Wo viel steht, kommt viel weg? Dann müsste der Lichtenfelser Bahnhof ein Schwerpunkt für Fahrraddiebstähle sein. Doch das ist zum Glück nicht der Fall, wohl auch, weil die vielen Fahrräder, die unter dem Wellblechstand stehen, kaum lohnende Objekte sind.

Doch Fahrraddiebstahl ist durchaus ein Thema im Stadtgebiet. Die Polizei hatte bemerkt, dass es in den Sommermonaten des vergangenen Jahres zu einem Anstieg gekommen war: Zwischen Januar und September wurden 32 Räder gestohlen, im Vorjahr im selben Zeitraum nur 18. Vor allem der Name eines Herstellers tauchte öfter auf: Cube. Das ließ vermuten, dass da gezielt vorgegangen worden sein könnte. Doch das bestätigte sich nicht. Soweit Täter ermittelt werden konnten, handelt es sich um unterschiedliche Personengruppen.

Auch einen bestimmten Schwerpunkt in der Stadt gab es nicht. "Die Taten verteilten sich über das ganze Stadtgebiet", sagt Thorsten Kraus, der als Ermittlungsbeamter zusammen mit einem Kollegen dem Anstieg nachging. Was aber auffiel: 15 Fahrräder waren nicht gesichert, 17 schon. Im Vorjahr waren nur sieben Räder ungesichert gewesen, elf gesichert. Das könnte eine mögliche Erklärung sein: Gelegenheitsdiebe nutzen die Chancen wohl eher zufällig.

Ein Thema, das die CSU in den anlaufenden Kommunalwahlkampf mit ihrem Bürgermeisterkandidaten Uwe Held platziert hat, sind abschließbare Stellplätze für Fahrräder am Bahnhof. Dies sei ein Weg, den Bahnhof fahrradfreundlicher zu gestalten, meint sie. So würden mehr Anreize geschaffen, mit teureren E-Bikes dorthin zu fahren, die man während der Abstellzeit auch aufladen könnte. Das unterstützt auch der stellvertretende Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs Obermain, Max Rother, und plädiert für einen Kurzzeittarif für Touristen und eine günstige Pendlerpauschale.

Schaut man nach Bamberg, findet man ein Beispiel: Dort wurde auf der gegenüberliegenden Seite des Bahnhofes 2012 ein Fahrradparkhaus eingerichtet. 330 Fahrräder finden darin Platz. Dazu kommen 25 Ladestationen für Elektroräder und 52 Schließfächer. 50 Cent am Tag kostet es, sein Rad einzustellen. Die Monatskarte liegt bei acht Euro, ein Jahresticket kostet 70 Euro. Die Preise wurden in den knapp acht Jahren nicht erhöht. Doch seit der Eröffnung auch ein Thema: Die Auslastung könnte besser sein.

In Kulmbach gibt es zwölf Einzelboxen an der Dr.-Stammberger-Halle, in denen Touristen ihre Räder mit Gepäck einstellen können, dazu kommen integrierte Umkleidekabinen. Der Preis liegt bei einem Euro, die Anlage ist aber nur von April bis Oktober geöffnet.