Acht Gruppen hat der bestehende Kindergarten in der Prälat-Meixner-Straße. Der Bedarf für die kommenden Jahre liegt aber höher. Deshalb besserte der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag nach und beschloss, die Kinderkrippenplätze von 72 auf 80 anzuheben. Um dem Bedarf gerecht zu werden, müssen 37 Kindergartenplätze und 18 Krippenplätze - insgesamt drei Gruppen - neu geschaffen werden. Das beschlossen die Räte einstimmig. Nun gilt es, zusammen mit dem Träger, der Katholischen Kirchenstiftung, ein Konzept zu finden.

Aber wo können die drei zusätzlichen Gruppen untergebracht werden? Mehrere Möglichkeiten stehen im Raum.
Zum einen wäre denkbar, den bestehenden, vor wenigen Jahren erweiterten Kindergarten in der Prälat-Meixner-Straße auszubauen. Zum anderen gibt es Überlegungen, auf einem gemeindeeigenen Grundstück an der Himmelreichstraße einen Neubau zu errichten. Die Gemeinderäte wägten in lebhafter Diskussion die Vor- und Nachteile beider Varianten ab.


Ist ein Ausbau sinnvoll?

Die Erweiterung des bestehenden Gebäudes ist aus architektonischen und räumlichen Gründen nur bedingt möglich. Die Erzdiözese Bamberg verweigert den Abriss des benachbarten Pfarrhauses, um den Kindergarten zu erweitern. Sie stellt aber die Nutzung des Pfarrgartens dafür in Aussicht. Weil die Aufstockung nur einer Gruppe Platz böte, müssten zusätzlich Container aufgestellt werden, wobei die Frage der sanitären Einrichtungen ungeklärt bliebe.

Bürgermeister Bernhard Storath (CSU) präferiert den Neubau an der Himmelreichstraße. Rund zwei Millionen Euro würde das kosten, wobei etwa 1,4 Millionen Euro an Zuschüssen zu erwarten wären. Gut eine halbe Million Euro müsste die Gemeinde nach Storaths Worten selbst stemmen. Wenn die Standortfrage geklärt sei, komme als nächster Schritt die Entscheidung über Modulbauweise oder Containerlösung.

Die Katholische Kirchenstiftung signalisierte bereits, dass sie - unabhängig von der Standortfrage - die Betriebsträgerschaft übernehme, sagte der Bürgermeister. "Die Gemeinde baut's und finanziert's", erklärte er, denn die Kirche baue keine Kindergärten mehr.

Die Freien Wähler merkten an, dass die Gemeinde durch die Großprojekte Feuerwehrhaus und Folgen des ICE-Trassenbaus finanziell stark belastet sei. Eine weitere Verschuldung, so die Argumentation der Freien Wähler, gehe zu Lasten der nachfolgenden Generationen. Axel Hümmer (FW): "Wir diskutieren über viel Geld."

Der Bürgermeister signalisierte: "Wir lassen nochmal durchrechnen, was eine Aufstockung kostet und lassen eine Containerlösung prüfen." Er verteidigte seine Vision, an der Himmelreichstraße ein Sozialzentrum mit Tagesbetreuung für Kinder und Senioren zu schaffen. Der dortige Standort sei auch wegen der Verkehrssituation die bessere Alternative.

Otto Weidner (B90/Grüne) und Kurt Hammer (SPD) konnten sich mit diesen Plänen anfreunden. Es wäre der Idealfall, wenn in Ebensfeld ein Mehrgenerationenhaus geschaffen werden könnte, sagte Weidner. Seniorenbeauftragter Hammer wies auf die künftig stark anwachsende Zahl betreuungsbedürftiger älterer Menschen hin, für die vorgesorgt werden sollte.

Bürgermeister Storath schlug vor, die Fakten zu beiden Versionen zu bündeln, um in einer Sondersitzung oder in der Gemeinderatssitzung im Juni darüber zu beraten und möglichst eine Entscheidung zu treffen.



Sanierung kann beginnen

Seit 2013 bestehen Pläne, den Ortskern Ebensfelds über die Städtebauförderung als Sanierungsgebiet auszuweisen. Die Gemeindeverwaltung hat nun ein kommunales Förderprogramm erstellt, das mit der Regierung von Oberfranken abgestimmt wurde. Der Gemeinderat billigte am Dienstag dieses Programm mehrheitlich.

Bürgermeister Bernhard Storath (CSU) sagte, dass die Bürger, deren Anwesen im Sanierungsgebiet liegen, wohl in diesem Jahr Anträge stellen können.

Parallel dazu müssten sie eine Sanierungsberatung in Anspruch nehmen. Die erforderlichen Antragsformulare werden auf der Homepage der Gemeinde zur Verfügung gestellt.

Mit dem jeweiligen Eigentümer wird eine Sanierungsvereinbarung getroffen, in der alle Bedingungen aus dem Förderprogramm enthalten sind. Für die Sanierungsberatung entstehen den Gebäude-Eigentümern keine Kosten.

Der Markt Ebensfeld begrenzt die Förderung von privaten Investitionen auf eine Höchstsumme von 20 000 Euro.
Ein Flyer mit den wichtigsten Angaben für die vorbereitenden Untersuchungen wird derzeit erstellt und ist bald im Rathaus erhältlich.



MEINUNG


Gemeinden haben den Schwarzen Peter


Es ist das klassische Dilemma: Der Ausbau des bestehenden Kindergartens ist schwierig - ein Neubau sehr teuer. Erst vor wenigen Jahren ist der Kindergarten in der Prälat-Meixner-Straße ausgebaut worden.

Dabei hatten die Räte die Option offengelassen, das Gebäude zu erweitern. Das jedoch ist nur um eine Gruppe möglich. Mit so vielen Geburten (oder Zuzügen junger Familien) hatte offenbar keiner so richtig gerechnet. Nun ist das Kind in den Brunnen gefallen - pardon: in die Wiege. Im Vergleich zu den Vorjahren wurden in Ebensfeld bereits im Mai acht Geburten mehr registriert.

Mit der Anpassung auf 80 Krippenplätze löst die Gemeinde ihre Verpflichtung ein. Doch Bürgermeister Storath prognostiziert bereits: "Das werden garantiert noch mehr werden." Was also tun? Den bestehenden Kindergarten im verkehrstechnisch beengten Wohngebiet ausbauen? Das ist mit großen Schwierigkeiten verbunden. Auf der grünen Wiese neu bauen hingegen kostet viel Geld. Geld, das die Gemeinde nicht hat.

Die staatlichen Zuschüsse gingen zudem kontinuierlich zurück. Der Staat lässt die Kommunen allein, wenn es ums Finanzieren der benötigten Infrastruktur geht - sei es beim Feuerwehrhaus (Förderung: etwa zehn Prozent) oder einer Kindertagesstätte (rund 70 Prozent). Bund und Freistaat Bayern sind gefordert, hier neue Programme aufzulegen.

Matthias Einwag