Unsere Bürger sollen ein entscheidendes Wort mitreden", sagte Bürgermeister Bernhard Storath (CSU) in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. Kommt tatsächlich ein Windpark in Messenfeld-West, "dann sollen unsere Bürger möglichst viel profitieren".

Sechs Windkraftanlagen könnten im Gebiet Nummer 100 (Messenfeld-West) Strom erzeugen. Wenn, ja wenn alle Grundstückseigentümer an einem Strang ziehen. Und derer gibt es 39. Wie bekommt man die alle unter einen Hut? Noch dazu, wenn der Gemeinde kein einziger Quadratmeter Fläche selbst gehört.

"Wir haben in dem Fall keine Rechtsposition", stellte das Gemeindeoberhaupt vor dem Gremium klar. Trotzdem will die Gemeinde "steuernd eingreifen". Schließlich setze man sich schon seit längerer Zeit für regenerative und alternative Energien ein. Sonst hätte das Gremium wohl kaum zugestimmt, Messenfeld-West überhaupt als Vorranggebiet für Windenergie fortzuschreiben. Einig waren sich alle: Bei einem Investitionsvolumen von rund 30 Millionen Euro braucht man Profis an seiner Seite.

Nicht voreilig Verträge schließen


In einem Brief vom 23. Juli dieses Jahres habe die Gemeinde alle 39 Grundstückseigentümer bereits angeschrieben und ihnen empfohlen, keine voreiligen Verträge mit Fremdinvestoren für Windkraftanlagen abzuschließen, sagte der Bürgermeister. Denn das berge zweierlei Gefahren: Zum einen gehe die Wertschöpfung in keine Ebensfelder Kasse, sondern in die des Unternehmens, und zum anderen könne der Windpark kaum realisiert werden, wenn der eine Eigentümer bei Betreiber A, drei andere bei Betreiber B und wieder ein paar andere bei Betreiber C unterschreiben.

Gemeinsam handeln


"Der Windpark kommt nur, wenn alle an einem Strang ziehen", sagte Storath und schlug dem Gemeinderat vor, eine Versammlung mit den Eigentümern abzuhalten, um ein weiteres gemeinsames Vorgehen abzuklären. "Aber entscheiden können wir da gar nichts, höchstens unsere Hilfe anbieten", betonte der Bürgermeister noch einmal.

Die in der öffentlichen Sitzung anwesenden Grundstückseigentümer nickten dazu. Mit 17:0 Stimmen beschloss das Gremium, eine Eigentümerversammlung anzuberaumen, in der der Bürgermeister den 39 Eigentümern folgendes Vorgehen empfehlen will: Keine Alleingänge, sondern gemeinsames Handeln. Für den kaufmännischen Betrieb des Windparks soll die Genossenschaft NEO (Neue Energie Obermain eG) gewonnen werden. "Das sind alles Einheimische", sagte Storath.

Aber auch die NEO müsse sich für den technischen Betrieb Hilfe bei einer Spezialfirma holen, gab er noch zu bedenken. Allerdings könnte dann ein Teil der Windkraftanlagen eventuell als Bürgerwindräder betrieben werden. Privatinvestoren könnten Kapital einbringen und Anteile erwerben. Dann hätte die Marktgemeinde Strom aus Messenfeld und Anteil am Gewinn.

Keine Erweiterung in Unterneuses


Der Bebauungsplan "Gewerbegebiet Unterneuses-Nord" wird nicht erweitert, die geplante 13. Änderung des Flächennutzungsplans wird aufgehoben und das Bauleitverfahren eingestellt, beschloss der Marktgemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig. Die dort ansässige Firma Herbst Logistik GmbH hat ihre Pläne aufgegeben, das dortige Logistikzentrum zu erweitern. Also brauche man auch die Änderungen im Bebauungsplan nicht.

Ebenfalls einstimmig beschloss der Gemeinderat, den Bebauungsplan "Straßenäcker" in Ebensfeld zu ändern. Hier will ein Bauherr ein Wohngebäude mit zwölf Wohneinheiten errichten. Die beiden Baufelder mit den Flurnummern 2507/15 und 2507/16 werden zu einem Baufeld mit 32 Metern Breite zusammengefasst. Die Baugrenze zur Kloster-Banz-Straße soll um vier Meter in Richtung der Staatsstraße verschoben werden. Der anbaufreie Streifen zur Staatsstraße wird von 20 auf elf Meter reduziert. Für die angrenzenden Grundstücke wird eine Zufahrt über den südwestlich angrenzenden öffentlichen Parkplatz zugelassen.

Kampf gegen Leerstände


Mehr und mehr Gebäude im Ortskern von Ebensfeld stehen leer. Nun will - ähnlich wie in vielen anderen Kommunen auch - der Gemeinderat handeln, um den Ortskern künftig attraktiv zu halten. Die Verwaltung wird eine dafür notwendige Voruntersuchung veranlassen, denn dann könnten im Zuge der Städtebauförderung entsprechende Sanierungsgebiete ausgewiesen werden und die Eigentümern von möglichen Fördermitteln profitieren.

Die Kosten für diese Untersuchung schätzte der Bürgermeister auf 40 000 bis 50 000 Euro, von denen die Regierung von Oberfranken 60 Prozent übernimmt. Ein Vertreter der Regierung wird zu einer der nächsten Gemeinderatssitzung eingeladen, um Fragen zu klären.

Was kostete Kirchensanierung?


Heinrich Kunzelmann (FW) fragte, ob die Kosten der Renovierung der Birkacher Kirche schon feststehen. Laut Bürgermeister Storath stehen noch einige Rechnungen aus. Erst wenn diese vorlägen, könne man die Gesamtkosten, den Anteil der Gemeinde und die Beteiligung der Birkacher genau beziffern. Zu Pfingsten 2013 sei die offizielle Einweihung der sanierten Kirche mit dem Bamberger Erzbischof Ludwig Schick geplant; aber Gottesdienste fänden derzeit schon wieder in der Kirche statt. "Ich war schon drin in der Kirche. Ist sehr schön geworden", sagte das Gemeindeoberhaupt und empfahl jedem einen Besuch im renovierten Birkacher Gotteshaus.

Allgemeiner Unmut und Unzufriedenheit herrschten in den Gemeindeteilen über die Funktionsweise der Vodafone-Funkmasten. Das Internet funktioniere zwar inzwischen einigermaßen, nicht aber die Telefone. In Oberküps hätten längst die Antennen getestet werden sollen, seit Wochen sei aber - trotz Anfragen und Beschwerden - nichts passiert. Bei der Firma Vodafone erreichen weder verärgerte Bürger noch die Verwaltung oder der Bürgermeister die zuständige Kontaktperson.

"Wir haben schon mit dem Firmensitz in München gesprochen, aber nichts passiert", machte auch der Bürgermeister seinem Unmut Luft. "Wir zahlen - aber das als tolle Zwischenlösung versprochene Provisorium taugt nichts", verlautete aus dem Zuschauerraum. Von "Schrott", "Sauerei" und "umsägen, das Ding!" war die Rede. In Ebensfeld hat Vodafone offenbar keine Freunde mehr.