Kommt es am Obermain zum dritten Dürrejahr in Folge? Die Daten der Wetterstation Bad Staffelstein bestätigen das, was auch ohne eigene kontinuierliche Beobachtung offensichtlich war: Der April 2020 wird als der mit Abstand trockenste Monat seit Anfang der Trockenperiode 2018 in Erinnerung bleiben. Nur acht Liter Regen pro Quadratmeter fielen am Obermain, davon mehr als die Hälfte erst am letzten Tag des Monats, am Donnerstag, dem 30. April (4,9 Liter). Um eine ähnlich geringe Niederschlagsmenge zu finden, muss man auch in den Trockenjahren 2018 und 2019 lange suchen: Im Oktober 2018 kamen 11,9 Liter zusammen, im Oktober 2018 12 Liter - das sind aber immer noch 50 Prozent mehr gewesen. Bundesweit fielen im April 2020 im Schnitt 17 Liter Regen, üblich sind 46 Liter.

Was die Lage noch schlimmer macht: Schon etwa seit der zweiten Märzhälfte ist es trocken, seit dem 20. März. Die Aussichten sind eher mäßig: Eine große Regenzeit ist nicht in Sicht.

Defizit von 90 Litern

Um das entstandene mittlere Defizit auszugleichen, müsste es länger gleichmäßig regnen. 650 Liter pro Quadratmeter gelten am Obermain über das Jahr gerechnet als ein üblicher Wert. Allein im März und April ist somit ein Defizit von bald 90 Litern Regen zusammen gekommen.

Was die Lage auch noch verschärft: Oft weht am Obermain kräftiger Wind, der die Böden zusätzlich austrocknet. Die Folgen sieht man auch auf unserem Bild, das einen Landwirt zeigt, der mit seinem Traktor bei Draisdorf sein Feld bestellt: Staubfahnen ziehen über das Land.

Der April 2020 war am Obermain auch wieder zu warm. Mit 10,5 Grad lag man übrigens genau auf dem Schnitt des Vorjahresmonats und auch dem bundesweiten Schnitt für 2020. Das sind 1,6 Grad mehr als im langjährigen Mittel.

Nicht nur die Trockenheit ist rekordverdächtig, ebenso die Sonnenscheindauer, die den Böden zusätzlich zusetzt: 284 Stunden Sonne hat die Wetterstation in Bad Staffelstein gemessen, fast 140 mehr als im Vormonat. 290 Stunden waren es bundesweit gemittelt. Üblich sind 180. Nur in vier Monaten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wurde mehr Sonnenschein gemessen. Im Mai 1989 waren es 300 Stunden, im Juli 2006 335, im Juli 2018 314 und im Juni 2019 307.

Was auch zeigt: Die Monate mit den meisten Sonnenstunden haben auch einen Schwerpunkt in den Dürrejahren seit 2018 bekommen.