Eigentlich wollte sich Professor Auwi Stübbe zum Austritt der Gemeinde Michelau aus dem Verein "Innovationszentrum Lichtenfels" eher nicht äußern. Jetzt allerdings, nach mehreren Veröffentlichungen zu diesem Thema, sei er von Bürgern angesprochen worden, bei denen offenbar ein völlig falscher Eindruck entstanden war, was die Gemeinde denn bislang als Mitglied gezahlt habe. Deshalb sieht er sich zu einer Richtigstellung veranlasst. "Die Gemeinde Michelau zahlte jährlich 250 Euro als Mitgliedsbeitrag." Bei rund 6400 Einwohnern seien das vier Cent pro Bürger.

Auch den Vorhalt des Michelauer Bürgermeisters Helmut Fischer (CSU), das Innovationszentrum habe sich zu einer Unterabteilung der Hochschule Coburg ohne einen Nutzen für das heimische Flechthandwerk entwickelt, will der Leiter dieser Einrichtung nicht so stehen lassen. "Als das Innovationszentrum 2007 vor der Insolvenz stand, wurde von den Entscheidungsträgern aus Stadt und Landkreis Lichtenfels ein Konzept zur Weiterführung des Innovationszentrums unter Leitung der Handwerkskammer von Oberfranken ausgearbeitet, in dem die Hochschule Coburg um eine weitreichende Kooperation gebeten wurde." Diese sei dann auch erfolgt.


Neuausrichtung mitgetragen

Die Neuausrichtung schlug sich auch im neuen Namen Innovationszentrum Lichtenfels (IZL) nieder - die einstige Bestimmung für das Flechthandwerk kommt darin nicht mehr vor. Die Einrichtung widmet sich seither der Förderung und Forschung sowie Aus- und Weiterbildung in den Bereichen Gestaltung und Design, Innenarchitektur und artverwandten Bereichen. Bei der Mitgliederversammlung mit Satzungsneuformulierung 2012 hatte dies übrigens auch die Zustimmung des Michelauer Bürgermeisters erhalten. Seither beschäftigte sich das Innovationszentrum mit den Themen Leichtbau, Oberflächengestaltung sowie neuen Produkt- und Werkstoff-Entwicklungen für den Bereich Geflecht und präsentierte diese beispielsweise auf der Internationalen Möbelmesse in Köln.

Der Michelauer Gemeinderat hat den von Fischer angekündigten Rückzug aus dem IZL-Trägerverein im März mit einem einstimmigen Beschluss bekräftigt. Öffentliche Stellungnahmen einzelner Gemeinderäte gab es seither aber nicht.