Mehr als ein Dutzend Kinder und Jugendliche haben mangels Sitzmöglichkeiten auf dem Fußboden Platz genommen. Bei einem der Tagesordnungspunkte der Gemeinderatssitzung geht es um die Skater-Anlage, um deren Bau die Marktzeulner Jugendlichen gekämpft haben.
Anfang April war die Anlage auf der asphaltierten Fläche des Schulhofes in Betrieb gegangen. Beim Bau haben die Jugendlichen undBürgermeister Gregor Friedlein-Zech selbst Hand angelegt. Mittlerweile sind, wie Friedlein-Zech mitteilte, aus der Nachbarschaft Beschwerden über den Lärm eingegangen. Der Gemeinderat hatte in seiner jüngsten Sitzung am Mittwochabend über einen Antrag zu entscheiden, in dem der Abbau der Anlage gefordert wurde.
"Mir ist es nicht möglich, im Freien Arbeiten zu erledigen, oder mich zwecks Erholung aufzuhalten", begründete Ruth Doppel ihnen Antrag auf Abbau der Anlage.
Das Grundstück der Familie grenzt an den Schulhof, an dessen Ende sich die Skater-Anlage befindet.
"Wir haben uns die Standortsuche nicht leicht gemacht", erklärt Bürgermeister Friedlein-Zech. Standorte wie der Sportplatz, das Umfeld des Minispielfelds , oder der Schirmersgraben erwiesen sich als wenig geeignet. Nach Rücksprache mit der Schulleitung und den Jugendbeauftragten blieb der Schulhof als günstigster Standort für die Gemeinde übrig. Im Oktober letzten Jahres hatte der Gemeinderat Grünes Licht für den Bau der Anlage gegeben.
Aus Rücksicht auf die umliegende Nachbarschaft hat die Gemeinde mittlerweile eine zeitliche Nutzungseinschränkung bestimmt: An Sonn- und Feiertagen darf die Anlage nicht mehr befahren werden. Auch das Befahren mit Fahrrädern wurde untersagt. "Auf Anregung der Jugendlichen wurde auch ein Rauchverbot ausgesprochen", erläuterte Friedlein-Zech.
Lob erreicht die anwesenden Kinder und Jugendlichen, die den Platz vorbildlich sauber halten. Nach einer immissionsschutzfachlichen Prüfung sieht das Landratsamt keinen Grund für eine Änderung, oder Ergänzung der Auflagen aus dem Baugenehmigungsbescheid. Ein Ergebnis, das den Eheleuten Doppel auch mitgeteilt wurde. Laut Bürgermeister Friedlein-Zech überlegt die Gemeinde jetzt, geeignete schalldämmende Maßnahmen zu ergreifen.

Ein Interessenkonflikt

"Wir sind gegen den Lärm, nicht gegen die Anlage", erklärt Rolf Doppel, nachdem ihm Bürgermeister Friedlein-Zech das Wort erteilt hatte.
Gemeinderat Hubert Gehrlich (FW) sprach von einem typischen Interessenkonflikt zwischen dem Ruhebedürfnis der Anwohner und den Interessen der Nutzer der Anlage.
/>Gemeinderat Erwin Grünbeck (CSU) wollte die Abstimmung über den Beschlussvorschlag zur Ablehnung des Abbaus auf eine der nächsten Sitzungen verschieben. Bis Erkenntnisse vorliegen, ob die Dämm-Maßnahmen auch Wirkung zeigen. Ein Antrag, der mehrheitlich abgelehnt wurde.
Letztlich lehnten die Räte den Antrag von Ruth Doppel auf Abbau der Anlage ab. Mit dem Zusatz, dass die Gemeinde "durch konstruktive Maßnahmen versucht, den Lärm zu reduzieren, belegt mit einer Vorher- und Nachher-Messung. Zwei Räte stimmten dagegen.
Ferner stimmte der Gemeinderat der Anschaffung eines Ersthelfer-Defibrillators zu. An den Kosten von 1400 Euro beteiligt sich die Schützengesellschaft mit einer Spende von 1000 Euro.
Schließlich bestätigten die Räte Uwe Gaebel in seinem Amt als stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Marktzeuln.