Nicht mit Böllern und Raketen, sondern mit Trompetenschall und Orgelklang ging das Jahr in Vierzehnheiligen zu Ende. Bei einem festlichen Konzert von Trompeten und Orgel öffnete sich am Silvesterabend ein Stück des Himmels in der Basilika.
Das Ensemble "Compagnia Trompetia" unter der Leitung von Alexander Kneuer spannte dabei einen Bogen vom Barock bis zur Romantik und Moderne. Die vier Kirchenmusiker und Musiklehrer aus Unterfranken spielten Werke von Johann Sebastian Bach, Henry Purcelli, Sigfrid Karg-Elert und Pater Valentin Rathgeber.


Ein musikalischer Strauß

Das Licht von sechs prächtig geschmückten Christbäumen spiegelte sich in den glänzenden Instrumenten der Trompeter Bernhard Reußner, Christian Metz und Alexander Kneuer, und die Riegerorgel erfüllte den sakralen Raum mit mächtigem Klang. Organist Karl-Heinz Sauer musizierte mit gedeckten Registern, tiefen Bässen und schuf einen schönen Kontrast zu den strahlenden Trompeten.
Mit einem klaren, stimmungsvollen Choral "Nun danket alle Gott..." nahm das Konzert seinen Anfang. Was nun folgte, war ein musikalischer Strauß aus unterschiedlichen Epochen der Musikgeschichte, der bewies, was dieses Ensemble auszeichnet: Nämlich nicht nur die Interpretation originaler Trompetenpartien des Barock mit adaptierter Orgelstimme, sondern auch das Arrangieren fremder Werke von Barock bis zeitgenössischer Moderne.
Die Trompeten spielten so unglaublich synchron ihren Lobgesang in einem Raum, dessen Akustik für diese Musik wie geschaffen scheint. Die drei Weihnachts-Pastorellen von Valentin Rathgeber (1682-1750) waren eine Hommage an einen höchst vielseitigen Komponist, der vor allem praktische Erfordernisse der Musikausübung in den hiesigen Pfarreien in den Blick nahm.


Barockes Lebensgefühl

Die Musiker von "Compagnia Trompetia" begeisterten nicht nur durch strahlenden Sound und glockenreine Spitzentöne, sondern auch durch eine faszinierende Technik. Heiter, das barocke Lebensgefühl beschwörend, interpretierte das Quartett den bekannten Bach-Choral "Jesus bleibet meine Freude". Die stimmführenden Trompeten begleitete die Orgel mit dem typisch polyphonen Gleichklang der Barockmusik, der schließlich zu einer wunderbaren Klangeinheit kumulierte.
Im Gegensatz dazu stand das "Antiphonal Voluntary" von Henry Purcelli (1659-1695) bei dem die Blechbläser die Fanfaren von der Empore schmetterten und die Orgel das Echo zurückwarf, bis der fulminante Schluss alle vereinte. Bei der "Sinfonie de Fanfares" von Jean-Joseph Mouret (1682-1738) bereiteten die Bässe der Orgel das tänzerische Menuett vor.


Feuerwerksmusik als Zugabe

Es folgten ein Zwischenspiel und ein grandioser Schluss, bei dem die Bachtrompeten in den höchsten Tönen jubilierten. Das Konzert endete mit dem Militärmarsch "Pomp and Circumstances", aus der Operette "Land of Hope and Glory" von Edward Elgar (1857-1934). Den begeisterten Zuhörern dankte die "Compagnia" als Zugabe mit dem ersten Satz der Feuerwerksmusik von Händel.