Lichtenfels
Finanznot

Tierheim schlägt Alarm: erst Corona, dann Einbrecher - Einbruchserie in Oberfranken

Das Lichtenfelser Tierheim schlägt Alarm: Nach coronabedingten Einbußen haben nun Einbrecher großen Schaden angerichtet. Leiterin Sandra Schunk bittet im Namen ihrer Zöglinge um Spenden aller Art.
 
Sandra Schunk mit Mischlingshund Finn im Hundefreilauf. Der dreijährige Rüde sucht noch ein neues Zuhause. Fotos: Monika Schütz
Sandra Schunk mit Mischlingshund Finn im Hundefreilauf. Der dreijährige Rüde sucht noch ein neues Zuhause. Fotos: Monika Schütz
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Schwierige Zeit für das Lichtenfelser Tierheim. Coronabedingt ist es für Besucher geschlossen. Nur wer echtes Interesse an einem Tier hat, darf - nach vorheriger Terminvereinbarung - auf das Gelände in der Krappenrother Straße.

Das macht die Tierheimleitung sehr traurig: "Durch die fehlenden Besucher bekommen wir aktuell auch weniger Spenden. Für uns wichtige Spendenveranstaltungen wie der Tag der offenen Tür sind derzeit überhaupt nicht durchführbar, der Flohmarkt nur mit entsprechendem Hygienekonzept." Einnahmen durch die Urlaubsbetreuung von Tieren  seien in den Oster- und Pfingstferien komplett entfallen, jetzt in den Sommerferien würde es aber wieder einzelne Buchungen geben. Die laufenden Kosten des Tierheimbetriebes nehmen jedoch keine "Corona-Auszeit".

Serie von Tierheim-Einbrüchen in Oberfranken: Einbrecher hatten es auf den Tresor abgesehen

Dann auch noch der Schock vorvergangene Woche: In der Nacht zum Mittwoch, 12. August, wurde das Tierheim in der  Krappenrother Straße von Einbrechern heimgesucht. "Es ist sehr schnell gegangen und es müssen Profis gewesen sein", sagt Leiterin Sandra Schunk auch zur Kripo, die dem Fall derzeit nachgeht.  Nicht einmal die Hunde hätten angeschlagen, äußert sie sich bestürzt. Auch in Tierheimen in Bayreuth und Hof fanden unlängst Einbrüche in Tierheimen statt: Auch hier hatten es der oder die Täter nur auf den Tresor abgesehen. Die Spendenbox, die im gleichen Raum stand, ließen die Einbrecher stehen.

"Sie haben den kompletten Safe gestohlen und eine Geldtasche", zeigt Sandra Schunk auf den leeren Büroschrank. Die Beute beträgt um die 1500 Euro.

Wesentlich größer ist der Schaden, den die Täter beim Einbruch gemacht haben: Unter anderem wurde der Zaun im Hundeauslauf zerschnitten, um auf das Gelände zu gelangen. Der Schaden ist höher als die Beute. "Wir sind verunsichert, es geht um das Wohl der Tiere, die könnten auch zu Schaden kommen", sagt Sandra Schunk. Nun muss sofort gehandelt werden. Der Zaun ist mittlerweile repariert. "Jetzt sind wir dabei, aufzurüsten, die Umzäunung wird verstärkt, Überwachungskameras und noch mehr Licht angebracht."

Schaden höher als die Beute

Doch das alles koste Geld. Geld, das die Betreiber des Tierheimes lieber für die Tiere ausgeben würden.

Aktuell haben hier 32 Katzen und zwölf Hunde ein Zuhause gefunden, einige Kleinpapageien drehen ihre Runden in einer Voliere und im naturnahen Klettergehege springen junge Eichhörnchen umher - bereit, bald wieder ausgewildert zu werden. Die Spendenbereitschaft der Bevölkerung sei groß, freut sich Sandra Schunk. Über Facebook haben sich bereits viele Tierfreunde bei ihr gemeldet oder haben angerufen und gefragt, wie sie noch helfen können. Wer helfen will, kann das auf mehrere Arten - zum Beispiel durch Geldspenden: "Wünschen Sie sich doch zum Geburtstag oder Jubiläum eine Spende zum Wohl unserer Tiere. Spenden und Mitgliedsbeiträge können steuerlich geltend gemacht werden", rät Sandra Schunk. 

Sach- und Futterspenden werden ebenfalls benötigt:  Katzenstreu, Einstreu für Nager, Kratzbäume, Hunde- und Katzenbetten, Kissen, Decken und Aufzuchtmilch für Katzenbabys. Gut erhaltene Flohmarktartikel und schöne Dinge für die Tombola, Kinderspielzeug, auch Gutscheine sind immer gerne gesehen. Bücher werden keine benötigt.

Kein Tag der offenen Tür

Der Tag der offenen Tür fällt heuer aus. Auch mit einer Mitgliedschaft (jährlich 25 Euro) kann man den Verein und die Arbeit für die Tiere unterstützen.

Wer mag lieber anpacken? Das Tierheim freut sich über Hilfe beim Rasenmähen, Hecke schneiden, Pflege der Außenanlagen, kleinen Reparaturen und Renovierungsarbeiten. Wer eine Geldspende überweisen möchte, verwendet das Konto bei der Sparkasse DE 20783500000092 501915 und gibt als Verwendungszweck "Spende für Tierheim Lichtenfels" an.

Der Tierschutzverein sagt allen Spendern und Tierfreunden und Helfern ein herzliches Vergelt's Gott. Weitere Informationen gibt es bei Sandra Schunk unter der Telefonnummer 09571 3875.