Die Warnmeldungen beim Bayern-Warntag 2026 erfolgen über verschiedene Kanäle des Modularen Warnsystems. Dazu gehören besonders die Warn-Apps NINA, KATWARN und BIWAPP sowie Cell Broadcast. Das Modulare Warnsystem ist laut BBK ein vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe entwickeltes, hochverfügbares System zur Warnung der Bevölkerung in Deutschland. Es ermöglicht, mit einem Tastendruck alle Warnmittel und Warnmultiplikatoren des eigenen Zuständigkeitsbereiches auszulösen.
Vielfältiger Warnmittelmix wird erprobt
Parallel zur zentralen Auslösung durch das BayMLZ können dem StMI zufolge die Integrierten Leitstellen und die Sicherheits- und Katastrophenschutzbehörden auf regionaler Ebene zeitversetzt ebenfalls eine Warnmeldung über das Modulare Warnsystem MoWaS absetzen. Dadurch kann es bei Nutzerinnen und Nutzern von Warn-Apps in diesen Bereichen zu einer Doppelmeldung kommen. Zusätzlich können Kreisverwaltungsbehörden ab 11.00 Uhr eigene, nicht direkt an MoWaS angeschlossene Warnmittel auslösen, darunter:
- Stadtwerbetafeln
- Lautsprecherdurchsagen
- Verwaltungs-Websites
- Behörden-Hotlines
- Sirenen
Es ist geplant, auch den Entwarnungston über Sirenen zu testen. Aufgrund von Umstellungsarbeiten ist das jedoch bisher nicht bei allen Sirenen im Freistaat möglich. Die Sirenensignale in Bayern sind laut Bayerischem Innenministerium durch die Verordnung über öffentliche Schallzeichen geregelt. Das Warnsignal für die Bevölkerung besteht aus einem auf- und abschwellenden Heulton von einer Minute Dauer, der die Bevölkerung veranlassen soll, auf Rundfunkdurchsagen zu achten. Der Entwarnungston ist ein gleichbleibender Heulton von einer Minute Dauer.
Warnung der Bevölkerung: Teilnehmende Städte und Kreise im Überblick
Insgesamt beteiligen sich knapp 1000 Kommunen aus allen sieben Regierungsbezirken des Freistaats an diesem koordinierten Test des Modularen Warnsystems (MoWaS), das vom Bayerischen Melde- und Lagezentrum (BayMLZ) im Staatsministerium des Innern gesteuert wird. Das geht aus der vom StMI veröffentlichten Teilnehmerliste hervor (Stand laut Ministerium: 15. Januar 2026).
Wir haben eine Übersicht nach Regierungsbezirken zusammengestellt – mit besonderer Berücksichtigung von Franken:
Regierungsbezirk Oberfranken (circa 150 Kommunen)
- Landkreis Bamberg (22 Kommunen): Altendorf, Baunach, Bischberg, Breitengüßbach, Burgebrach, Frensdorf, Hallstadt, Heiligenstadt, Hirschaid, Lisberg, Litzendorf, Memmelsdorf, Pettstadt, Pommersfelden, Priesendorf, Rattelsdorf, Scheßlitz, Schlüsselfeld, Schönbrunn, Stegaurach, Viereth-Trunstadt, Zapfendorf
- Landkreis Bayreuth (33 Kommunen): Ahorntal, Aufseß, Bad Berneck, Betzenstein, Bindlach, Emtmannsberg, Fichtelberg, Gefrees, Gesees, Glashütten, Goldkronach, Heinersreuth, Hollfeld, Hummeltal, Kirchenpingarten, Mehlmeisel, Mistelbach, Mistelgau, Pegnitz, Plankenfels, Plech, Pottenstein, Seybothenreuth, Speichersdorf, Waischenfeld, Warmensteinach, Weidenberg, fünf Feuerwehren (Schnabelwaid, Hummeltal, Ottenhof, Unterlind, Breitenlesau-Siegritzberg)
- Landkreis Coburg (16 Kommunen): Ahorn, Bad Rodach, Dörfles-Esbach, Ebersdorf bei Coburg, Großheirath, Grub am Forst, Itzgrund, Lautertal, Meeder, Neustadt bei Coburg, Niederfüllbach, Seßlach, Sonnefeld, Untersiemau, Weidhausen, Weitramsdorf
- Landkreis Forchheim (21 Kommunen): Dormitz, Ebermannstadt, Effeltrich, Eggolsheim, Gößweinstein, Gräfenberg, Hallerndorf, Heroldsbach, Hetzles, Hiltpoldstein, Igensdorf, Kirchehrenbach, Kleinsendelbach, Leutenbach, Obertrubach, Poxdorf, Pretzfeld, Unterleinleiter, Weilersbach, Weißenohe, Wiesenthau
- Landkreis Hof (zehn Kommunen): Feilitzsch, Gattendorf, Köditz, Rehau, Schwarzenbach an der Saale, Selbitz, Stammbach, Töpen, Trogen, Zell im Fichtelgebirge
- Landkreis Kronach (18 Kommunen): Kronach, Küps, Ludwigstadt, Marktrodach, Mitwitz, Nordhalben, Pressig, Reichenbach, Schneckenlohe, Steinbach am Wald, Steinwiesen, Stockheim, Tettau, Teuschnitz, Tschirn, Wallenfels, Weißenbrunn, Wilhelmsthal
- Landkreis Kulmbach (13 Kommunen): Harsdorf, Himmelkron, Ködnitz, Kulmbach mit Ortsteilen, Mainleus, Marktschorgast, Neudrossenfeld, Neuenmarkt, Presseck, Rugendorf, Stadtsteinach, Trebgast, Wirsberg
- Landkreis Lichtenfels (elf Kommunen): Altenkunstadt, Bad Staffelstein, Burgkunstadt, Ebensfeld, Hochstadt am Main, Lichtenfels plus Ortsteile, Marktgraitz, Marktzeuln, Michelau in Oberfranken, Redwitz, Weismain
- Landkreis Wunsiedel (elf Kommunen): Höchstädt im Fichtelgebirge, Hohenberg an der Eger, Kirchenlamitz, Marktleuthen, Marktredwitz, Schirnding, Schönwald, Selb, Thiersheim, Thierstein, Wunsiedel
- Stadt Bamberg
- Stadt Bayreuth
- Stadt Hof
Regierungsbezirk Unterfranken (circa 180 Kommunen)
- Landkreis Aschaffenburg (23 Kommunen): Alzenau, Bessenbach, Geiselbach, Glattbach, Goldbach, Großostheim, Haibach, Heigenbrücken (VG, zwei Gemeinden), Hösbach, Johannesberg, Kahl am Main, Karlstein am Main, Kleinostheim, Laufach, Mainaschaff, Mespelbrunn (VG, drei Gemeinden), Mömbris, Rothenbuch, Sailauf, Schöllkrippen (VG, sieben Gemeinden), Stockstadt am Main, Waldaschaff, Weibersbrunn
- Landkreis Bad Kissingen (17 Kommunen): Bad Bocklet, Bad Brückenau (zwei OT), Bad Brückenau VG (acht Gemeinden/OT), Bad Kissingen (acht OT), Burkardroth (elf OT), Elfershausen VG (vier OT/Gemeinden), Euerdorf VG (vier Gemeinden/OT), Hammelburg (elf OT), Maßbach VG (fünf OT/Gemeinden), Motten (zwei OT), Münnerstadt (vier OT), Nüdlingen (ein OT), Oerlenbach (vier OT), Thundorf (zwei OT), Wartmannsroth (fünf OT), Wildflecken (zwei OT), Zeitlofs (fünf OT)
- Landkreis Haßberge (17 Kommunen): Aidhausen (nur OT Aidhausen), Breitbrunn, Ebelsbach, Ebern, Gädheim, Haßfurt, Kirchlauter, Knetzgau, Königsberg (zwei Stadtteile), Pfarrweisach, Rauhenebrach, Rentweinsdorf, Riedbach, Stettfeld, Theres, Untermerzbach, Wonfurt
- Landkreis Kitzingen (14 Kommunen): Albertshofen, Buchbrunn, Dettelbach, Großlangheim, Iphofen (ein OT), Kleinlangheim, Mainstockheim, Marktbreit (ohne OT Gnodstadt), Nordheim am Main, Prichsenstadt (neun OT), Schwarzach am Main, Sommerach, Volkach (neun OT), Wiesentheid (ohne OT Untersambach)
- Landkreis Main-Spessart (zehn Kommunen): Arnstein, Eußenheim (vier OT), Gössenheim, Gräfendorf, Karlstadt (nur OT Heßlar), Karsbach, Neuhütten, Partenstein, Retzstadt, Thüngen
- Landkreis Miltenberg (13 Kommunen): Altenbuch, Collenberg, Elsenfeld, Erlenbach am Main, Eschau, Kleinheubach, Laudenbach, Leidersbach, Miltenberg, Mömlingen, Obernburg am Main, Rüdenau, Schneeberg, Stadtprozelten
- Landkreis Rhön-Grabfeld (27 Kommunen): Aubstadt, Bad Königshofen im Grabfeld, Bad Neustadt an der Saale, Bastheim, Burglauer, Großbardorf, Hendungen, Herbstadt, Höchheim, Hohenroth, Hollstadt, Mellrichstadt, Niederlauer, Oberelsbach, Oberstreu, Ostheim vor der Rhön, Rödelmaier, Salz, Sandberg, Schönau an der Brend, Sondheim vor der Rhön, Stockheim, Strahlungen, Sulzdorf an der Lederhecke (ohne OT Zimmerau), Sulzfeld, Trappstadt, Willmars
- Landkreis Schweinfurt
- Landkreis Würzburg (39 Kommunen): Altertheim (OT Oberaltertheim), Bergtheim (drei OT), Eisenheim (zwei OT), Estenfeld (zwei OT), Frickenhausen, Gerbrunn, Geroldshausen (zwei OT), Güntersleben, Hausen (drei OT), Kirchheim (zwei OT), Kist, Kürnach, Leinach (zwei OT), Margetshöchheim, Neubrunn (zwei OT), Oberpleichfeld, Prosselsheim (zwei OT), Rimpar (drei OT), Röttingen (OT Aufstetten), Rottendorf (zwei OT), Sommerhausen, Theilheim, Thüngersheim, Unterpleichfeld (vier OT), Veitshöchheim, Waldbüttelbrunn, Waldbrunn
- Stadt Aschaffenburg
- Stadt Schweinfurt
- Stadt Würzburg (Stadt mit sechs OT)
Regierungsbezirk Mittelfranken (circa 130 Kommunen)
- Landkreis Erlangen-Höchstadt (13 Kommunen): Adelsdorf (vier OT), Baiersdorf (fünf Standorte), Buckenhof, Eckental, Hemhofen, Heroldsberg, Herzogenaurach (zehn OT), Heßdorf, Höchstadt an der Aisch (fünf OT), Marloffstein (drei Standorte), Röttenbach (vier Standorte), Spardorf (zwei Standorte), Uttenreuth (vier Standorte)
- Landkreis Fürth (zehn Kommunen): Cadolzburg, Großhabersdorf, Langenzenn, Oberasbach, Obermichelbach, Puschendorf, Roßtal (nur drei OT), Stein, Tuchenbach, Wilhermsdorf
- Landkreis Neustadt an der Aisch - Bad Windsbach
- Landkreis Nürnberger Land (14 Kommunen): Engelthal, Happurg, Hartenstein, Henfenfeld, Hersbruck, Leinburg, Neunkirchen am Sand, Pommelsbrunn, Reichenschwand, Röthenbach an der Pegnitz, Rückersdorf, Schnaittach, Schwarzenbruck, Simmelsdorf
- Landkreis Roth (sechs Kommunen): Allersberg, Georgensgmünd, Hilpoltstein, Rednitzhembach, Röttenbach, Wendelstein
- Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen (22 Kommunen): Absberg, Alesheim, Bergen, Berolzheim, Burgsalach, Dittenheim, Ellingen, Ettenstatt, Gunzenhausen, Haundorf, Heidenheim, Höttingen, Langenaltheim, Meinheim, Muhr am See, Nennslingen, Pappenheim, Pfofeld, Polsingen, Raitenbuch, Solnhofen, Weißenburg in Bayern
- Stadt Ansbach
- Stadt Erlangen
- Stadt Fürth
- Stadt Nürnberg
- Stadt Schwabach
Regierungsbezirk Oberpfalz (circa 100 Kommunen)
Regierungsbezirk Niederbayern (circa 90 Kommunen)
Regierungsbezirk Schwaben (circa 120 Kommunen)
Regierungsbezirk Oberbayern (circa 210 Kommunen)
Breite Abdeckung vor allem in Oberbayern und Unterfranken
Besonders auffällig: Oberbayern führt die Teilnahmeliste mit deutlichem Abstand an – allein hier nehmen über 200 Kommunen teil, darunter die Landeshauptstadt München und zahlreiche Gemeinden in den Landkreisen Starnberg, Eichstätt und Miesbach. Auch Unterfranken zeigt mit rund 180 teilnehmenden Kommunen eine beeindruckende Beteiligung, wobei der Landkreis Würzburg mit über 40 Gemeinden besonders engagiert ist. In Mittelfranken (circa 130 Kommunen) sticht der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen hervor, wo nahezu alle 24 Gemeinden mitmachen.
Schwaben setzt mit etwa 120 teilnehmenden Kommunen auf eine breite Abdeckung, während Oberfranken (circa 150 Kommunen) durch die flächendeckende Teilnahme in den Landkreisen Bamberg, Kronach und Lichtenfels überzeugt. Die Oberpfalz (circa 100 Kommunen) und Niederbayern (circa 90 Kommunen) runden das Bild ab.
Eine technische Besonderheit: Während die meisten Kommunen auf die klassische Kombination aus Sirenen und MoWaS-Warnung setzen, nutzen einige – wie die Stadt Bayreuth, Schweinfurt und zahlreiche Gemeinden im Landkreis Unterallgäu – zusätzlich Stadtinformationssysteme und Lautsprecherwagen, um eine maximale Reichweite zu erzielen. Die detaillierte Teilnehmerliste, in der auch die jeweiligen Warnmittel aufgeführt sind, ist als PDF auf der Website des Bayerischen Staatsministeriums des Innern abrufbar.
Teilnahme für Kommunen freiwillig
Die Teilnahme ist freiwillig, und jede Kommune, die über entsprechende Sirenen oder andere Warnmittel verfügt, kann sich beteiligen. In Gebieten ohne Sirenen werden ergänzend oder alternativ Lautsprecherfahrzeuge von Feuerwehren und anderen Organisationen sowie mobile Sirenenanlagen eingesetzt. Die Katastrophenschutzbehörden haben für bestimmte Ereignisse in ihren Alarm- und Einsatzplänen die Fahrtrouten für die Lautsprecherfahrzeuge vorgeplant.
Bürgerinnen und Bürger sollten beim Probealarm nicht beunruhigt sein. Es handelt sich ausdrücklich um einen Test der Warnsysteme. Wer das Sirenensignal hört oder eine Warnmeldung auf dem Mobiltelefon erhält, muss keine Maßnahmen ergreifen. Im Ernstfall würde das Sirenensignal jedoch laut Innenministerium bedeuten, dass man Rundfunkgeräte oder andere Informationsquellen einschalten sollte, um weitere Verhaltenshinweise zu erhalten. Der Probealarm bietet eine gute Gelegenheit, sich mit den verschiedenen Warnsignalen vertraut zu machen und die Funktionsfähigkeit der eigenen Geräte zu überprüfen.
Nutzer von Smartphones können vorab prüfen, ob ihr Gerät Cell Broadcast unterstützt und ob die entsprechenden Einstellungen aktiviert sind. Technische Informationen dazu finden sich auf der Website des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Die Warn-Apps NINA und KATWARN sind kostenlos in den App-Stores verfügbar und ermöglichen es, Warnungen für ausgewählte Regionen zu erhalten sowie Verhaltenstipps abzurufen.
Funktionsfähigkeit der Warnsysteme überprüfen
Ziel des landesweiten Probealarms ist es, die Bevölkerung weiter zu sensibilisieren, die Warnprozesse zu optimieren und das Zusammenspiel sowie die Funktionalität der unterschiedlichen Warnkanäle zu testen. Eine schnelle Warnung der Bevölkerung und ein ebenso schneller Informationsfluss an die Öffentlichkeit sind dem BBK zufolge das A und O bei Katastrophen, großflächigen Schadensereignissen oder auch im Verteidigungsfall. Sie dienen der rechtzeitigen Vorbereitung und der möglichen Vermeidung oder Verminderung von Schäden.
Der Probealarm findet zweimal jährlich statt: am zweiten Donnerstag im März als landesweiter bayerischer Warntag und am zweiten Donnerstag im September als Warntag für die gesamte Bundesrepublik Deutschland. Ausgerechnet am bundesweiten Warntag im September 2025 waren Tausende Deutsche ohne Mobilfunknetz, als Störungen bei 1&1 auftraten. Fast 17.000 Meldungen über Probleme mit dem Mobilfunknetz und mobilen Internet gingen in dem Zeitraum zwischen 10.55 Uhr und 12.55 Uhr ein, genau dann, als die Alarme auf Millionen deutschen Handys losgehen sollten. Dennoch fällt die Gesamtbilanz positiv aus. Der Probealarm in Oberfranken und Bayern verlief trotz vereinzelter Handynetz-Störungen erfolgreich, wie Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mitteilte. In Oberfranken beteiligten sich 138 Kommunen mit rund 650 Sirenen sowie Lautsprecherwagen an der Übung, und die digitalen Warnungen wurden über das Modulare Warnsystem (MoWaS) erfolgreich versendet.
Der nächste bundesweite Warntag ist laut Bayerischem Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration für Donnerstag, 10. September 2026, geplant. Diese regelmäßigen Tests ermöglichen es den Behörden, die Funktionsfähigkeit der Warnsysteme zu überprüfen und gleichzeitig die Bevölkerung über die Bedeutung der verschiedenen Warnsignale zu informieren.
Was die Sirenentöne bedeuten und wie Sie richtig reagieren
Wenn die Sirenen heulen, ist schnelles Handeln gefragt – doch nur wer die Signale kennt, kann richtig reagieren. In Deutschland gibt es dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zufolge zwei zentrale Sirenensignale: Der einminütige, auf- und abschwellende Heulton warnt vor akuter Gefahr und bedeutet "Rundfunkgerät einschalten und auf Durchsagen achten". Dieser Ton signalisiert, dass unmittelbare Bedrohungen wie Gefahrstoffaustritte, Großbrände oder andere Katastrophen vorliegen. Das Gegenstück dazu ist der einminütige Dauerton, der Entwarnung bedeutet und anzeigt, dass die Gefahr vorüber ist.
Im Ernstfall sollten Bürgerinnen und Bürger laut Zivilschutzexperten beim Warnsignal sofort schützende Räumlichkeiten aufsuchen – ein Auto bietet dabei keinen ausreichenden Schutz. Fenster und Türen sind zu schließen, Lüftungs- und Klimaanlagen auszuschalten. Anschließend gilt es, Radio oder Fernsehen einzuschalten und den Anweisungen der Behörden zu folgen. Besonders wichtig: Telefonleitungen sollten nicht unnötig blockiert werden, damit Notrufe durchkommen können.
Die Sirenensignale sind bundesweit einheitlich geregelt, damit Menschen unabhängig von ihrem Aufenthaltsort in Deutschland die gleichen Warntöne hören und verstehen. Beim landesweiten Warntag in Bayern am Donnerstag, 12. März 2026, können sich Bürgerinnen und Bürger mit diesen Signalen vertraut machen. Erstmals wird dabei auch der Entwarnungston flächendeckend getestet – eine gute Gelegenheit, die verschiedenen Tonfolgen kennenzulernen und im Ernstfall richtig zu reagieren.
Während Sirenen vor allem im Freien zu hören sind, erreichen Warn-Apps wie NINA und KATWARN die Menschen direkt auf ihren Smartphones – egal ob zu Hause, im Büro oder unterwegs. Die Notfall-Informations- und Nachrichten-App NINA wurde vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe entwickelt und startete 2015 als mobiler Kanal für Warnmeldungen. Sie informiert über Gefahrenlagen wie Gefahrstoffausbreitungen, Großbrände, Unwetter oder Hochwasser. KATWARN funktioniert ähnlich ähnlich und verschickt sowohl bundesweite als auch lokale Warnungen von Kommunen, Landkreisen, Polizei und Feuerwehr.
Der große Vorteil beider Apps: Nutzerinnen und Nutzer können bis zu acht Orte oder Postleitzahlen auswählen und werden nur dann benachrichtigt, wenn in diesen Gebieten tatsächlich eine Gefahr besteht. Push-Benachrichtigungen, SMS und E-Mails sorgen dafür, dass keine wichtige Warnung übersehen wird. Zusätzlich zur reinen Warnfunktion bieten die Apps konkrete Verhaltenstipps für verschiedene Gefahrenszenarien – von Unwetter über Stromausfall bis hin zu Feuer und besonderen Gefahrenlagen. In der integrierten Kartenansicht lassen sich deutschlandweit alle aktuellen Warnmeldungen anzeigen.
Beide Apps sind kostenlos in den App-Stores für iOS und Android verfügbar und laut Stiftung Warentest empfehlenswert. NINA integriert zudem Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes und Hochwasserinformationen der Bundesländer. Das Bundesamt versichert, für die Ortungsfunktion keine Bewegungsdaten zu speichern. Wichtig: Die Apps ergänzen Cell Broadcast, ersetzen es aber nicht – wer auf Nummer sicher gehen will, sollte beide Warnkanäle nutzen und beim Warntag am 12. März 2026 testen, ob alles funktioniert.
Notfallvorsorge: Was jeder Haushalt für den Ernstfall bereithalten sollte
Warnsysteme sind das eine – die richtige Vorbereitung auf den Ernstfall das andere. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt jedem Haushalt, einen Notvorrat anzulegen, der für mindestens zehn Tage ausreicht. Im Falle von Katastrophen wie Hochwasser, Stromausfall oder Sturm kann es schwierig werden, Lebensmittel zu bekommen. Der Ratgeber "Vorsorgen für Krisen und Katastrophen" fasst Vorbereitungs- und Handlungsempfehlungen für verschiedene Notsituationen zusammen und steht kostenlos als PDF zum Download bereit.
Zur Grundausstattung gehören laut BBK-Checkliste neben Lebensmitteln und Trinkwasser (zwei Liter pro Person und Tag) auch eine gut sortierte Hausapotheke mit persönlichen Medikamenten, Erste-Hilfe-Material und Hygieneartikel. Für den Fall eines Stromausfalls sind batteriebetriebene oder Kurbel-Radios, Taschenlampen, Kerzen und Streichhölzer unverzichtbar. Auch ein Campingkocher oder Spirituskocher kann hilfreich sein, um warme Mahlzeiten zuzubereiten. Bargeld sollte ebenfalls vorrätig sein, da bei Stromausfall Geldautomaten und Kartenzahlung ausfallen.
Experten raten dem ZDF zufolge zusätzlich zu einem Notfallrucksack, der griffbereit gepackt ist und bei einer plötzlichen Evakuierung mitgenommen werden kann. Dieser sollte wichtige Dokumente in Kopie enthalten, wetterfeste Kleidung, einen Schlafsack, Medikamente und Hygieneartikel.
Die Sicherheit der Warnsysteme steht dabei im Fokus der Behörden. Trotz der Manipulation von Sirenen in zwei Kommunen in Sachsen-Anhalt hält der Bund an seinen Plänen für den bundesweiten Alarm fest. In Halle und Querfurt hatten Unbefugte im Januar 2026 ohne Anlass Sirenenalarm ausgelöst, was Katastrophenschutz-Experten bundesweit aufgeschreckt hat.
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