Seit mehreren Monaten schlägt eine hochansteckende Viruskrankheit um sich. In Franken wird erneut an Badeseen davor gewarnt. Wann ist ein Ende in Sicht?
"Bitte betreten Sie das gesamte Gelände/Ufergebiet nicht!" - mit diesen Worten mahnt der Markt Ebensfeld (Kreis Lichtenfels) auf Facebook zur Vorsicht. Der Grund: Verdacht auf Geflügelpest.
Der Bereich des Badesees Ebensfeld gilt als "Verdachtsgebiet". Daher gelten spezielle Verhaltensregeln. Zum einen solle man Abstand zu toten Tieren halten - und diese auf keinen Fall anfassen. Hunde sollten in Wassernähe "unbedingt" an die Leine genommen werden, heißt es weiter.
Geflügelpest in Franken und Bayern: Über 300 Fälle seit Oktober
326 Wildvögel haben sich seit 1. Oktober 2025 in Bayern mit der Geflügelpest infiziert. Das meldet das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (Stand: 11. Februar 2026). Hinzu kommen sieben Infektionen bei gehaltenen Vögeln.
"Das anhaltende Winterwetter" macht insbesondere geschwächten Tieren zu schaffen, erklärt der Landkreis Lichtenfels. Die Gründe dafür sind vielfältig. Vögel haben bei niedrigen Temperaturen einen erhöhten Energiebedarf, finden auf vereisten Gewässern aber kaum Nahrung. Die Folgen: Hungertod, Unterkühlungen oder Erkrankungen.
Die Vogelgrippe (auch: Geflügelpest; "Aviäre Influenza") profitiert von diesen Bedingungen. Bei "kühleren Temperaturen und einer geringeren UV-Strahlung" überleben die Viren leichter. Ein Blick auf die Zahlen bestätigt das: Bereits seit Herbst 2025 steigen die Infektionszahlen bei Geflügel und Wildvögeln stark an.
Keine nachhaltige Entspannung in Sicht - darum verbreitet sich das Virus weiter
Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit - Friedrich-Löffler-Institut (FLI) - titelte am 06. November 2025 "Drastischer Anstieg von Geflügelpestausbrüchen – Keine Entspannung in Sicht". In der aktuellen Risikoeinschätzung vom 06. Februar 2026 berichtet das FLI zwar von einem europaweiten Rückgang der Fälle, von einer nachhaltigen Entspannung der epidemiologischen Lage sei derzeit allerdings nicht auszugehen. Grund dafür ist die weiterhin hohe "Anzahl von Virusnachweisen in Wildvogelpopulationen und des fortgesetzten Auftretens von Ausbrüchen bei Geflügel. In Bayern wurden im aktuellen Erhebungszeitraum (1. Januar 2026 - 31. Januar 2026) 16 infizierte Wildvögel und zwei in Gefangenschaft gehaltene infizierte Vögel gemeldet.
Das Virus verbreitet sich vor allem über Wasservögel, die als natürliche Wirte dessen gelten. Im Winter versammeln sich Vögel zur Nahrungssuche "in großer Zahl auf den wenigen eisfreien Wasserflächen", wodurch das Übertragungsrisiko "erheblich" ansteigt, erklärt der Landkreis Lichtenfels. Genau das treffe "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit" auch auf die aktuelle Situation am Rudufersee in Michelau in Oberfranken zu, heißt es weiter.
Verendete Vögel können derzeit nicht geborgen oder untersucht werden. Das Betreten der Eisfläche sei zu "riskant und lebensgefährlich". Außerdem verursachen Rettungsversuche bei den noch lebenden Vögeln Stress. Genau diesen gilt es zu vermeiden, um die Überlebenschancen der Tiere nicht noch weiter zu senken.
Geflügelpest: So verhältst du dich richtig
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und der Landkreis Lichtenfels geben Hinweise zum richtigen Verhalten beim Auffinden toter Vögel:
Informiere umgehend das zuständige Veterinäramt, wenn du mehere tote Vögel (vor allem Wassergeflügel) an einer Stelle) siehst.
Halte Abstand zu den toten Tieren.
Fasse die toten Tiere nicht an.
Führe Hunde in Wassernähe unbedingt an der Leine.
Das Füttern von Wildwasservögeln ist nicht erlaubt.
Wie sich das Infektionsgeschehen in den kommenden Wochen entwickelt, ist unklar und hängt auch mit den kommenden Wetterverhältnissen zusammen. Der Landkreis Lichtenfels bewertet und beobachtet das Seuchengeschehen "fortwährend in engem Austausch mit den übergeordneten Behörden", heißt es.