"Wer jetzt eine neue Lüftungsanlage einbaut und das mit einer zusätzlichen Maßnahme verbindet, erhält 15 Prozent Förderung", sagt Dieter Spaderna. Der 52-jährige Kaminkehrermeister hat 2002 einen Lehrgang an der Handwerkskammer absolviert. Seitdem ist der Selbstständige einer von etwa zehn offiziell geprüften Energieberatern im Landkreis Lichtenfels. Seine Spezialgebiete sind die Wärmedämmung, Fördermaßnahmen bei Um- und Neubauten und Sachverständigenberichte. Somit Themenbereiche, in denen er sich momentan nicht über mangelnde Beschäftigung beklagen kann. Seit 1. April gelten nämlich neue Richtlinien, die in einigen Bereichen umfangreichere Förderbeträge ermöglichen.


Staatliche Förderung

Neben dem eingangs erwähnten Lüftungs- wird beispielsweise auch noch das sogenannte Heizungspaket von der staatlichen KFW-Bank mit 15 Prozent der Investitionssumme gefördert. "Derzeit geht einiges", sagt der Experte. "Bei einer Komplettsanierung sind sogar 30 Prozent möglich." Deshalb empfiehlt Dieter Spaderna jedem, der eine Sanierung, beziehungsweise einen Um- oder Neubau plant, sich professionell beraten zu lassen. "Man kann immer etwas herausholen", sagt der Oberbrunner. Mehrmals im Jahr ist er zur Beratung im Landratsamt Lichtenfels (siehe Infokasten rechts). Bei größeren Vorhaben sei es ratsam, einen Termin vor Ort auszumachen. Thermographiebilder oder Gebäudedichtheitsprüfungen sind nur zwei Möglichkeiten, mit denen der Fachmann die Defizite feststellen und Tipps für finanzielle Unterstützung bei der KFW oder dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) geben kann.

Doch nicht nur die großen Bauvorhaben sind das Metier von Dieter Spaderna. Auch mit verhältnismäßig geringem Aufwand könne einiges an Energie und damit Geld eingespart werden.
"Ein Meter ungedämmte Rohrleitung in einem kalten Keller führt zu einem Verbrauch von 20 Litern Heizöl pro Jahr", sagt Dieter Spaderna und rät potenziellen Sparern, sich Isolierschalen fertig zu kaufen. "Die Meterware ist schon für wenige Euro zu haben, das rentiert sich spätestens nach einem Jahr."


Siebenfach weniger Verbrauch

Zudem sei auch eine neue Umwälzpumpe in der Heizung eine Investition, zu der der Fachmann rät. Neue Hocheffizienzpumpen verbrauchen gerade einmal sieben Kilowatt pro Stunde. Alte hingegen satte 70.

"Die billigste Energieeinsparung ist aber das Nutzerverhalten. Allein damit kann man den Energieverbrauch um 15 bis 20 Prozent senken", sagt der Oberbrunner. Ein Indikator ist beispielsweise die richtige Einstellung der Vorlauftemperatur, mit der das Wasser die Heizanlage verlässt. Je kälter, desto weniger Energieverluste.
Dieter Spaderna, der von seinem Büro in Oberbrunn aus die Termine koordiniert: "Idealerweise ist die Temperatur so eingestellt, dass man bei voll aufgedrehter Heizung im Raum 21 Grad Celsius hat."

Die Absenkung der Temperatur ist überhaupt ein wichtiges Thema. Der Standard für Wohnräume liegt bei 21 Grad. Das muss aber nicht sein. In Schlafzimmern empfiehlt es sich beispielsweise, weniger zu haben.
"Ein Grad ergibt circa sechs Prozent Einsparung", klärt der Energieberater auf.

Weiterhin wichtig: "Vernünftiges Lüften ist Querlüften. Bei gekippten Fenstern geht für verhältnismäßig wenig Luftaustausch viel Energie verloren."




Energieberatung im Landratsamt Lichtenfels

Tradition Bereits seit nunmehr 19 Jahren informiert der Landkreis Lichtenfels private Haushalte kostenlos über die Förderprogramme in puncto Energieeinsparung.

Hotline Unter der Telefonnummer 09571/18-250 erhält man Informationen oder kann sich Unterlagen und Anträge nach Hause schicken lassen.

Beratungstage Zu den Themen "Bauen und Sanieren" (nächster Termin: 12. April) sowie "Strom- und Heizungskosten" (wieder am 27. April) finden regelmäßig 45-minütige Beratungen statt. Anmeldung unter 09571/18-250 oder 0800 / 809 802 400

Sachverständiger Vor Maßnahmen zur energetischen Sanierung von Wohngebäuden wird empfohlen, eine Beratung durch einen Sachverständigen in Anspruch zu nehmen. Kontakte sind möglich über H. Dierauf (09571/18-354), H. Pfister (09571/ 18-353) oder die Webseite www.energie-effizienz-experten.de.







Mit wenigen Handgriffen im Haushalt Strom und Geld sparen

Warum schluckt der Fernseher so viel Energie? Oder sorgt die Waschmaschine für die hohe Stromrechnung? Viele Verbraucher fragen sich, wo sie mit dem Stromsparen im Haushalt anfangen sollen. Mit einigen Hilfestellungen und Tipps lassen sich Kosten sparen. "Man muss aber auch der Typ sein, sich um all diese Vorkehrungen immer wieder zu kümmern", sagt Johanna Kardel vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv).

1.Wattzahl: Ein Anhaltspunkt für den Verbrauch ist die Wattzahl. Sie gibt aber nur an, wie viel Strom ein Gerät maximal verbrauchen kann. Sonderlich präzise ist das nicht. Für eine Schätzung können Wattzahl (meist auf einem Schild an der Rückseite oder auf dem Netzteil), etwaige Nutzungsdauer und der Preis für eine Kilowattstunde Strom dienen.
Beispielrechnung: Ein Gerät mit 100 Watt Leistung (z. B. ein größerer Fernseher) zieht maximal 100 Wattstunden pro Stunde. Ist es drei Stunden täglich im Einsatz, verbraucht es im Jahr für rund 30 Euro Strom.

2. Waschmaschine: Mit den heutigen Geräten reichen Waschtemperaturen von 30 bis 40 Grad - dank besserer Waschmittel und moderner Waschmaschinen. Auf die Sauberkeit der Textilien hat die Temperatur kaum noch Einfluss. Weil das Erhitzen von Wasser viel Energie verbraucht, sollte man also lieber weniger heiß waschen: Mit 40- statt mit 60-Grad-Wäsche sparen Verbraucher etwa die Hälfte an Strom.
Beispielrechnung: Bei 160 Waschgängen pro Jahr mit 40 statt 60 Grad sowie Verzicht auf Vorwäsche und Trockner kann man 110 Euro sparen.

3. Netzteile: Zu den größten Stromfressern im Haushalt zählen Geräte im Stand-by-Modus. So lange am Fernseher, DVD-Player, Kaffeemaschine oder der Stereoanlage noch ein Lämpchen leuchtet, verbrauchen sie Energie. Deshalb sollte der Stecker gezogen werden, wenn man sie nicht benutzt. Auch eingesteckte Netzteile gehören zu den versteckten Stromfressern. Besser trennt man das Netzteil des Notebooks, Ladegeräte von Handys und andere Geräte nach Gebrauch von der Stromversorgung.
Beispielrechnung: Ein Smartphone-Netzteil zieht in der Regel rund fünf Watt. Wer es jeden Tag drei Stunden an der Steckdose hat und dann das Netzteil abzieht, zahlt im Jahr nur 1,53 Euro Strom dafür.

4. Geschirrspüler: Ist die Geschirrspülmaschine voll beladen, ist das Spülen damit tatsächlich sparsamer, als mit der Hand abzuwaschen. Moderne Spülmaschinen arbeiten zudem umweltfreundlicher und hygienischer, da die Wassertemperatur höher ist und es Sparprogramme gibt. Aber aufgepasst: Mit unter 80 Teilen ist die Spülmaschine schlecht befüllt.
Beispielrechnung: Bei 160 Spülmaschinengängen im Sparprogramm statt Handwäschen spart man pro Jahr zirka 35 Euro.

5. Wasserkocher: Ein Wasserkocher benötigt gegenüber einem Elektroherd deutlich weniger Strom. Das gilt vor allem für Herde mit Gussplatten. Ein Wasserkocher erhitzt Wasser weitaus effizienter, weil weniger Abwärme freigesetzt wird. Moderne Induktions-Kochfelder können ähnliche Effizienz erreichen wie Wasserkocher.
Beispielrechnung: Für zwei Liter Wasser pro Tag werden im Wasserkocher nur 100 statt 150 Wattstunden benötigt. Bei einem Strompreis von 30 Cent je kWh ergeben sich elf Euro pro Jahr.