Die Baustelle Klinikum geht planmäßig voran. Auch was die Kosten angeht, gibt es keine Überraschungen. Zwar wird der Krankenhausneubau in den kommenden Jahren die Schulden des Landkreises ansteigen lassen, doch die Finanzierung sei bis jetzt stimmig, betonte der Landrat.

Es war nicht das erste Mal, dass Tristan Rinker, Koordinator der Stabsstelle Klinikum, dem Kreistag zufriedenstellende Nachrichten überbringen konnte. Außerdem ermöglichte er am Montag anhand aktueller Bilder, die er an die Wand projizierte, sich einen Eindruck vom Baufortschritt zu verschaffen. Die Fassade ist aus dreifach isoliertem Glas. Zu sehen waren bereits Innenausbauschritte wie die Installation der Nasszellen in den Patientenzimmern. Es sei jetzt anspruchsvoller, so Rinker, die Gewerke aufeinander abzustimmen, damit sich die Handwerker "nicht gegenseitig auf die Füße treten".


Neuer Kreisrat Simon Ehnes

Bis jetzt war Simon Ehnes außerhalb seiner Heimatgemeinde Redwitz, wo er bei der letzten Kommunalwahl als Herausforderer gegen den amtierenden Bürgermeister Christian Mrosek (CSU) kandidiert hatte, vor allem durch sein Hobby, die Blasmusik, bekannt. Er gehörte unter anderem dem Auswahlorchester Oberfranken an, ist Dirigent der Blaskapelle Modschiedel und in der Nachwuchsausbildung aktiv.

Seine politische Heimat hat er schon früh bei den Sozialdemokraten gefunden. Seit 1999 ist er SPD-Mitglied, hat lange im Redwitzer Ortsverein mitgewirkt, bevor er selbst für ein Amt kandidierte. Als Beisitzer gehört er auch dem SPD-Kreisvorstand an. Als Nachrücker für den im Februar verstorbenen Kommunalpolitiker Winfred Bogdahn wurde Simon Ehnes nun Mitglied des Kreistages von Lichtenfels.

Landrat Christian Meißner (CSU) nahm am Montag zum Auftakt der Kreistagssitzung die Vereidigung vor und hieß den neuen Kreisrat willkommen. Der Redwitzer wird im Ausschuss für Kreisentwicklung, Wirtschaft und Infrastruktur sowie im Personalausschuss des Landkreises vertreten sein.


Haushalt 2016: "Kein Bereich kommt zu kurz"

Einmütig wurde der Kreishaushalt 2016 zwar nicht auf den Weg gebracht. Trotz der sechs Gegenstimmen war es dennoch ein konstruktives Miteinander im Kreistag. Denn einzig in der Frage, ob und um wie viele Prozentpunkte man die Kreisumlage senken sollte, gab es unterschiedliche Meinungen, die sachlich vorgebracht wurden. Die große Mehrheit hielt den Vorschlag von Landrat Christian Meißner (CSU) und der Kreisverwaltung, um zwei Prozentpunkte auf 44,5 Prozent zu senken, für einen vernünftigen Kompromiss. Damit können die Städte und Gemeinden entlastet werden, weil sie weniger an den Landkreis abführen müssen. Theoretisch wäre sogar eine Senkung um drei Prozentpunkte möglich gewesen, wie der Landrat einräumte. Dann aber wäre man nicht ohne Nettoneuverschuldung ausgekommen. Alle Pflichtaufgaben könnten erledigt werden, "kein Bereich kommt zu kurz", fasste Peter Schmauser als Sprecher der CSU-Fraktion zusammen.

Die Freien Wähler hatten angeregt, mit Blick auf die Zukunft auf eine Senkung gänzlich zu verzichten. Denn in den kommenden Jahren ist ohnehin von einer Erhöhung auszugehen, wie Heinz Petterich vor Augen führte. Auch die Schlüsselzuweisungen vom Staat würden wegbrechen. Zudem warnte er vor Veränderungen bei der Höhe der zu zahlenden Zinsen.


Verschuldung wird zunehmen

Die Verschuldung des Landkreises wird zunehmen, und zwar von 38,2 Mio. Euro (Stand Ende 2015) auf 47 Mio. Euro im Jahr 2019, am Ende des Finanzplanungszeitraumes. Davon werden aber "30 Mio. Euro im Klinikum stecken", wie der Landrat unterstrich, und es dürfe mit einer Rückführung durch die Klinikum-GmbH gerechnet werden. "Das Geld ist sinnvoll aufgewendet", bestätigte Kreisrätin Monika Faber. Sie begrüßte namens der SPD-Fraktion die Nachnutzung des bestehenden Krankenhausgebäudes als Ausbildungsstätte. Dabei dachte sie nicht nur an die Kooperation des Klinik-Trägers Regiomed mit der Universität Split. Eine Weiterentwicklung als Gesundheitszentrum sei denkbar. Vielleicht wäre dort die Möglichkeit zu schaffen, dass Menschen die Zeit zwischen Krankenhausbehandlung und einem anschließend notwendigen Reha-Aufenhalt überbrücken können. Auch die Ausbildung von Ergo- und Physiotherapeuten hielt sie für denkbar. Oder ein Angebot von Gastbetten für Verwandte von Klinikpatienten. Der Landrat sagte zu, diese Anregungen an die Krankenhaus-Direktorin weiterzugeben. Bernhard Christoph von den Grünen sprach die Belastung der Kreisstraßen durch die Steinbruch-Transporte zu den Bahn- und Autobahn-Großbaustellen im Landkreis Bamberg an und plädierte für einen Schutz der Anwohner durch "vorübergehend Tempo 30". Außerdem hielt er es für wichtig, dafür zu sorgen, dass die geplante Großküche von Regiomed Grundnahrungsmittel aus der Region verarbeiten wird.


Medizinstudium an der Uni Split

Die Kooperation mit der Uni Split soll im Oktober die ersten Medizinstudenten vom Obermain an die kroatische Adria führen. Vorher plant der Landkreis eine Zusammenkunft der Anwärter auf Kloster Banz. Wie Landrat Meißner die Kreisräte informierte, hat die Universität Würzburg dem Klinikum Coburg den Titel Akademisches Lehrkrankenhaus ihrerseits entzogen. Dies sei eine erwartete Konsequenz der Zusammenarbeit des Klinikträgers Regiomed mit der medizinischen Fakultät der ausländischen Hochschule. Wie berichtet, können Coburg und Lichtenfels dann Lehrkrankenhäuser eben dieser Uni werden.


Anmerkung zur B173

Der Planfeststellungsbeschluss für den vierspurigen Ausbau der Bundesstraße wird heuer erwartet. Landrat Christian Meißner hofft darauf, dass dann keine Klage folgt, obwohl dies natürlich demokratisches Recht sei. Gerade in der Gemeinde Hochstadt ist die Trasse umstritten. Laut Meißner ist mit einer Bauzeit von an die sieben Jahren zu rechnen. Bei einer Klage würde sich die Umsetzung um ein bis zwei Jahre verzögern.