Siegfried Fischbacher ist tot. Siegfried wer? Die Rede ist von jenem Siegfried vom legendären Magier-Duo Siegfried & Roy. "Sigi", nennt ihn sogar Rudolf Konthur aus Obersdorf. Die beiden Männer begegneten einander dann und wann und nahmen sich dabei auch Zeit für einen Plausch. Doch wer war Siegfried Fischbacher aus Sicht von Rudolf Konthur?

Womit waren Sie gerade beschäftigt, als Sie vom Tode Siegfried Fischbachers erfuhren?

Rudolf Konthur: Da war ich gerade im Internet und auf einmal kam da so eine Eilmeldung.

Was taten Sie dann?

Das Erste war, dass ich die Ann (Konthurs Ehefrau und langjährige Bühnenpartnerin) kontaktierte. Ich sagte ,du stell dir mal vor, der Sigi ist verstorben‘. Das erste war, sich zu sammeln.

War er Ihnen als Künstler eine Inspirationsquelle?

Ja, auf alle Fälle. Weil er an sich geglaubt hat. Er war ja erst allein als Künstler, und Roy war ja zunächst Kellner und Stewart auf einem Kreuzfahrtschiff. Roy hatte einen Panther auf das Schiff mitgenommen und musste ihn versteckt halten. Siegfried war auf dem Schiff als Solokünstler engagiert und hatte die Idee, Roy und den Panther in seine Nummer einzubeziehen.

Wie verlief das erste Kennenlernen?

Wir waren 1991 in München und haben ihn dort bei "München magisch" kennengelernt. Plötzlich ist er reingekommen und dann haben wir miteinander gesprochen. Wir haben gemerkt, dass er eigentlich ein ganz liebevoller Mensch ist, der nicht unnahbar oder unantastbar war.

Können Sie sich noch an Inhalte ihres damaligen Gesprächs bei Tisch in Dresden erinnern?

Ja, da haben sich die Ann und ich mit ihm über Gott und die Welt unterhalten und natürlich über seine Erfolge, und da hat er auch erklärt, warum der Roy jetzt nicht dabei ist und welche Auflagen es daheim mit den Tieren gibt. Er hat auch erzählt, dass die Tiere ihre Stimmen (Siegfrieds und Roys) im Gehege auch über Tonband bekommen, damit sie beruhigt sind, wenn er und Roy mal nicht vor Ort sind.

Haben Sie sich geduzt?

Ja.

Dass er Ihnen ein Begriff war, ist logisch. Aber waren Sie auch ihm Begriff?

Er hat uns auch über Publikationen kennengelernt, weil ich auch Zauberunterricht für Insider gebe - das wusste er.

Wie lange sprachen Sie miteinander?

Es war ein Vier-Tage-Kongress und wir haben uns zweimal getroffen. Beim ersten Mal vielleicht eine Stunde und dann noch mal ganz kurz.

Was fragte er Sie?

Was ich mache. Ich sagte ihm, dass ich auf Manipulation (eine Disziplin der Zauberei) eingehe. Habe mit ihm am Tisch auch Zauberei gemacht. Er hat mir gesagt: ,Weißt du was - was du da machst, das kann ich schon gar nicht mehr, ich kann nur noch mit großen Tieren und großen Gesten‘.

So wie er auf dem Bild neben seiner Schwester (einer Ordensfrau) sitzt, wirkt er gelöst und freundlich - fanden Sie seine Freundlichkeit authentisch?

Ja, auf alle Fälle.

Wie würden Sie Siegfried Fischbacher charakterisieren?

Er war ein gläubiger Christ und Mensch. Er hat die Leute neben sich gelten lassen. Er hatte die Einstellung, dass man auch nur ein Mensch ist und irgendwann geht man auch wieder. Mit seinen Shows hat er ein christliches Kinderheim in Bukarest auch immer unterstützt, ist hingeflogen und hat Geschenke mitgenommen. Er hat auch immer was von sich gegeben.

Sie sprachen von ihm mal als von einem "Zauberfreund" - waren ihm Veranstaltungen des Magischen Zirkels in Deutschland Ihres Wissens nach wichtig?

Ja, der hat sich auch die monatliche Fachzeitschrift kommen lassen. Beide, er und Roy, waren auch Ehrenmitglieder.

Was wünscht der Magier Konthur dem Magier Siegfried für das Leben nach dem Tod?

Dass er oben im Himmel zusammen mit dem Roy die Leute verzaubert.

Die Fragen stellte Markus Häggberg.