In Bad Staffelstein und Burgkunstadt schließt die Hypovereinsbank ihre Häuser - der Standort in Lichtenfels soll aufgewertet werden, heißt es dazu aus München. Die Kunden vor Ort sind wenig begeistert.
"Eine Sauerei ist das für mich", sagt der Kunde, auf die Schließung der Staffelsteiner Filiale der Hypovereinsbank angesprochen. "Aber was will man machen", fügt er hinzu und zuckt mit den Schultern.
So wie ihm wird es bald auch den rund 1000 Kunden der Bank in Burgkunstadt gehen: Beide Filialen werden geschlossen, Staffelstein am 30. Oktober, Burgkunstadt am 14. November. Das Privatkundengeschäft soll neu aufgebaut werden, begründet Markus Block, Sprecher der Bank, die Entscheidung. Insgesamt werden im Zuge der Modernisierung der Bank bis Ende 2015 knapp 240 der derzeit rund 580 Standorte zusammengelegt oder ganz geschlossen.
Auch kein Geldautomat mehr In Lichtenfels solle dafür der Standort aufgewertet werden, so Banksprecher Block weiter. Die beiden Mitarbeiter aus Staffelstein und der Mitarbeiter aus Burgkunstadt werden daher künftig auch in der Lichtenfelser Filiale eingesetzt.
Deutschlandweit sollen mit der Modernisierung der Bank rund 1500 Arbeitsplätze abgebaut werden. Rund 1300 entfallen davon auf das Privatkundengeschäft, knapp 200 auf die Zentrale.
Zudem soll das Online-Banking-Angebot verbessert und Alternativen zum Ansprechpartner vor Ort ausgebaut werden. Beispielsweise Video-Bertaung oder Selbstbedienungs-Zonen .
Kleinere Filialen, gerade auf dem Land, schließen und in den Städten investieren, da ist die Hypobank nicht das einzige Finanzunternehmen.
Erst kürzlich hatten wir berichtet, dass die Raiffeisen-Volksbank Bad Staffelstein ihre Einmann-Geschäftsstellen in End und Reundorf ab dem 30. September schließt, dafür wurde in Kleukheim und Uetzing kräftig investiert.
Ähnlich stellt sich die Situation für die Sparkasse Coburg-Lichtenfels dar. Deren Pressesprecher Walter Partheymüller hatte vor allem auf den Kosten-Nutzen-Faktor einer Filiale vor Ort hingewiesen: "SB-Stellen sind immer kostengünstiger, jedoch steht der Kundennutzen im Vordergrund. Solange es wirtschaftlich vertretbar ist, fällt die Entscheidung zugunsten der Filiale".
Mit den Filianen der Hypobank wird es in Bad Staffelstein und Burgkunstadt jedenfalls künftig vorbei sein. Allein, in Burgkunstadt werde bis auf weiteres zumindest der Geldautomat und ein Kontoauszugsdrucker erhalten bleiben, so der Sprecher der Hypo-Bank. In Bad Staffelstein wird es künftig nicht einmal mehr das geben.
Der Kunde vor der Filiale in Staffelstein dreht sich nochmal um und blickt auf das Plakat hinter sich am Fester, auf dem der "Umzug" nach Lichtenfels angekündigt wird. Er überlege, sagt er, ob er nicht die Bank wechseln solle. Online-Banking komme für ihn aus Sicherheitsgründen nicht in Frage und wenn man jetzt wegen jeder Kleinigkeit nach Lichtenfels müsse, dass sei schon eine Sauerei.