Die Umzugspläne des Logistikunternehmens CS Trans scheinen nun rasch sehr konkrete Formen anzunehmen - und zwar im Michelauer Gewerbegebiet "Am Bahnhof". In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates wurde das Vorhaben vorgestellt und das Gremium fasste einen einstimmigen Beschluss für eine geringfügige Bebauungsplanänderung. Der ursprünglich angedachte Neubau am bisherigen Firmensitz Grundfeld ist damit vom Tisch.

Die nötigen Verfahren mit öffentlicher Auslegung stehen zwar noch bevor, doch könnte alles zügig gehen. Das 4,5 Hektar große Areal gehört zu 80 Prozent der Gemeinde und ist seit rund 30 Jahren als Gewerbegebiet ausgewiesen. Der jetzt getroffene Änderungsbeschluss betrifft die Zufahrtsstraße, die weniger lang sein muss, da es nun nur ein einziges Firmengelände zu erschließen gilt. Wenn es nach CS-Geschäftsführer Christian Schad geht, könnte schon im nächsten Jahr die vordere der beiden 10 000 und 9000 Quadratmeter groß geplanten Hallen bezogen werden. Die hintere soll in einem zweiten Bauabschnitt errichtet werden. Schad sagte, was er in Bad Staffelstein in zweieinhalb Jahren nicht geschafft habe, sei in Michelau in zweieinhalb Monaten möglich geworden.

Der Bau des neuen Logistikzentrums bei Grundfeld spaltete die Gemüter auch lange nach dem Bürgerentscheid im Stadtgebiet Bad Staffelstein (November 2019), der eigentlich zugunsten des Vorhabens ausgegangen war. Zuletzt hatte sich im Sommer der Landesdenkmalrat gegen einen Firmenkomplex an dieser exponierten Stelle im Maintal ausgesprochen. Der Firmenchef hatte parallel andere Möglichkeiten ausgelotet und war im August mit Michelaus Bürgermeister Dirk Rosenbauer (CSU) ins Gespräch gekommen. Die Fläche in Bahnhofsnähe sei die einzige mit der erforderlichen Größe gewesen, die man habe anbieten können, erklärte dieser.

Die Auffahrt auf die B 173 über die enge, alte Bahnbrücke dürfte nicht mehr allzu lange eine Beeinträchtigung darstellen. Wie Rosenbauer betonte, gibt es Bestrebungen, den Bau der neuen Auffahrt vorzuziehen; von einer Fertigstellung bis 2025 sei die Rede gewesen. Wichtig sei ihm auch, dass der Logistiker nicht mehr Durchgangsverkehr bringt.

Im Gemeinderat war der Lärmschutz für die Anlieger angesprochen worden, von denen einige der Sitzung beiwohnten. Rosenbauer kündigte weitere Gespräche an und betonte: "Meine Tür steht für jeden offen." Er habe den Eindruck, dass CS Trans bemüht sei, eventuelle Probleme zu minimieren. Man rechnet mit 30 bis 50 Lkw pro Tag. Verladetätigkeiten sollen möglichst weit von den nächsten Häusern entfernt stattfinden und auch die Zufahrt soll entsprechend gestaltet werden.

Probleme im Hinblick auf die zusätzliche Flächenversiegelung in der Mainaue sieht der Bürgermeister nicht. In den Berechnungen für die Hochwasserfreilegung sei dieses Gewerbegebiet ja bereits berücksichtigt worden. Bei dem Areal handele es sich um Wiese, es müssten keine oder höchstens vereinzelte Bäume gefällt werden. CS-Chef Schad sicherte zu, die Hallendächer mit Solaranlagen zu versehen.