"Ich kann mich nicht erinnern, einen Haushalt schon einmal bereits im März beschlossen zu haben", freute sich Bürgermeister Udo Dauer (CSU) am Dienstagabend in der Stadtratssitzung. Doch nicht nur den Zeitpunkt der Verabschiedung des Finanzplans, sondern auch dessen Inhalt bewertete das Stadtoberhaupt positiv. Nachdem das Landratsamt 2012 Einwände gegen den Haushalt der Jurastadt angemeldet hatte, sei Weismain nun "zum vierten Mal in Folge voll genehmigungsfähig".

Die Zahlen dazu präsentierte Kämmerer Dietmar Zwillich. Neben dem Plan für 2016 hatte er die Jahresschlussrechnung für 2015 dabei. Dabei auffallend: Die Umlage an den Landkreis Lichtenfels stieg gegenüber 2014 ebenso an wie die Zuschüsse für die Kindertagesstätten und Schulen.


Die Gewerbesteuereinnahmen waren im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig, während die Einkommens- und Umsatzsteuerentwicklung im Zuge der generell guten Wirtschaftslage auch in Weismain einen Anstieg erlebte.
Positiv machte sich in der städtischen Kasse weiterhin die Erhöhung der Benutzungsgebühren für die Wasserversorgung bemerkbar. Die Einnahmen kletterten im Vergleich zu 2014 um 16 Prozent.

"Das konnten wir beeinflussen, viele andere Punkte nicht", sagte Dietmar Zwillich. 2015 seien 48 Prozent der Einnahmen durch den Staat - zum Beispiel durch Schlüsselzuweisungen - bestimmt worden, 2016 würden es laut Zwillichs Prognose 59 Prozent sein. Insgesamt investierte die Stadt 2015 rund 3,2 Millionen Euro - unter anderem für den Neubau der Kita Modschiedel (894 000), die Sanierung der Becken in der Kläranlage (559 000), den Ersatzneubau der Brücke an der Burgkunstadter Straße (383 700) oder die Erweiterung des Kindergartens St. Anna (373 000). Der Schuldenstand stieg dabei um etwa 1,9 Millionen Euro an.

Eine Entwicklung, die laut Haushaltsplan auch 2016 weitergehen wird. Bei einem Gesamtvolumen von 16,4 Millionen Euro ist eine Kreditaufnahme von zwei Millionen Euro vorgesehen, um die geplanten Investitionen, allen voran die Erschließung des Gewerbegebiets "Feldteile" an der Staatsstraße in Richtung Altenkunstadt, zu realisieren.


Schuldenabbau ab 2018 geplant

"Ab 2018 sollen sich die Kosten für Wasser-, Kanal- und Straßenanschlüsse dann durch Steuereinnahmen und Beiträge der Grundstücksbesitzer refinanzieren", erläuterte Dietmar Zwillich das kostenintensivste Investitionsvorhabens der Kommune. Treten die Prognosen ein, könnte der Schuldenberg der Stadt dann kontinuierlich abgebaut werden und Anfang 2020 geringer sein als heute.

Desweiteren plant der Kämmerer für 2016 tarifbedingte Zuwächse bei den Personalkosten sowie weiterhin hohe Gelder für die Kindertagesstätten ein. Bezüglich der Gewerbesteuereinnahmen geht er von einem leichten Rückgang aus, bei der Kreisumlage rechnet er unter anderem wegen den erhöhten Ausgaben durch den Klinikneubau mit einem weiteren Anstieg. Die Schlüsselzuweisungen, die sich unter anderem an den Gewerbesteuereinnahmen vor zwei Jahren bemessen, könnten hingegen den niedrigsten Wert seit einigen Jahren erreichen.

Positiv sei das Absinken der Zinslast zu bewerten. Mit Hilfe einer Umschuldung konnten die jährlichen Zahlungsverpflichtungen um etwa 400  000 Euro gesenkt und damit mehr als halbiert werden.

In seiner Sitzung am Dienstagabend hat der Stadtrat sowohl die Vorlage der Jahresrechnung 2015 als auch die Haushaltssatzung 2016 und den Finanzplan der Jahre 2017 bis 2019 ohne Gegenstimme angenommen.