Es wird spaßig. "Mein Mann und ich hatten uns fast in der Wolle", sagt Petra Brandner aus Redwitz. Stein des Anstoßes war der Herbstmarkt, der mit dem Einkaufssamstag kombiniert wurde. "Er redet, wie wenn das hier alles Standard wäre", so die Frau, die gerade an einem Seifenstand stehend an Lavendel roch. Da gingen die Meinungen also auseinander, denn Petra Brandner selbst findet ganz andere Worte als Standard: "Ich finde den Markt exklusiv und außergewöhnlich." Tatsächlich gab es neue umgesetzte Ideen und auch engagierte Besucher.

Rot deutet auf Flohmarkt hin

In der Innenstadt wurde 14 Mal der rote Teppich ausgerollt. Für Kunden, aber auch als Erkennungszeichen. Denn nur dort, wo der Teppich in dieser Signalfarbe vorzufinden war, gab es auch einen Flohmarkt. Die Läden holten hervor, was an Requisiten, an Waren, an Sonstigem noch in Lagern und Archiven lag. Von der Schaufensterpuppe bis zum Mikroskop, vom Textil bis zur Kolumbus 2, einem hochwertigen Modellschiff.

Feilschen, stöbern, Schätze finden, lautete das Motto für diese Aktion. Mario Kragler ist Büroleiter im Thüringisch-Fränkischen Reisebüro. Das Konzept mit dem Flohmarkt war hier ein anderes. Hier konnten die Kunden ihre Sachen vorbeibringen, die dann für den guten Zweck den Besitzer wechselten. 1801 Personen hat man über Facebook erreicht, um auf diese Aktion hinzuweisen. "Dann hatten die Kunden zwei Wochen Zeit, ihre Sachen vorbeizubringen", erklärt Kragler. Lob habe es für diesen Einfall jede Menge gegeben. "Die waren alle begeistert und ,super, dass ihr das macht‘" sei ihm zu Ohren gekommen. Vor den Fenstern ist der Tisch mit Auslage aufgebaut und der ganze Stolz dürfte die Columbus 2 sein. "Das Schiff ist reserviert", sagt Kragler und zitiert eine Interessentin, die da sagte: "Wenn ihr es nicht verkauft, ist es bezahlt."

Ein paar Straßen weiter steht Susanne Mohnkorn in ihrem Laden "Denk mal an ... Schmuck". Vor dem Laden ist Treiben, auch hier in der Laurenzistraße bietet sich ein Bild, welches zwischen Oberem Tor, Unterem Tor und Unterführung Normalanblick war. Menschen ziehen durch die Innenstadt und bilden sogar Trauben. "Ich bin überglücklich, dass es den Herbstmarkt gibt (...), dass der Platz und die Stadt belebt sind, das Dämmershoppen und der Korbmarkt konnten ja schon nicht stattfinden", bilanziert die Schmuckdesignerin und Ladenbesitzerin. Ähnlich wie sie sieht das auch Anja Deuerling vom Damenmodehaus nahe dem Unteren Tor: "Es ist schön, dass die Innenstadt wieder frequentiert wird."

Sicherheit an oberster Stelle

Doch bei aller Lust am Shoppen und am Schauen, dem an diesem Tag von Besuchern aus dem ganzen Landkreis ausgiebig nachgegangen wird, stand die Sicherheit an oberster Stelle. Man sah niemanden, der ohne Mund-Nasen-Maske unterwegs war. Möglichkeiten, sich zu desinfizieren, standen eingangs wie ausgangs des Herbst- und Kunsthandwerkermarkts, für den 16 Teilnehmer gelistet waren, parat. Auch Citymanager Steffen Hofmann war vor Ort und zeigte sich optimistisch, dass ein solcher Markt in dieser Art eine Neuauflage erleben wird.