Selbst neun Stunden nach dem Brand in der Staffelsteiner Bahnhofstraße liegt der Qualmgeruch noch in der Luft. Direkt vor dem Anwesen steht ein blauer VW-Bus. Männer in weißen Anzügen schrauben eine weiße Holzplatte vor das Fenster, aus dem in der Nacht zum Montag die Flammen loderten. Auf dem Gehsteig steht ein Korb mit angekohlter Kleidung. Auf der Straße liegen angebrannte Bretter: Die Unglücksnacht ist am Montagvormittag noch allgegenwärtig.


75-Jähriger kommt ums Leben

Der Alarm ging in der Nacht zum Montag gegen 2.40 Uhr bei den Feuerwehren ein. Als diese vor Ort eintrafen, schlugen bereits Flammen aus dem Gebäude und das Treppenhaus war verraucht, erzählt Holger Reinlein, Gruppenführer der Staffelsteiner Feuerwehr. Mit schwerem Atemschutz gingen sofort mehrere Trupps in das Gebäude. Dabei fanden sie einen Mann, den sie sofort nach draußen brachten. Der Notarzt konnte jedoch nur noch den Tod feststellen. Es handelte sich um den 75-jährigen Hausbesitzer.

Solche Einsätze, bei denen Personen nur tot geborgen werden können, bezeichnet Reinlein als absolute Extremsituation. Es gebe unterschiedliche Charaktere: Der eine stecke einen solchen Vorfall besser weg als der andere. "Grundsätzlich ist jedoch ein Gespräch der Kräfte untereinander vor Ort und im Anschluss gang und gäbe und wichtig, um sich seine Eindrücke von der Seele zu reden", meint er. Zudem gebe es auch noch die Psychosoziale Notfallversorgung, falls so etwas gebraucht wird.

Während ein Trupp zur Personenrettung in das Haus ging, konnte von außen ein erster Löscherfolg erzielt werden. Vier weitere Bewohner des Mehrfamilienhauses konnten von den Einsatzkräfte über Leitern gerettet werden. Ein 72-Jähriger erlitt bei dem Brand eine Rauchgasvergiftung und kam zur Beobachtung ins Krankenhaus. "Zudem erfolgte bereits zu einem frühen Zeitpunkt eine taktische Ventilation mit Überdrucklüftern, um sowohl das Treppenhaus als auch die betroffene Wohnung zügig rauchfrei zu bekommen." Insgesamt waren 100 Einsatzkräfte vor Ort. Der Schaden wird von der Polizei auf 100 000 Euro geschätzt.

Am Montagmorgen begann ein Brandermittler der Kripo Coburg mit der Suche nach der Brandursache. Am frühen Montagabend dann eine Pressemeldung des Polizeipräsidiums Oberfranken: Nach ersten Erkenntnissen soll ein technischer Defekt der Auslöser gewesen sein.

Nach den getroffenen Feststellungen des Brandermittlers und den ersten Ergebnissen der Spurensicherung ist das Feuer im Schlafzimmer ausgebrochen. Dort dürfte ein Defekt an einem elektrischen Gerät das Zimmer in Brand gesetzt haben. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Coburg findet morgen eine Obduktion des Leichnams statt.

Die weiteren Bewohner werden in den nächsten Tagen in ihre Wohnungen zurückkehren können.