Das gab der Leiter des Amtes für Ernährung und Landwirtschaft Coburg, Hans Vetter, beim Kreiserntedankfest am Sonntag bekannt. Die offizielle Eröffnung soll im April kommenden Jahres stattfinden. Künftig werde der Bayerische Bauernverband hier seine Kreisgeschäftsstelle haben, ergänzte Geschäftsführer Hans Rebelein.
Das Gebäude werde behindertengerecht mit einem Fahrstuhl ausgestattet, sagte er unserer Zeitung. Im Erdgeschoss des Neubaus seien die Räume für das Amt vorgesehen. Im Altbau findet im Erdgeschoss die Agrarökologie Platz. Im 1. Stock des Altbaus werde die Geschäftsstelle des Bauernverbandes eingerichtet. Daneben im Neubau solle der Beratungsdienst kundenfreundliche Räume erhalten.
In seiner Rede zum Kreiserntedankfest bedauerte der Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverbandes, Hermann Greif, dass der Erntedank in unserer heutigen Gesellschaft immer mehr an Bedeutung verliere.
Die Milch fließe endlos aus dem Tetrapack. Lebensmittel stünden in riesiger Auswahl immer und scheinbar unbegrenzt zur Verfügung. "Doch für uns bäuerliche Familien und für einen großen Teil der ländlichen Bevölkerung ist Erntedank nach wie vor ein zentrales Ereignis im Jahreslauf", betonte er. Ernte heiße auch Arbeit beinahe rund um die Uhr, Fahrverkehr und manchmal verschmutzte Straßen. Diejenigen, die sich gestört fühlten, sollten bedenken, dass Ernte nicht zu festen Bürozeiten eingebracht werden könne. "Wer im Schlaraffenland lebt, sollte auch akzeptieren, dass moderne Landwirtschaft weder ein Streichelzoo, noch mit dem Ochsenkarren unterwegs ist", stellte Greif fest. Zum Erntedank merkte der Präsident an, dass es vor allem die Bauern sind auf der Welt, die an Armut und Hunger leiden. Ihnen werde oft Eigentum, Infrastruktur, hochwertiges Saatgut oder Zugang zu Krediten verwehrt. Die Entwicklungspolitik müsse dies endlich ins Zentrum ihrer Arbeit stellen, forderte er. "Hungernde Menschen sollten die eigentlichen Ankläger für Luxusumweltschützer und Sofaaktivisten sein, die knappes fruchtbares Ackerland immer noch als ihre Spielwiese ansehen", schimpfte der Bauernführer.
Land und Forstwirtschaft seien die einzigen Branchen, die mit ihren Betrieben einen Beitrag zum Umweltschutz leisten, leitete der Redner zu einem anderen Thema über. Land- und Forstwirtschaft würden durch ihre Produktion klimaschädliches Kohlendioxyd binden und produzierten Sauerstoff. Auch die Hetze gegen Rinderhaltung und der Aufruf zum Fleischverzicht wegen Klimaschädigung, verstehe er nicht. "Wer soll denn, wenn nicht die Kuh, Milch für Joghurt, Trinkmilch und Käse und nebenbei hochwertige Fleisch produzieren?", fragte Greif. Das alles komme aus den Wiesen, die von den Kühen am besten verwertet werden. Franken würde ohne Rinder sein Gesicht negativ verändern. Von den Almen und dem Grünlandgürtel in Bayern würde nur noch Urwald übrig bleiben.
Greif schloss mit einem Appell an die Verbraucher. Wer regionale Produkte wolle, der müsse auch die Bauern der Region unterstützen und sie wirtschaften lassen. "Freuen wir uns daran, dass es bei uns noch viele bäuerliche Familienbetriebe im Voll- und Nebenerwerb gibt." awe