuen Fahrbahnmarkierungen und Beschilderungen angebracht sind und der Gehweg entlang der St.-Anna-Straße, der unter anderem zum katholischen Kindergarten führt, genutzt werden kann, wird für Walter Mackert ein verkehrstechnisch historischer. "Eine jahrzehntelange Gefahrenstelle der Stadt wird entschärft. Durch mehr Übersichtlichkeit und mehr Platz."

Vor allem der neue Gehsteig sei notwendig gewesen. "Wenn Eltern mit Kindern die schmale Annastraße entlang mussten, war das gefährlich."

Die unter anderem in der Stadtratssitung im Januar geäußerten Bedenken, das neue Stoppschild am Ende des verkehrsberuhigten Bereichs könne zu einem Rückstau an Fahrzeugen führen, die in die St.-Anna-Straße abbiegen möchten, teilt er nicht.

"Sollte das mal passieren, muss man sich halt verständigen." Oft vorkommen werde der Fall aber wohl nicht. "Da müssten schon zwei bis drei Autos stadtauswärts stehen und gleichzeitig jemand von der Goethe- in die St.-Anna-Straße wollen", sagt Walter Mackert, der glaubt, dass sich der Umgang mit der neuen Regelung mit der Zeit einspielen werde. "Das ist alles nur eine Frage der Gewohnheit."