Der Weihnachtsmarkt in der Kreisstadt ist der größte im Landkreis und der mit der stärksten Anziehungskraft. Schließlich hat er mit dem liebevoll gestalteten Märchenwald und der darin ihre Runden drehenden Eisenbahn ein Alleinstellungsmerkmal. Mitunter kommen Familien von weither, um das zu erleben, und der Andrang gerade am Gleis beim Einstieg ist oft groß. Kann man dieses Angebot auch während der Corona-Pandemie machen? Kann der Weihnachtsmarkt überhaupt stattfinden, und wenn ja, wie?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Stadtverwaltung seit längerem. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen, und sie wird es wohl auch nicht, bevor nicht die Staatsregierung in München neue Maßgaben veröffentlicht hat. Dies wird bis Ende des Monats erwartet.

Verschiedene Überlegungen

"Wir planen verschiedene Alternativen", gibt Steffen Hofmann auf Nachfrage zur Auskunft. Es gebe Überlegungen, wie man den Markt entzerren, Abstände vergrößern könnte. Den Märchenwald betreffend sehe er das eher kritisch, sagt der Leiter des Sachgebietes Wirtschaft, Tourismus und Stadtmarketing. Gleiches gelte für die beliebten Glühwein-Unterstände. Nahe beieinander stehen, der eine kommt, der andere geht, ohne Registrierung, wie sie derzeit in der Gastronomie vorgeschrieben ist - das dürfte im Corona-Winter 2020 kaum möglich sein. Hofmann weist auf die Schwierigkeit hin, das zu kontrollieren. Eher vorstellbar wäre da schon die "Adventhüttn", weil man da ähnlich wie in einem Lokal verfahren könne. Klar ist aber auch, dass unter den bestehenden Auflagen auf keinen Fall so viele Leute hinein dürften, wie sonst.

Abstimmung mit den Behörden

"Wir sind mit Landratsamt, Gesundheitsamt sowie der Gastronomie im Gespräch und wollen versuchen, im Rahmen der Möglichkeiten etwas auf die Beine zu stellen ", erklärt Hofmann.

Abfragen bei den bisherigen Teilnehmern des Weihnachtsmarktes sind - wie alle Jahre zu dieser Zeit - bereits erfolgt. Sie zeigen ein großes Interesse daran, in Lichtenfels wieder einen Stand anzumieten. "Der Rücklauf ist groß", berichtet Steffen Hofmann. Vielleicht gerade deshalb, weil im Laufe dieses Jahres so viele Märkte hatten abgesagt werden müssen.

Die Stadt Lichtenfels könnte demnach all ihre verfügbaren Hütten belegen, eher mehr. Trotzdem bleibt da vorerst der Konjunktiv: "könnte". Über das ob und in welcher Form ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.