Zur letzten Jahresabschlussfeier unter alter Flagge hatte die Firma Scherer & Trier eingeladen und ehrte im Saal des Lichtenfelser Stadtschlosses 94 langjährige Mitarbeiter. Der zweitgrößte Arbeitgeber im Landkreis hatte im März einen Insolvenzantrag gestellt. Seither gab es aber positive Signale im Hinblick auf einen möglichen Investor. Entlassungen waren kein Thema. Dem Insolvenzverwalter Joachim Exner von der Nürnberger Kanzlei Dr. Beck und Partner war es gelungen, das Vertrauen der Geschäftskunden und -partner zu gewinnen und so konnte der Betrieb mit rund 2000 Beschäftigten im Hauptwerk in Michelau gut weiterlaufen.
Damit zeigte sich auch Personalleiter Jürgen Niemietz bei der Abschlussfeier zufrieden. Den anstehenden Firmenübergang bezeichnete er als Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens. Die Belegschaft werde diesen Wandel bewältigen.


Stillschweigen vereinbart

Man wartet nun gespannt da rauf, zu erfahren, wer der neue Eigentümer sein wird. Hinter vorgehaltener Hand wurden als möglicher Investor bereits im Oktober die weltweit vertretene Samvardhana Motherson Group mit Hauptsitz in Nordindien, aber auch ein schwedisches Unternehmen genannt. Christoph Möller, Pressesprecher des Insolvenzverwalters, verwies gestern auf Nachfrage unserer Zeitung darauf, dass man sich in diesem Prozess beiderseits auf striktes Stillschweigen verständigt habe. Auch zeitlich wollte er sich nicht festlegen, wann mit einem Vertragsabschluss zu rechnen sei. Zwischen einer Unterschrift und dem tatsächlichen Neustart unter neuer Führung könnten zudem Monate vergehen.
Die Anfänge des Kunststoffspezialisten liegen in den 60er Jahren.Der erste Auftrag aus der Automobilindustrie kam Anfang der 70er Jahre. Heute zählen namhafte in- und ausländische Automobilhersteller zu den Kunden.
Die Ehrung kürzlich galt 60 Mitarbeitern, die seit 25 Jahren im Unternehmen sind, und dreien, die sogar auf 40-jährige Betriebszugehörigkeit zurückblicken können: Johannes Großkopf, Manfred Pflieger und Jürgen Schmidt.