Was soll denn das sein? Komischer, lustiger Name. Aber man kann es sich halbwegs merken wenn man das Fränkische "a kana mandla", zu hochdeutsch "auch keine Männlein", als Gedankenbrücke nimmt. Aber es ist nicht fränkisch, sondern afrikanisch und heißt im übertragenen Sinne "Gott ist mit uns - das Böse hat keine Macht über uns", sagt einer der fünf Herren vom sehr frauenlastigen Chor.
Aber die lassen sich von den Frauen nicht unterkriegen und es ist ein ziemlich sympathischer Chor. Noch nie davon gehört, obwohl bei uns beheimatet und zum ehemaligen Landkreis Staffelstein gehörend, Neundorf bei Weitramsdorf? Tja - damals vor der Gebietsreform hätte man sie nicht als "Cobuicher" tituliert. Sie singen zwar wie wir Staffelsteiner und Lichtenfelser, aber wenn sie erzählen, lacht man über ihren Coburger Slang. Das merken die selber gar nicht. Weil sie ein ganz eigenes Völkchen sind.


Umzug wegen großen Andrangs

Eine kleine Gemeinde, die so einen großartigen Chor hervorgebracht hat. Vor allem - welchen Spaß die beim Singen und Spielen haben, da möchte man doch am liebsten gleich selber dabei sein. Es hatten sich so viele Leute zum Konzert angemeldet, dass man von gleich vom alten Schulhaus in die Kirche ausgewichen ist. Die jetzt brechend voll ist, und die Türen weit offen.
Die Begrüßungsworte von Dieter Leicht, dem Organisator, lassen vermuten, dass es überwältigend werden wird. Und das war nicht zu viel versprochen. Zwei Männer des Chors platzieren sich an Bongotrommeln, fröhlich kommen die anderen hinzu. Gitarre, Banjo, Mundharmonika, Xylophon, Flöten, alles dabei, sogar eine Cajon und ein Kazoo. Und dann schreiten die Damen feierlich herein.Toll sehen sie aus. Die Männer in weißen Hemden und türkis-farbigen Krawatten, natürlich noch übertrumpft von den Frauen ganz chic in individuellen weißen Blusen, jede zu ihrem eigenen Typ passend mit türkis-grünen Halsketten.


Kraftvoller Klang

Schon im ersten Moment, als sie mehr als kraftvoll den Akanamandlasong anstimmen, denkt man nur: Wow - was für ein Klang, das geht durch und durch. Das sagt auch eine Frau aus Bad Staffelstein. Und man kann gar nicht glauben, was 20 Musiker in dieser kleinen, heimeligen Dorfkirche zu Loffeld mit dem Publikum anzustellen vermögen.
Romy Dellert bildet den Kopf der Schola und hält das Zepter in der Hand, das merkt man erst nach einiger Zeit. Auch wie sie es schafft, integriert in der Gruppe, den Finger ab und zu nach oben zu zeigen, und anzuleiten. Von diesem Zeigefinger, der eigentlich gar nicht dazu gedacht ist, die Chormitglieder zu dirigieren, geht eine ungeheure Kraft und Energie aus. Und inmitten der Sänger singt sie, spielt Gitarre und hält den Takt. Souverän wirkt sie, aufgeweckt und völlig unerschrocken, und es scheint genau diese Mischung zu sein, die den Chor aufweckt, anleitet und vorantreibt. Sie tritt absichtlich nicht in den Vordergrund, denn der Chor braucht sie als treibendes Glied in ihrer Mitte.
Es ist nicht irgendein Dorfchor aus Neundorf, der da vorne singt. Zum einen haben sie eine riesengroße Fangemeinde mitgebracht, zum anderen haben sie Liedgut und Kompositionen vom Feinsten dabei. Ihr beeindruckendes Repertoire besteht aus modernen Kirchenliedern, Gospels, Spirituals bis hin zu Oldies, aber auch Irish Folk und Seemannslieder haben sie im Gepäck.


Fünf Programmblöcke

Poetische und einfühlsame Worte zu den fünf Programmblöcken Glaube, Geborgenheit, Liebe, Lebensfreude, Seele und Rhythmus begeistert die Zuhörer ebenso wie die Lieder selbst. Sie wünschen sich vom Publikum, aus dem Alltag mal auszubrechen und die Seele baumeln zu lassen und genau das schaffen. Das Verzücken steht den Zuhörern ins Gesicht geschrieben, wenn Sie das wundervoll interpretierte "Weilst a Herz hast wie a Bergwerk" von Fendrich hören und "When you say nothing at all" von Ronan Keating.
Thomas Bähring, der sogar das unvergleichliche R von Peter Maffay drauf hat, brilliert als Solist beim Song "Halt dich an mir fest" mit seiner warmen Bassstimme. Und den Tabalugasong "Ich wollte nie erwachsen sein" untermalt Theresa Bähr ganz wunderbar auf ihrer Querflöte. Nenas "Wunder geschehn" handelt davon, dass man in einer Beziehung nicht gleich aufgeben soll.
Dieser Song wird auf ganz besondere Weise nämlich als Zwiegesang zwischen Frauen und Männern des Chores interpretiert und endet in einem gemeinsamen "was auch passiert, ich bleibe hier und geh' den ganzen langen Weg mit dir". Afrikanisch wird es bei "The Lion Sleeps Tonight" und da gibt es bei einem Zuschauer kein Halten mehr. Er tanzt mitten in der Kirche.
Trotz "mir ham fei reserviert im Bräustübla" lassen sich die Musiker noch zu drei Zugaben hinreißen.