Die Stadtmöblierung nimmt konkrete Formen an. Dem Ausschuss für Stadtentwicklung wurden Prototypen von Sitzbänken, Hockern und Abfallkörben vorgestellt, die vom Innovationsteam nach einer Bürgerbefragung und einer Präsentation am 31. Mai auf dem Marktplatz modifiziert wurden.
"Die Deutsche Korbstadt soll mit innovativen, ästhetischen und funktionalen Möbeln das Image der Stadt bereichern", sagte Bürgermeister Andreas Hügerich. Der Geschäftsführer des Vereins "Zentrum Europäischer Flechtkultur", Manfred Rauh, hatte 49 Fragebögen ausgewertet und stellte die Ergebnisse vor. Dabei seien die Bänke mit großer Mehrheit als gut und sehr gut bewertet worden. Bei den Hockern sei die Zustimmung zurückhaltend. Sie seien nicht als Hocker erkennbar, sondern eher als Schirmständer oder Mülleimer.
Bei den Fragebögen wurden Büchertauschschränke wie in Coburg angeregt, Stehtische und weitere Einrichtungen mit Flechtwerk gewünscht, erläuterte Rauh. Die Bänke seien in Ordnung allerdings würde Rundbänke das Stadtbild jugendlicher und innovativer wirken lassen. Einige Bürger wünschten sich Grünoasen zu den Sitzgelegenheiten. Unterschiedliche Sitzhöhen bei aneinander stehenden Bänken wurden vorgeschlagen. Jetzt könne man bei der Städtebauförderung in Bayreuth anklopfen und eine mögliche Bezuschussung ausloten, sagte Bürgermeister Hügerich.
Manfred Rauh stellte ein internationales Kooperationsprojekt der Flechterschulen vor. "Die Ausbildung des Nachwuchses der Flechtwerkgestalter und Korbmacher in Europa steht nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich und Polen auf unsicheren Füßen", stellte er fest. Nach ersten Kontakten sei man übereingekommen, den Korbmarkt zu nutzen um gemeinsame zu handeln. Am Donnerstag, 15. September, wolle man im Landratsamt Ziele und Projekte formulieren. Dabei wird eine deutsch-französische Kooperation bekannt gemacht. Mathias Söllner (Grüne) warf ein, dass Absolventen der Fachschule für Flechtwerkgestaltung sich erst in den Betrieben der Arbeitswelt anpassen könnten. Er habe darauf hingewirkt, dass den Schülern konkret ihre Berufschancen und ihre Einkommensmöglichkeiten erläutert würden. Schließlich müsse man vom Flechthandwerk leben und auch eine Familie ernähren können", sagte er sinngemäß.
Ein dickes Lob von Stadtbaumeister Jürgen Graßinger und Bürgermeister Andreas Hügerich erhielten 142 Schüler des Meranier-Gymnasiums, die am Donnerstag bei Wind und Wetter bei einer Verkehrszählung mitgeholfen hatten. Es ginge um die Fortschreibung des Verkehrskonzeptes und zur Bewertung der künftigen Stadtentwicklung, machte Hügerich deutlich. Bis zum Dezember werde eine Analyse für den Fußgänger, Radfahrer- und Kfz-Verkehr erstellt, erläuterte Graßinger. Ebenso werde die Parkraumsituation beleuchtet und eine Bewertung des öffentlichen Personennahverkehrs erstellt. Dazu werde auch eine Haushaltsbefragung stattfinden. Bis Juni 2017 erfolge dann die Vorbereitung des Konzepts und bis Oktober die Maßnahmenentwicklung.
Bürgermeister Andreas Hügerich gab bekannt, dass es Anfang 2017 eine Bürgerversammlung und einen Workshop geben wird, bei denen die Einwohner ihre eigenen Ideen einbringen könnten.