An der Säule kleben noch ein paar Fliesen mit Pilzen und Kräutern, doch sonst erinnert nichts mehr daran, dass hier bislang das Essen für bis zu 300 Gäste gekocht wurde. "Die Bauarbeiter haben schon alles herausgerissen und abgeholt", sagt Raimund Hümmer, Geschäftsführer der Bildungshäuser der Erzdiözese Bamberg in Vierzehnheiligen.


Böhren und Hämmern

Fünf Jahre nach Beginn der Sanierung der Einrichtung kommt es nun zu den größten Einschnitten im technischen Bereich, den die Besucher sonst nicht zu Gesicht bekommen. Von außen hört man momentan nur ein Hämmern und Bohren, wenn man an der gelben Hausfassade den Berg hoch Richtung Basilika entlanggeht.
Wie tiefgreifend die Arbeiten diesmal sind, sieht man erst, wenn man im Südflügel steht: Seit Anfang August, laufen die Rohbaumaßnahmen in den sechs Etagen, angefangen vom Keller mit den Lager-, Wirtschafts- und Tiefkühlräumen, dem Untergeschoss mit seiner Großküche, dem Erdgeschoss mit Haupteingang, Pforte und Rezeption, Büros. Im ersten Stock werden Gästezimmer renoviert und der Grundriss neu zugeschnitten. Im zweiten Stock werden unter anderem Lüftung und Leitungen in Vortrags- und Tagungsräumen ersetzt. Bis ins Dachgeschoss, wo sich weitere Gästezimmer befinden, ziehen sich die Arbeiten.

Der Monat August bietet sich für den Start an - denn nun ist Wallfahrtenpause. Doch pünktlich zum September wolle das Haus wieder Gäste aufnehmen, sagt Hümmer. "Auch das Bildungsprogramm von Elmar Koziel, dem geistlichen Rektor, wird wieder anlaufen." Bis der aktuelle Bauabschnitt abgeschlossen ist, wird noch einige Zeit vergehen. Im Frühjahr kommenden Jahres soll es soweit sein. Bis die Küche wieder arbeiten kann, werden die Gäste im benachbarten Haus Frankenthal oder dem Gasthof "Goldener Hirsch" verpflegt, bei den Bildungsangeboten greift das Diözesanhaus ebenfalls auf Räume im Haus Frankenthal zurück.

Der erste Bauabschnitt datiert aus dem August 2009. Damals machte sich die Erzdiözese daran, erste Gästezimmer im Ost- und teilweise im Südflügel umzubauen. Das Haus mit seinen 120 Gästezimmern und Platz für 300 Personen wurde in den Jahren 1964 bis 1968 errichtet, bis 2009 fanden keine größeren Sanierungsarbeiten statt. Dann ging es immer wieder - jeweils bei laufendem Betrieb - weiter. Unter anderem wurde ab August 2010 die Heizzentrale erneuert, im dritten Bauabschnitt folgten die Gästezimmer im Nordflügel und die Gemeinschaftseinrichtungen. Ab August 2013 kam der Westflügel dran, wo auch ein kleiner Schwesternkonvent untergebracht ist. Schwester Michaela lebt hier, die Küchenchefin ist, und Schwester Andrea, die die Speisesäle betreut. Nun läuft der fünfte und letzte Bauabschnitt.


Im Kostenrahmen

"Am Anfang war das gar nicht als eine Generalsanierung geplant, das hat sich erst im Laufe der Zeit so ergeben", blickt Hümmer zurück. Man liege im Kostenrahmen, ein einstelliger Millionenbetrag werde wohl nicht ganz langen, rechne man alle Investitionen zusammen. "Jetzt haben wir durchaus Hotelniveau", meint er, als er eines der neu eingerichteten Zimmer zeigt. "Nur einen Fernseher haben wir nicht zu bieten. Darauf verzichten wir bewusst."