Löwe die dritte: Systeam aus Ebensfeld ist erneut unter "Bayern Best 50" gewählt worden. Den Preis bekommen Firmen, die in der Vergangenheit besonders stark expandiert haben. Zum erstem Mal bekam der Ebensfelder Druckerspezialist den Preis im Jahr 2012, danach erneut 2015, und nun Ende 2020 noch einmal. Ob es einen vierten geben wird? Geschäftsführer Volker Mitlacher überlegt kurz, ob es nicht eine Grenze gibt?"Ich weiß gar nicht, ob man den dann nochmal bekommt."

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass man sich nach einer weiteren Pause noch einmal in der Bestenliste wiederfinden könnte, die das Wirtschaftsministerium im Freistaat Bayern führt, das den Preis verleiht. Denn Systeam wächst kontinuierlich seit vielen Jahren.

Damit die stark wachsende Firma vor Ort bleiben kann, hatte die Gemeinde nördlich von Ebensfeld vor rund zehn Jahren ein neues Gewerbegebiet ausgewiesen. Dort entstand im Jahr 2012 eine neue Logistikhalle mit etwa 11000 Quadratmeter Lagerfläche auf einem 60 000 Quadratmeter großen Grundstück.

Schon damals hatte man eine mögliche Erweiterung vorgesehen. Jetzt zieht man dies in Betracht. Neben der bestehenden Halle könnte ein zweiter Bau entstehen, in ähnlicher Größe. Einen Bauantrag gibt es aber noch nicht. Kürzlich hat Systeam in der Schweiz neu gebaut. Dazu wird im Augenblick die Erweiterung der dänischen Logistikhalle geplant, Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein.

Alle Zahlen zeigen nach oben. Zwischen 2012 und 2014 stieg der Umsatz von 206 auf 240 Millionen Euro, der Mitarbeiterstamm von 170 auf 200. 2020 waren es 530 Millionen Euro und 312 Mitarbeiter.

Diese Entwicklung kam zum Teil auch deswegen, weil Systeam in Skandinavien expandierte: "Das geschah Anfang 2019", sagt Stefanie Mitlacher, Assistenz der Geschäftsführung. Die Ebensfelder übernahmen dort einen Distributor.

Skandinavien ist mit rund 26 Millionen Einwohnern kein Schwergewicht in der Bevölkerungszahl. "Europäisch gesehen ist das nicht unbedingt viel", sagt Volker Mitlacher. Die übernommene Firma wolle zusammen mit Systeam ein größeres Gewicht in der EU darstellen. Nun hat Systeam Niederlassungen in Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland mit zwei Lagern in Schweden und Dänemark. Auch Island besitzt ein eigenes Lager und wird von Dänemark per Fähre beliefert. "Da ist die Ware dann schon mal 3 Tage unterwegs." 156 Millionen Euro setzt man im Norden um. "Skandinavien ist sehr personalintensiv", sagt Stefanie Mitlacher. In jedem Land setzt Systeam auf eigene Ansprechpartner, damit man mit den Kunden in Landessprache kommunizieren kann.

Das ist Systeam wichtig: "Über das Produkt selber kann man sich kaum differenzieren. Der Mitbewerber hat das Produkt in identischer Form", sagt Volker Mitlacher. "Im Prinzip sind die Menschen und die Firma das Produkt, das wir verkaufen. Also die Betreuung des Kunden." Man müsste gut liefern können und einen guten Draht zum Kunden haben.

Insgesamt beschäftigt man aktuell 312 Mitarbeiter, es könnten noch mehr werden, denn Systeam kann sich vorstellen, noch in weitere Länder zu expandieren. "Tschechien liegt ja gleich in der Nachbarschaft", sagt Volker Mitlacher. Auch Frankreich dürfe man als Markt nicht unterschätzen als großes EU-Land. Ein Problem: In Frankreich müsste man französisch sprechen: "Das kann hier so gut wie keiner. Umgekehrt sprechen die Franzosen oft kein Englisch, das erschwert die Kommunikation." Kein Thema sei aktuell Großbritannien, bedingt durch den Brexit.

Sortiment erweitert

Früher erzielte man 80 Prozent des Umsatzes mit Druckern und Zubehör, heute noch 65, weil man das Sortiment erweitert hat, etwa um Notebooks, Bildschirme und Netzwerk samt Zubehör wie Tastaturen, Mäuse und Displayhalterungen.

Und wie steht es um neues Personal? "Das ist immer ein Thema, weil wir ja in der Vergangenheit praktisch keine Arbeitslosigkeit hatten", sagt Volker Mitlacher. Doch durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, etwa Sportsponsoring, habe sich die Lage deutlich gebessert, weil man nun als Unternehmen bekannter sei.