Was in der Kirschbaummühle in Lichtenfels entstehen soll, ist nichts weniger als die Zukunft. Um diese gemeinsam zu gestalten, haben sich die Stadt und der Landkreis Lichtenfels, Unternehmer Frank Herzog und die Hochschule Coburg zusammengetan.

Auf der Pressekonferenz am Dienstagmorgen wurde der aktuelle Stand und vor allem das Ziel des "Forschungs- und Anwendungszentrum für digitale Zukunftstechnologien" (FADZ) vorgestellt.

Die Digitalisierung für Stadt und Region ist eine zentrale Herausforderung, sagte Herzog. Schließlich sei die Region führend, was das Kernthema des FADZ angeht: "Lichtenfels gilt international als eines der Zentren für 3D-Druck."

Impulse für die Region

Dennoch wird sich die Arbeit in dem Zentrum nicht alleine darin erschöpfen. Aus drei Säulen wird die Arbeit darin bestehen: Angewandte Forschung für regionale Unternehmen, Anwendungsberatung und Wissenstransfer sowie Aus- und Weiterbildung. Das heißt, es soll auch mit anderen Werkstoffen gearbeitet und allgemein nutzbare Daten von Arbeitsprozessen gewonnen werden.

Damit soll gemeinsam vor allem die regionale Wirtschaft gestärkt werden. Denn, so sagte Christiane Fritze, Präsidentin der Hochschule Coburg, "die enge Kooperation ist der wichtigste Baustein."

Nicht nur neue Wissenschaftler werden an dem neu zu schaffenden Masterstudiengang für Additive Fertigung und Leichtbau lehren. Auch werden Studierende in die Region gezogen und Schüler sensibilisiert, die vielleicht Spaß an der Zukunft bekämen, so Fritze.

Am Meranier-Gymnasium arbeitet man schon jetzt in einem P-Seminar mit 3D-Druckern. Fritze betont das Zusammenspiel von Lehre, Forschung, Weiterbildung auch für Fachkräfte und Wissenstransfer.

Profitieren würden vor allem auch die mittleren und kleinen Unternehmen und Handwerksbetriebe, die kaum oder nur geringe Möglichkeiten der Forschung hätten, meint Herzog. Das FADZ wolle diese mitnehmen und unterstützen.

Beheimatet wird das FADZ in der Kirschbaummühle in der Coburger Straße sein. Damit würde die Mühle zu einem Blickfang in der Stadt gemacht, sagt Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD). Durch die Lage können die 4,9 Millionen Euro Erwerbs- und Umbaumaßnahmen mit möglichen 80 Prozent der Städtebauförderung unterstützt werden. Hinzu kommen 3,5 Millionen für Erstausstattung. Träger sind die Stadt und der Landkreis Lichtenfels.

Veranstaltungen und Schulungen

Laufende Kosten können in Teilen durch einen noch zu gründenden Förderverein getragen werden. Außerdem bestehe die Möglichkeit, so Herzog, dass durch die komplette Prozessstätte im Haus Projektarbeiten und Aufträge von Firmen angenommen werden könnten, die ebenfalls laufende Kosten decken könnten. Hinzu kämen Veranstaltungen und Schulungen, für die die insgesamt 2 300 Quadratmeter Nutzfläche auch Raum bieten. Bis es soweit ist, wird es aber noch etwas dauern. Stadtbaumeister Gerhard Pülz meint, der Umbau würde sicherlich ein bis zwei Jahre dauern, sodass er mit einer Fertigstellung der alten Mühle nicht vor 2022 rechnet. In Planung ist zumindest schon alles, um die 1880 errichtete und 1950 umgebaute Mühle, deren Betrieb 1954 eingestellt wurde, zu modernisieren und zukunftsfähig zu machen.