Eine echte Chance bietet die Gemeinnützige Gesellschaft für soziale Dienste (GGSD) Langzeitarbeitslosen, wieder in das Berufsleben einzusteigen. Ein engagiertes Team von qualifizierten Pädagogen, Psychologen, Ergotherapeuten und Handwerkern hat im Mai 2016 die "Initiative Vierzehnheiligen" gegründet, die vom Jobcenter Lichtenfels finanziell unterstützt wird. Eine erste Bilanz zeigt die fruchtbare Arbeit der Initiative.

Bei einem Gespräch mit dieser Zeitung unterstrich Freddy Schrodt vom Jobcenter: "Es konnten fünf feste Jobs vermittelt werden, zwei stehen kurz vor der Unterzeichnung eines Arbeitsvertrages". 17 Männer und Frauen im Alter von 20 bis 60 Jahren seien im Moment im Bildungszentrum der GGSD auf der Rückkehr in die "normale" Arbeitswelt.

Der GGSD-Pressesprecher für Nordbayern, Johannes Schubert, stellte fest: "Die neue Initiative geht zurück auf Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unserer Bildungsträgergesellschaft. Sie ist seit August 2014 Trägerin der staatlich anerkannten Berufsfachschulen für Ernährung und Versorgung sowie für Kinderpflege mit angeschlossenem Internat und des neu gegründeten Seminars für Fort- und Weiterbildung am Bildungszentrum Vierzehnheiligen".

Beim Rundgang durch die Arbeitsräume der Kursteilnehmer wird deutlich: Hier schöpfen die Menschen Hoffnung. Projektleiterin Andrea Zanker beschreibt die Zielsetzung der Initiative: "Wir stabilisieren die Kursteilnehmer und geben ihnen den Glauben an ein normales Leben, an eine Zukunft im Berufsleben zurück". Nicht zuletzt biete die Umgebung im Gelände rund um den Konradshof der Franziskusschwestern ideale Bedingungen. "Hier muss man sich einfach wohlfühlen", sagt sie, als sie an ein paar trockenen Thymianblättern am Gewürzhochbeet schnuppert.


Garten- und Landschaftsbau

Die Beete im Hof der Bildungseinrichtung seien im vergangenen Jahr von den Kursteilnehmern in Ordnung gebracht worden. Die Zielgruppe der "Initiative Vierzehnheiligen" sind Personen, die gerne eine Tätigkeit im Bereich Garten- und Landschaftsbau sowie im handwerklichen Bereich, vor allem mit Holz und Textilien ausüben möchten. Im Rahmen dieser Arbeiten werden Naturlehrpfade hergerichtet, Schul- und Haugärten bepflanzt und ein historisches Bauernhofmuseum in der Konradsscheune eingerichtet.

Das ist die Domäne von GGSD-Mitarbeiter Bruno Wagner. Er zeigt seinen Teilnehmern, wie man eine alte Truhe oder eine historische Nähmaschine restauriert. Auch Flechtwerkgestaltung gehört zum Kursprogramm. Stolz präsentiert er eine kleine Ausstellung mit Gewürzkörben.

In einem der Werkräume wird emsig geschneidert und gebastelt. Ramona Zenk unterweist ihre Schützlinge in der Gestaltung von "Fühlschürzen" und Stofftieren, die an Einrichtungen von Demenz erkrankten Menschen verschenkt werden. "Die Gegenstände tragen dazu bei, die Kranken anzuregen und Erinnerungen an vergangene Zeiten wiederzubeleben", erläutert die Praktikantin. Gleich nebenan steht eine im Bau befindliche Weihnachtskrippe. Sozialpädagogin Julia Eppenauer berichtet: "Der Bau von traditionellen Krippen mit einer figürlichen Darstellung der Heiligen Familie zählt ebenfalls zu den Angeboten der Initiative". Sie würden in der Adventszeit kostenfrei an soziale Einrichtungen abgegeben.


Natur-Lehrpfad wird erneuert

Im Frühling beginnt die Reparatur, Pflege und Neubau von Parkbänken auf dem Gelände des Bildungszentrums Vierzehnheiligen. Ein Schauraum mit historischen landwirtschaftlichen Geräten auf dem Gelände des Konradshofs soll daran erinnern, dass noch im letzten Jahrhundert die Franziskusschwestern von der Landwirtschaft lebten. Heute ist der Konradshof eine beschützte Mutter-Kind-Einrichtung. Eine Aufgabe der Initiative wird die Wiederherstellung des Natur-Lehrpfades rund um das Schulgelände sein. Die tägliche Arbeitszeit beträgt etwa fünf Stunden.

Nähere Informationen erteilt Andrea Zanker unter Tel. 09571/9535-35, E-Mail-Kontakt: sfw.vierzehnheiligen@ggsd.de