Es hat schon wieder gebrannt im Kreis - diesmal in Michelau. Dort brannte am Dienstagmorgen ein Haus. Da das Gebäude wegen Renovierungsarbeiten leer stand, wurde niemand verletzt. Den entstandenen Schaden schätzt die Polizei auf 150.000 Euro.

Gegen 6.45 Uhr ging bei der Polizei die Mitteilung über den Brand eines Mehrfamilienhauses in der Hutweidstraße in Michelau ein. Bei Eintreffen der rund 110 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Technischem Hilfswerk und Polizei stand der Dachstuhl bereits in Flammen. Durch ihr rasches Eingreifen konnten die Feuerwehren, die zwei Drehleitern im Einsatz hatten, ein Ausbreiten der Flammen auf angrenzende Gebäude verhindern. Dennoch wurde ein Nebengebäude leicht beschädigt. Der Dachstuhl des leer stehenden Hauses brannte jedoch vollständig aus, auch ein darunter liegendes Stockwerk wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Fast jeden Tag ein Feuer
Der Brand in Michelau reiht sich in ein Serie von Hausbränden ein, die seit dem 28. Dezember und den ersten Tagen des neuen Jahres im Kreis Lichtenfels um sich greift. Zwar sei noch nicht in allen Fällen eine Brandursache gefunden, aber eines kann Polizeisprecher Alexander Czech bereits ausschließen: "Es besteht kein Zusammenhang zwischen den vier Bränden."

Den Auftakt der traurigen Serie machte ein Hausbrand in Altenkunstadt. Dort brannte es in den frühen Morgenstunden des 28. Dezembers in einem freistehenden und unbewohnten Einfamilienhaus. Es entstand Schaden von rund 80.000 Euro. Rund 100 Feuerwehrleute waren in dieser Nacht im Einsatz. Brandstiftung könne hier als Ursache ausgeschlossen werden, sagt Polizeisprecher Czech.

Nächster Tag, nächster Brand
Kaum erholt vom nächtlichen Einsatz in Altenkunstadt mussten einige Einsatzkräfte bereits am nächsten Tag erneut ausrücken. Am 29. Dezember brannte ein Wohnhaus in Oberwallenstadt. Dabei entstand Schaden von rund 100.000 Euro und fünf Personen wurden verletzt. Passanten hatten kurz nach Mitternacht Rauch aus dem Dach eines Einfamilienhauses im Lichtenfelser Stadtteil Oberwallenstadt bemerkt und die Feuerwehr alarmiert.

Die Bewohner des Anwesens, eine vierköpfige Familie, konnten sich noch selbst in Sicherheit bringen. Mit dem Verdacht auf Rauchgasvergiftungen wurden sie ins Krankenhaus gebracht. Auch ein Feuerwehrmann verletzte sich bei den Löscharbeiten leicht an einer Hand. Rund 120 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Bauhof und Polizei waren vor Ort. Die Lichtenfelser Feuerwehr hatte nach dem Brand einen Spendenaufruf für die Familie gestartet, um zwischen den Jahren Soforthilfe zu leisten. Dieser verlief sehr erfolgreich. Inzwischen konnte die Polizei die Brandursache klären. Ein technischer Defekt am Kachelofen war der Auslöser.

Löschen besonders schwierig
Beim Brand in Oberwallenstadt zeigten sich die schwierigen Bedingungen beim Löschen im Winter. Eine Drehleiter war bei den Löscharbeiten eingefroren. "Minustemperaturen stellen die Männer und Frauen bei Löscharbeiten vor besondere Herausforderungen", sagt Kreisbrandrat Timm Vogler und fügt an: Es gebe dabei eine hohe physische Belastung und eine starke Beanspruchung des Materials.

Trotzdem bekamen die Einsatzkräfte das Feuer unter Kontrolle. Am nächsten Tag (30. Dezember) rückten erneut 50 Feuerwehrleute nach Oberwallenstadt aus. Eine Nachbarin hatte aus dem abgebrannten Haus Rauch aufsteigen sehen. Doch die Einsatzkräfte konnten schnell Entwarnung geben - kein neues Feuer, nur ein Auflodern der Glut.

Hausbrand an Silvester
In einem anderen Lichtenfelser Stadtteil brannte es am Silvestertag. In Seubelsdorf brach in der Nacht zum 31. Dezember im Keller eines Mehrfamilienhauses in der Reuthstraße ein Feuer aus. Mehrere Bewohner mussten über einen Balkon gerettet werden. Die insgesamt acht Personen blieben weitestgehend unversehrt. Zwei von ihnen erlitten Rauchgasvergiftungen. An der Brandstelle waren mehr als 120 Angehörige von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei eingesetzt. Die Polizei konnte die anfangs auf 100.000 Euro geschätzte Schadenssumme auf 40.000 bis 50.000 Euro nach unten korrigieren. Als Brandursache ermittelte die Polizei einen technischen Defekt an einem Elektrogerät. Einen kausalen Zusammenhang zwischen den Bränden in Seubelsdorf, Oberwallenstadt und Altenkunstadt und Michelau mit Weihnachtsbeleuchtung gebe es nicht, sagt Kreisbrandrat Timm Vogler.

Nach ersten Erkenntnissen der Brandermittler dürften Schweißarbeiten die Ursache für den Dachstuhlbrand am Morgen des Dreikönigstages in Michelau gewesen sein. Diese seien am Montag bei Renovierungsarbeiten durchgeführt worden.

Ein möglicher fünfter Brand entpuppte sich als Fehlalarm. Am Sonntag hatte ein Autofahrer auf der A 73 die Christbaumbeleuchtung auf dem Veitsberg für einen Waldbrand gehalten. Er alarmierte Polizei und Feuerwehr und mehrere Wehren rückten aus. Die Einsatzkräfte merkten aber schnell, dass es sich um einen Fehlalarm handelte - und ließen die Christbaumkerzen brennen.


Feuerwehr in Zahlen

Im Kreis Lichtenfels gibt es über 3700 aktive Feuerwehrdienstleistende. Jeden Tag bewältigten die Feuerwehren im Kreis Lichtenfels durchschnittlich drei Einsätze.