• Landkreis Lichtenfels: Rehkitze sollen vor Mäharbeiten auf Wiesen geschützt werden
  • "Mittels Drohne und Wärmebildkamera": Tierschutz-Aktion existiert seit drei Jahren
  • "Könnte sein, dass ein zweites Mal gemäht wird": Ehrenamtliche Helfer gesucht

Seit drei Jahren engagiert sich Eva Apel, Vorsitzende des Tierheims Lichtenfels, zusammen mit einer privaten Gruppe von ehrenamtlichen Helfern für den Schutz abgelegter Rehkitze auf Feldern und Wiesen. Zuvor sei es immer wieder vorgekommen, dass bei Mäharbeiten Rehkitze übersehen und überfahren worden seien. Um die versteckten Kitze zu finden, verwenden die Tierschützer moderne Technik.

"Letztes Jahr leider zwei übersehen": Rehkitz-Retter im Raum Lichtenfels dringend gesucht

"Zusammen mit der Jagdpächterin ist uns vor drei Jahren die Idee gekommen, dass es sowas im Landkreis noch nicht gibt", berichtet Apel inFranken.de. Seit drei Jahren gebe es die "Kitzrettung" im Landkreis Lichtenfels in den Gebieten Kösten und Schönsreuth. "Leider werden abgelegte Rehkitze von den Bauern übersehen und überfahren", erklärt Apel. Warum Rehe genau dort ihre Kleinen ablegen, erschließt sich laut ihr ganz einfach. "Bei der Geburt sind Kitze geruchsneutral und somit für Feinde nicht aufspürbar. Deswegen legen Mütter ihre Kinder in hohen Graswiesen ab, da sie dort nicht gefunden werden können", berichtet Apel weiter.

Die Setzzeit von Rehen ist demnach im Mai und Juni. "Deswegen gibt es in dieser Zeit immer wieder Unfälle bei Mäharbeiten", erklärt sie. Am Montag (10. Mai 2022) fanden sich laut der Lichtenfelser Tierheim-Vorsitzenden acht ehrenamtliche Helfer, die "mittels Menschenkette, Drohne und Wärmebildkamera" Rehkitze vor den Mäharbeiten gesucht haben. "Dieses Jahr haben wir keine gefunden, doch in den vergangenen Jahren konnten wir einige retten", berichtet Apel. "Letztes Jahr haben wir leider zwei übersehen", erklärt sie weiter. Deswegen brauche das Team ihr zufolge mehr ehrenamtliche Helfer.

Für weitere Suchaktionen wird die Tierschützer-Gruppe direkt vom Bauern kontaktiert. "Bevor wieder gemäht wird, wird unsere Jagdpächterin informiert, die dann uns kontaktiert. Es kann wetterbedingt sein, dass dieses Jahr ein zweites Mal gemäht werden muss", berichtet sie. Die Zusammenarbeit sei laut ihr ein voller Erfolg. "Am Ende bekommen wir immer ein Feedback vom Bauern, der gemäht hat. Wir konnten schon einige retten", berichtet sie.

Tierschützerin erklärt, was mit gefundenen Rehkitzen passiert

"Wenn wir ein Kitz finden, wird es vor den Mäharbeiten zur Seite gelegt und mit etwas bedeckt, damit es nicht davon krabbelt", erklärt Apel. Geeignet sei dafür beispielsweise ein Wäschekorb. "Danach lassen wir es liegen, mit Lockrufen können sich Mutter und Kitz wiederfinden", so Apel weiter. Laut ihr können Bauern vor der Mäharbeit ihren Beitrag leisten. "Wenn sie die Arbeiten in der Mitte des Feldes beginnen würden, könnte das Feld vorher schon einmal werden". 

Sie appelliert in dieser Zeit auch an Spaziergänger, die in Waldgegenden mit Hunden unterwegs seien. "In den Wiesen und im Wald sind jetzt vermehrt Kitze, Hasen und Bodenbrüter. Deswegen sollten Hunde in dieser Gegend an die Leine genommen werden". Wer die Tierschützer bei ihrer Rehkitz-Rettung im Raum Lichtenfels unterstützen will, kann sich unter der E-Mail-Adresse eva.apel@yahoo.de an die Organisatorin der Aktion wenden.

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