Viele von uns kennen das: Plötzlich flammt am Armaturenbrett ein rotes Lämpchen auf. Eine Panne kommt fast immer ungelegen. Ob fehlendes Motoröl, ein platter Reifen, kochendes Kühlwasser, der Geruch von geschmortem Gummi oder eigenartige Geräusche aus dem Motorraum zum Halten zwingen - die Zwangspause ist mit Zeitverlust verbunden. Und wer auf dem Weg zum Arbeitsplatz oder zu einem Termin ist, kommt in Verzug. Wenn die Panne dann noch auf einer stark befahrenen Autobahn eintritt oder Rauch unter der Motorhaube hervorquillt, bedeutet das für den Autofahrer Stress.

In solchen Momenten, sagt Wolfgang Eichhorn, sollten Autofahrer die Ruhe bewahren. "Nur wer die Ruhe behält, hat den Überblick." Dann sollten die Insassen gelbe Warnwesten anziehen und das Fahrzeug zügig verlassen, um sich an einen sicheren Ort hinter der Leitplanke begeben. Aber vorher - ganz wichtig! - muss der Unfallort abgesichert werden.

Gelber Engel als Ruhepol

Erst nachdem dies geschehen ist, sollte der Pannendienst gerufen werden, fährt der 32-Jährige fort, der als ADAC-Pannenhelfer für die Landkreise Lichtenfels und Coburg zuständig ist. Der gelernte Kfz-Mechatroniker und Kfz-Technikermeister weiß, dass eine Panne für die meisten Autofahrer eine Ausnahmesituation ist: "Viele sind aufgeregt oder zeitlich unter Druck, da ist es wichtig, einen Ruhepol zu bilden." Seine Kollegen und er kennen sich zwar mit den gängigsten Fahrzeugtypen aus, doch oft ist die Fehlersuche kompliziert, weil die Autos heutzutage sehr viele Steuergeräte haben. Zweimal jährlich gehen die Pannenhelfer deshalb zu Fortbildungen, lassen sich in Fahrzeugkunde auf den neuesten Stand bringen und erfahren Wissenswertes über neue Technologien.

Häufig ist die Batterie die Ursache

Für die ambulante Hilfe am Straßenrand hat Wolfgang Eichhorn ein Werkzeug-Grundsortiment an Bord seines gelben Dienstfahrzeugs. Und auch acht der meistverbreiteten Batterietypen führt er stets mit, denn zu den klassischen Pannenschäden gehört nunmal eine altersschwache oder entladene Batterie. Außerdem zählen häufig elektronische Probleme dazu, dass Autos liegenbleiben, weil die Autos inzwischen vollgestopft sind mit elektronischen Helferlein.

Schwierig seien oftmals die scheinbar kleinen Pannen - etwa wenn ein Fahrzeug sich nicht mehr öffnen lässt und die Insassen eingesperrt sind. Auch skurrile Dinge erlebte Wolfgang Eichhorn schon - etwa ein Ehepaar, das auf seinem Opel 19 Jahre alte Reifen hatte.

Geht nicht gibt's nicht scheint ein Grundsatz der Gelben Engel zu sein, denn sie kümmern sich grundsätzlich um jeden, der technische Hilfe braucht. Auch wenn das manchmal etwas länger dauert, wie zum Beispiel bei einer "Corvette" aus den 1960er-Jahren. Bei so einem Auto müssen sich auch erfahrene Mechaniker langsam herantasten, um die Ursache zu finden. Zum einem, weil solche ungewöhnlichen Fahrzeuge technische Raffinessen haben, zum andern weil bei dieser "Corvette" im Lauf der Jahre viele Kabelstränge zusätzlich verbaut wurden, die vom Hersteller gar nicht vorgesehen waren.

Doch egal ob Trabi oder Rolls Royce: Wenn die ADAC-Pannenhelfer wirklich nicht weiterkommen bei einem Porsche, Moskwitsch oder Willys Jeep, dann können sie ihre Technik-Hotline anrufen. Der Kollege am anderen Ende kann daraufhin auf die Werkstatt-Historie jedes Fahrzeugmodells zugreifen und dem Gelben Engel mit himmlischen Eingebungen beistehen.

Notwendiges im Kofferraum

Oft fehlen bei Pannen aber auch nur kleine Dinge. Deshalb rät Wolfgang Eichhorn, stets einen Liter Öl, Birnchen für Scheinwerfer und Blinker, eine kleine Flasche Trinkwasser sowie eine Jacke an Bord zu haben.