Wenn die Bundestagsabgeordnete, der Landtagsabgeordnete, die Europaabgeordnete und der Landrat gemeinsam einen Termin in Brüssel wahrnehmen, bei dem es um die B 173 geht, dann spricht sich das sehr schnell herum. Fällt da eine Entscheidung über den vierspurigen Weiterbau zwischen Lichtenfels und Kronach? Denn die Stellungnahme der EU-Kommission zur Umweltverträglichkeit des geplanten Trassenverlaufs im Bereich Michelau-Trieb-Hochstadt steht noch aus und sie ist als wichtiges Signal an die Planfeststellungsbehörde zu verstehen.

Ergebnis bleibt abzuwarten
Mit Ergebnissen konnten die vier Vertreter der Obermain-Region nach dem gut einstündigen Gespräch in Brüssel nicht aufwarten.
Das sei auch so nicht zu erwarten gewesen, sagte Emmi Zeulner (MdB). "Es war ein Arbeitsgespräch." Aber man zeigte sich zuversichtlich, nachdem man gegenüber zwei Kommissionsmitgliedern noch einmal die regionalen Gegebenheiten dargelegt hatte. "Es war ein gutes Gespräch. Wir fahren mit einem positiven Eindruck heim", ließ Landrat Christian Meißner unmittelbar danach in einem Telefonat wissen. Während die Bundestagsabgeordnete von Brüssel nach München flog, um dort am selben Abend einen Termin wahrzunehmen, reisten der Landrat und Landtagsabgeordneter Jürgen Baumgärtner im Wagen zurück. Europaabgeordnete Monika Hohlmeier blieb vor Ort in Brüssel.

Anliegen vorgebracht
Letztere hatte im eigenen und im Namen der Abgeordnetenkollegen sowie des Landrats um den Gesprächstermin mit der Europäischen Kommission zum Fortschritt des Verfahrens bezüglich des Ausbaus der Bundesstraße 173 gebeten. Die Kommission habe sich gegenüber den vorgebrachten Anliegen verständnisvoll gezeigt, hieß es am späten Nachmittag aus dem Brüsseler Büro der Europaabgeordneten. Der zuständige Referatsleiter der Generaldirektion für Umwelt, Stefan Leiner, habe bekräftigt, dass nunmehr alle erforderlichen Unterlagen vorlägen und die Prüfung baldmöglichst abgeschlossen werden solle.
Einige Wochen dürfte das aber Erfahrungswerten zufolgen noch in Anspruch nehmen.
Landtagsabgeordneter Jürgen Baumgärtner stellte vor allem das Zusammenwirken der verschiedenen Ebenen im Stimmkreis Lichtenfels-Kronach heraus. Die vier CSU-Abgeordneten und der (CSU)-Landrat, das sei "eine gute Konstellation, die viel erreicht für die Region". Man habe es gemeinsam initiiert, persönlich in Brüssel mit dem Anliegen B 173 vorstellig zu werden. "Wir vier sprechen uns regelmäßig ab."
Bereits 2012 wurde von der Regierung von Oberfranken das Planfeststellungsverfahren zu dem acht Kilometer langen Ausbauabschnitt eingeleitet, für den Kosten von 65,5 Millionen Euro veranschlagt sind. Eine Stellungnahme der Europäischen Kommission zum Bauabschnitt Lichtenfels-Zettlitz ist nach der Flora-Fauna-Habitat(FFH)-Richtlinie erforderlich, da ein solches schützenswertes Gebiet von der Baumaßnahme betroffen wäre.

Wichtige Stellungnahme
Von den Abgeordneten und den Befürwortern der Trasse wird diese als wichtige Lebensader für die oberfränkische Wirtschaftsregion angesehen. Gleichzeitig verspricht man sich von dem Bau eine Entlastung für die Ortsdurchfahrten von Trieb und Hochstadt. In Hochstadt indes wird die Trassenvariante Süd, die als einzige jetzt noch weiterverfolgt wird, kontrovers diskutiert. Den Bewohnern nahe der Hauptstraße würde sie die ersehnte Entlastung bringen. Dafür sähe sich das Neubauviertel nahe Wolfsloch dann in 300 bis 500 Metern Entfernung mit der Straße konfrontiert.
Gründlichkeit vor Schnelligkeit - dieser Grundsatz war seitens der Regierung immer wieder betont worden, weil es den Planern wichtig ist, dass ihr Beschluss rechtlichen Überprüfungen standhält. Eine positive Stellungnahme der EU-Kommission ist vor diesem Hintergrund von besonderer Bedeutung.