Aufrecht sitzt sie da. Hellwach. Während sie zuhört, ordnet sie sowohl die Informationen, die sie hört, als auch die Antwort, die sie gleich geben wird. Ihre Arbeit braucht einen langen Atem, aber sie ist bereit zu handeln.

Stefanie Hahn ist seit August 2012 Regionalmanagerin der Region Obermain und im Landratsamt anzutreffen.
"Was wir hier tun, ist Projektarbeit, und die geht nicht von heute auf morgen", sagt sie, "aber wir sind offen für alles und wollen Dinge bewegen." Und anderen helfen, Dinge zu bewegen. Gleich ob Einzelpersonen, Institutionen, Unternehmen, Vereine oder Initiativen.

Das Ziel ist hoch gesteckt: 25 Projekte sollen in den kommenden zwei Jahren auf den Weg gebracht werden. Mindestens. "Wenn das Konzept richtig gut ist, kann sogar noch das eine oder andere dazu kommen", sagt Hahn. Die hohe Zahl schreckt sie nicht.

Ohne Finanzen gibt's nur Hirngespinste

Stefanie Hahn berät bei Formalitäten wie dem optimalen Formulieren von Projektzielen, dem Ausfüllen von Anträgen und der Auswahl der günstigsten Rechtsform. "Diese Kompetenz ist quasi die handwerkliche Seite meiner Arbeit", sagt sie. Denn ohne die nötigen Finanzmittel bleiben die besten Ideen nur Hirngespinste.

Weil bei Stefanie Hahn außerdem viele Fäden zusammenlaufen und viele Aktivitäten und Projekte bekannt sind, kann sie helfen, Kooperationspartner zu finden und bringt Menschen und Ideen mit gemeinsamen Zielen zusammen. Insbesondere im Tourismus sieht die Diplom-Geografin beste Perspektiven für den Landkreis und die ganze Region. "Ich helfe, Aktivitäten zu bündeln und arbeite daran, die Außendarstellung in diesem Bereich zu verbessern."

Denn eine schöne Landschaft mit Wanderwegen und Freizeitmöglichkeiten zu haben ist das eine, das Ganze überregional bekannt zu machen das andere. Hier sieht Hahn auch die Zukunft der ausgerufenen "Gesundheitsregion Obermain" und des Geo-Portals Lichtenfels.

Kaum bekanntes Potenzial

Weniger bekannte, aber trotzdem wichtige Aufgabengebiete des Regionalmanagements sind das Integrierte Klimaschutzkonzept, die Barrierefreie Region und die so genannte MINT-Region. MINT steht für Mathe-Informatik-Naturwissenschaft-Technik. "Kaum einem ist das bewusst, aber insbesondere in diesen Bereichen hat die Region qualifizierte Arbeitsplätze zu bieten und kann für Maschinenbauer, IT-Leute und Ingenieure interessant sein." Und dafür, Abiturienten aus Burgkunstadt und Lichtenfels nach dem Studium wieder an den Obermain zu holen.

Denn "nur" von der schönen Landschaft und den Senioren kann und will die Region nicht leben. "Potenzial ist in vielen Bereichen da. Wir brauchen bessere Netzwerke und ich sehe meine Aufgabe nicht zuletzt darin, die richtigen Menschen zusammenzubringen", sagt die Regionalmanagerin.