Wer trauert ihr nicht manchmal nach, der kostbaren Zeit, die beim Blick auf den Bildschirm verstreicht? Man wartet, die Sanduhr dreht sich, der gewünschte Download nimmt aber einfach kein Ende.

Eine Situation, die in ländlichen Regionen immer noch häufig vorkommt, der jedoch mit großen Anstrengungen begegnet wird. Denn neben einer guten Verkehrsinfrastruktur, kulturellen und schulischen Angeboten oder Einkaufsmöglichkeiten gehört längst auch ein schneller Internetanschluss zu den wichtigen Standortfaktoren.

Deshalb fördert der Freistaat Bayern den Breitbandausbau seit 2014 in großem Stil (siehe unten). Das Ziel: Bis Ende 2018 soll fast überall eine Downloadmenge von 30 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) möglich sein.

Alle elf Kommunen des Landkreises Lichtenfels waren oder sind mit einem oder mehreren Gebieten im Förderprogramm. In einer dreiteiligen Serie stellen wir den aktuellen Stand vor.
Den Start machen die beiden südwestlichen Kommunen.

Ebensfeld
ist in Sachen Breitbandausbau ein Vorreiter. Die Marktgemeinde war die erste Kommune Oberfrankens, die in den geförderten Ausbau ging. Am 19. Februar 2014 erfolgte der Spatenstich, seit Dezember 2014 kann man auf schnelles Internet umsteigen.

Das Erschließungsgebiet erstreckt sich von den nordwestlichen Orten Eggenbach, Draisdorf und Döringstadt über Birkach, Ober- und Unterbrunn, Unterneuses und Pferdsfeld bis ins östliche Gemeindegebiet nach Kutzenberg, Prächting, Dittersbrunn, Kümmel, Kleukheim sowie Ober- und Unterküps. Der Kernort Ebensfeld war bereits vorher mit 30 Megabit ausgestattet.

Seit Baueende hat das Gemeindegebiet nur noch wenige "weiße Flecken" unter 30 Mbit/s. Einige davon, zum Beispiel Neudorf, profitieren aber indirekt und konnten ihr Kapazitätsniveau durch die Nähe zu Verteilersystemen erhöhen.

In Bad Staffelstein gibt es derzeit ein Ausbaugebiet, um rund 1400 Haushalte mit mindestens 30 Megabit zu versorgen. Darin sind Teile des südöstlichen Staffelsteiner Stadtgebietes, der Seestraße und der Auwaldsiedlung sowie die Orte Krögelhof, Wiesen, Unterzettlitz, Schönbrunn, Neuhof, Nedensdorf, Unnersdorf, Neubanz und Hausen.

Der Stadtkern, die Region um Altenbanz (Süc/ Dacor sogar mit Glasfaser) und weite Teile des Lautergrunds waren schon vorher erschlossen. Lediglich in Serkendorf sowie Bereichen von Kaider und Tiefenthal und in einzelnen Teilen von Grundfeld und Wolfsdorf werden die 30 Mbit/s auch nach Ausbauende noch nicht erreicht sein.



Zahlen & Fakten zum Breitbandausbau im südwestlichen Landkreis

Bad Staffelstein Einwohner: 10 400, Ortsteile: 30, Förderung: 631 000 Euro, Eigenanteil: 70 100 Euro, Ausbaustand: Seit November 2015 im aktuellen Förderprogramm; abgeschlossen im September 2016.
Unter 30 Mbit bleiben: Teile von Kaider und Tiefenthal sowie Serkendorf, Wolfsdorf und Grundfeld. Betreiber: Telekom (hat Zuschlag für geförderten Ausbau), Kabel Deutschland, SÜC/DACOR)

Ebensfeld
Einwohner: 5700, Ortsteile: 21, Förderung: 850 000 Euro, Eigenanteil: 374 000 Euro, Ausbaustand: Nur einzelne "weiße Flecken", ansonsten überall zwischen 30 und 50 Megabit verfügbar. Betreiber: Telekom (hatte Zuschlag für geförderten Ausbau) und Kabel Deutschland